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Pommersche Landsmannschaft


Die Pommersche Landsmannschaft ist ein Vertriebenenverband. Sie will den Zusammenhalt aller Pommern, ihrer Vereinigungen und Einrichtungen wahren und fördern und sieht sich als Vertreterin aller aus ihrer pommerschen Heimat vertriebenen, geflüchteten oder ausgesiedelten Deutschen und deren Nachkommen.

Geschichte

Ab Januar 1947 wurde auf private Initiative der „Pommern-Brief“ herausgegeben. Es entstanden vereinzelt örtliche Gruppen von Vertreibenen aus Hinterpommern. Das führte dann am 18. Mai 1948 zur Gründung der „Pommerschen Landsmannschaft“ im Bereich der drei Westzonen Deutschlands, seit 1949 dann auf Bundesebene. Im Juli 1948 entwickelte sich die „Arbeitsgemeinschaft der Heimatkreise“, aus der 1967 der „Pommersche Kreis- und Städtetag“ hervorging. Vom 30. bis 31. Juli 1949 tagte dann erstmals die „Pommersche Abgeordnetenversammlung“ und wählte den Vorstand. 1950 entstand in Hamburg die Hauptgeschäftsstelle. Im gleichen Jahr unterschrieb der damalige Sprecher die gerade verabschiedete „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ für die Landsmannschaft.

Am 22. August 1954 übernahm das Bundesland Schleswig-Holstein die Patenschaft für die Landsmannschaft aus Pommern.

Vom Landtag Schleswig-Holsteins wurde am 16. Dezember 1966 das „Gesetz zur Errichtung der Stiftung Pommern“ verabschiedet. Diese Stiftung führte alle auf dem Gebiet der Bundesrepublik vorhandenen Sammlungen von Kunst- und Kulturgegenständen, die aus dem Gebiet der ehemaligen Provinz Pommern stammten, zusammen. Die Hauptsammlungen (z.B. Gemäldegalerie) wurden im „Rantzaubau“ des Kieler Schlosses ausgestellt.

Am 1. Mai 1973 beschloss der Bundesvorstand der Landsmannschaft das „Manifest der Pommern“, das Ende des Monats von der Abgeordnetenversammlung verabschiedet wurde.

Im Januar 1987 erfolgte die Grundsteinlegung für das Pommern-Zentrum in Lübeck-Travemünde, das dann am 5. September 1988 durch den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker eröffnet und eingeweiht wurde.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde vom 1. bis 3. Mai 1992 das 1. Deutschlandtreffen der Pommern in Stralsund auf dem Dänholm durchgeführt und gefeiert.

Zum 1. Januar 1995 wurde die Landsmannschaft in die Rechtsform „Pommersche Landsmannschaft – Zentralverband e. V.“ umgebildet.

1999 erfolgte der Umzug der Bestände der Stiftung Pommern von Kiel nach Greifswald in das dort neu entstandene Pommersche Landesmuseum.

Organisation

Die Pommersche Landsmannschaft wurde am 18. Mai 1948 auf der Ebene der damaligen Westzonen (ab 1949 Bundesebene) gegründet. Sie ist Mitglied im Bund der Vertriebenen (BdV). Vereinssitz ist Lübeck-Travemünde.

Die Pommersche Landsmannschaft ist der Zusammenschluss

  • der Landesgruppen der Pommerschen Landsmannschaft,
  • der Heimatkreise, die den Pommerschen Kreis- und Städtetag bilden,
  • der Vereinigungen pommerscher Jugend- und Studentengruppen,
  • der Heimatbünde und Heimatvereine Vorpommerns sowie
  • der sonstigen pommerschen Vereinigungen im In- und Ausland.

Die Organe der Pommerschen Landsmannschaft sind die Pommersche Delegiertenversammlung (bis 2007: Pommersche Abgeordnetenversammlung) und der Bundesvorstand. Der Bundesvorstand wird von einem Sprecher geleitet.

Sprecher der Pommerschen Landsmannschaft war zuletzt Hartmut Saenger von seiner Wahl am 15. September 2007[1] bis zu seinem Tode am 22. November 2013. Bis zur nächsten Pommerschen Delegiertenversammlung am 15. April 2015 bleibt das Amt unbesetzt.

Pommerscher Kreis- und Städtetag

Der Pommersche Kreis- und Städtetag (PKST) ist der Zusammenschluss der 28 pommerschen Heimatkreise. Der PKST fördert und unterstützt die Tätigkeit der Heimatkreise. Er führt eine Jahrestagung als Mitgliederversammlung und üblicherweise zwei Kulturtagungen im Jahr durch.

Der PKST ist im Jahre 1967 aus der Arbeitsgemeinschaft der Heimatkreise entstanden.

Präsidentin des PKST ist Margrit Schlegel (Wiederwahl am 17. März 2007).

Pommerscher Zentralverband

Der Pommersche Zentralverband e.V. ist der Träger der wirtschaftlichen Tätigkeit der Pommerschen Landsmannschaft, in erster Linie des Pommern-Zentrums mit der Ostsee-Akademie. Er ist ferner der Verleger der von der Pommerschen Landsmannschaft herausgegebenen Veröffentlichungen. Die organisatorische Aufspaltung der bisherigen Pommerschen Landsmannschaft - Zentralverband - e.V. in die Pommersche Landsmannschaft einerseits und den Pommerschen Zentralverband andererseits erfolgte im Jahre 2008.

