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Pontarlier


Pontarlier
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Pontarlier
Kanton Pontarlier
Gemeindeverband Grand Pontarlier
Koordinaten
Höhe 811–1.320 m
Fläche 41,35 km²
Einwohner 17.398 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 421 Einw./km²
Postleitzahl 25300
INSEE-Code
Website www.ville-pontarlier.fr

Blick auf Pontarlier

Pontarlier ist eine Stadt mit 17.398 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013 ) im französischen Jura unweit der Schweizer Grenze. Sie gehört zum Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté und ist Sitz einer Unterpräfektur. Die Stadt ist Mitglied und Sitz des Gemeindeverbands Grand Pontarlier. Die Bewohner der Stadt werden im Französischen als Pontissaliens bezeichnet.

Geographie

Pontarlier liegt etwa 20 km von der Grenze zur Schweiz entfernt auf einer Hochebene am Oberlauf des Doubs und ist mit einer Höhenlage von 837 m die am zweithöchsten gelegene Stadt Frankreichs nach Briançon. Besançon, Sitz der Präfektur, liegt etwa 60 km nordwestlich der Stadt. Die Gemeinde liegt nördlich des Regionalen Naturparks Haut-Jura, mit dem sie als offizieller Zugangsort assoziiert ist.

Geschichte

Dank ihrer geographischen Lage spielte die Stadt schon früh eine bedeutende Rolle für den Warenaustausch zwischen Nord- und Südeuropa, im 12. Jahrhundert wurde sie zum Handelszentrum.

Die Stadt litt im Laufe der Geschichte unter zahlreichen durch ihre Grenzlage bedingten Invasionen. Außerdem erlebte sie schwere Brände, die auf die notwendige Beheizung in den strengen Wintermonaten zurückzuführen waren.

Pontarlier war im 19. Jahrhundert Hauptstadt der Absinth-Produktion, 1805 wurde von Henri-Louis Pernod die erste Absinth-Destillerie eröffnet. Durch das Absinth-Verbot 1914 spielte dieser Wirtschaftszweig keine Rolle mehr, bis die Destillerie Pernot Fils 2001 wieder mit der Produktion begann.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1793 1851 1896 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 3.348 4.953 7.557 13.786 15.382 16.442 17.983 17.781 18.104 18.360 18.639

Sehenswürdigkeiten

  • Die Porte Saint-Pierre wurde 1772 erbaut an der Stelle der früheren Porte du Boulevard. Die Porte du Boulevard war das wichtigste der fünf Stadttore von Pontarlier.
  • Kirche Saint-Bénigne aus dem 17. Jahrhundert
  • Chapelle des Annonciades (18. Jahrhundert)
  • Chapelle de l’Espérance (1861)
  • Kasernen Marguet (1748–1764)
  • Stadtmuseum von Pontarlier am Place d’Arçon
  • Museum Espera von Franco Sbarro (Automobildesign)
  • Das Château de Joux (im 10. Jahrhundert erbaut, im 18. Jahrhundert in der heutigen Form ausgebaut) einige Kilometer südlich von Pontarlier. Ab dem 18. Jahrhundert diente es als Gefängnis und beherbergte unter anderen Mirabeau, Toussaint-Louverture und Kleist. Die Festung kann heute in halbstündlich stattfindenden Führungen besichtigt werden und beherbergt ein kleines Museum mit militärischen Utensilien der französischen Armee aus dem 18. Jahrhundert.

Tourismus

Pontarlier ist Wintersportort, vor allem Langlauf wird dort betrieben. Durch die Nähe des Flusses Doubs und der beiden Seen Lac de Saint-Point (der drittgrößte natürliche See Frankreichs) und Lac de Remoray gibt es auch ein großes Angebot an Wassersportarten.

Sport

1997 wurde Pontarlier unter den Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern als sportlichste Stadt Frankreichs ausgezeichnet. Hier sind relativ viele bekannte Wintersportler geboren (siehe unten). Die Stadt war mehrmals Etappenziel der Tour de France (2001, 1985, 1972, 1960, 1928, 1927).

Verkehr

Der Bahnhof Pontarlier wurde von 1987 bis 2013 von einem TGV-Zugpaar der französisch-schweizerischen Bahngesellschaft Lyria angefahren, das die Strecke ParisBern befuhr. Heute bestehen Verbindungen der Regionalverkehrsgesellschaft TER Franche-Comté der SNCF nach Dole, Dijon, Frasne (mit TGV-Anschluss nach Paris) und nach Neuchâtel.

In der Stadt wird der öffentliche Personennahverkehr durch das Omnibusnetz der Gesellschaft Pontabus gewährleistet.

Der Flugplatz Pontarlier (ICAO-Code: LFSP) liegt etwa zwei Kilometer westlich der Stadt. Der dort beheimatete Aéroclub Pontarlier wurde 1930 gegründet.

Absinth

Die Bedeutung der Absinthproduktion wird dargestellt in einem von der Destillerie Pierre Guy eingerichteten privaten Museum, wo man auch Absinth verkosten kann. Die Destillerie hat auf kuriose Weise zur Aufklärung eines geologischen Sachverhalts beigetragen: 1901 zerstörte ein Feuer die Fabrik; dabei flossen über 1 Million Liter Absinth in den nahe gelegenen Fluss Doubs. Erstaunlicherweise nahm das Wasser in der Quelle der Loue, die ca. 15 km entfernt liegt, Geruch und Farbe von verdünntem Absinth an. Seitdem weiß man um die unterirdische Verbindung der beiden Gewässer. Vergleichbares hat man auch in Deutschland auf der Schwäbischen Alb (Donauversinkung) gefunden, allerdings unter Verwendung der Fluoreszenzfarbstoffe Fluorescein und Eosin.

Städtepartnerschaften

Pontarlier ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Pontarlier  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Pontarlier in der Topographia Circuli Burgundici (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

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