Vorsitzender des Pommerschen Zentralverbands ist Guntram Kuse (Wahl 2008).[2]

Liste der Sprecher der Pommerschen Landsmannschaft

Pommern-Zentrum

Das Pommern-Zentrum in Lübeck-Travemünde wurde am 5. September 1988 durch den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker eröffnet. Die Ostsee-Akademie im Pommern-Zentrum bietet seitdem Raum und Rahmen für Seminare und Exkursionen mit dem Ziel der Verständigung und des Dialogs mit Deutschlands östlichen Nachbarn.

Im Pommern-Zentrum befand sich seit 1989 eine umfangreiche, zuletzt etwa 30.000 Bände umfassende Bibliothek, die durch den Pommerschen Zentralverband getragen wurde.[4] Dort waren auch Vereinsbibliothek und Vereinsarchiv des Vereins Pommerscher Greif mit untergebracht. Im Jahre 2015 wurde die Bibliothek aufgelöst. Die Pommern betreffenden Bestände wurden durch den Verein Pommerscher Greif übernommen und befinden sich seit 2015 mit dessen Vereinsbibliothek und Vereinsarchiv in Züssow.[5]

Wanderausstellung „Vertrieben - und vergessen?“

Unter dem Titel „Vertrieben – und vergessen? Pommern in der deutschen und europäischen Geschichte“ wurde eine Ausstellung erarbeitet, die an die Geschichte Pommerns und an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung am Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert.

Im August 2013 sollte die Ausstellung im Schleswig-Holsteinischen Landtag in Kiel eröffnet werden. Die Landtagsverwaltung verlangte, dass ihr sämtliche Texte der Ausstellung vorher zur Prüfung vorgelegt werden. Einzelne Tafeln und das einladende Flugblatt stießen bei der Landtagsverwaltung auf Missfallen und sollten geändert werden, bzw. entfernt werden. Die Pommersche Landsmannschaft kam dem nicht nach und stellte sich auf den Standpunkt, die Ausstellung könne nur vollständig mit allen Tafeln gezeigt werden, die Herausnahme von Objekten würde die Geschichte Pommerns und die Vertreibung der Pommern nur verfälscht wiedergeben.

Veröffentlichungen

Die Pommersche Landsmannschaft gibt drei periodisch erscheinende Veröffentlichungen heraus:

  • Die wöchentlich erscheinende Die Pommersche Zeitung. Sie erscheint zwölfmal im Jahr mit der Beilage Pommersche Heimatkirche.
Die Zeitung wurde 1951 unter dem Titel Pommernblatt als Organ der Pommerschen Landsmannschaft gegründet und erhielt 1954 ihren heutigen Namen Die Pommersche Zeitung.[6] Zum 1. Januar 1956 wurde der 1947 von Christoph von der Ropp gegründete Pommernbrief mit der Pommerschen Zeitung vereinigt.[6] Sitz der Redaktion ist in Lübeck-Travemünde, Redakteur: Michael Hegewald (Heimatkreise, Aktuelles), das Büro der Vorpommern-Redaktion befindet sich seit 2011 in Greifswald, Leitender Redakteur der PZ: Michael Hammermeister, seit 1994 (Politik, Vorpommern, Aktuelles).
  • Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte, ISSN 0032-4167 .
Die Zeitschrift erscheint seit 1963, anfangs unter dem Titel Unser Pommern. Vierteljahresschrift für Heimat und Volkstum. Vorgängerin war die von 1949 bis 1962 erscheinende Zeitschrift Pommersche Saat.
  • Ein jährlich erscheinendes Pommersches Heimatbuch.

Patenschaft

Das Land Schleswig-Holstein hat am 16. August 1954 die Landespatenschaft über Pommern übernommen, verstanden als eine Patenschaft über die aus ihrer Heimat vertriebenen Pommern. Unter der Regierung von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hat das Land die Patenschaft faktisch beendet. Auch unter ihrem Nachfolger, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU), wurde sie nicht wieder aufgenommen.[7]

Pommerscher Kulturpreis

Die Pommersche Landsmannschaft verleiht seit 1962 den Pommerschen Kulturpreis. Preisträger waren (Liste ist unvollständig):

Siehe auch

Weblinks

Fußnoten

  1. Die Pommersche Zeitung. Nr. 38/2007, S. 1.
  2. Die Pommersche Zeitung. Nr. 12/2008, S. 3.
  3. Die Pommersche Zeitung Nr. 17/2015, S. 1 f.
  4. http://www.ostseeakademie.de/bibliothek/
  5. Die Pommersche Zeitung. Nr. 9/2015, S. 2.
  6. 6,0 6,1 Die Pommersche Zeitung. Nr. 14/2010, S. 16.
  7. Die Pommersche Zeitung. Nr. 23/2008, S. 16.
  8. Pommersche Saat. Heft 3/1962. Neudruck 1985, S. 873.
  9. Pommern. Kunst Geschichte Volkstum. Nr. 3/1985, ISSN 0032-4167 , S. 39.
  10. Marcel Reich Ranicki: Der Fall Koeppen
  11. Vita Helmut Maletzke
  12. Ingrid Seddig Lebenswerk
  13. Zur Person: Dietlinde Bonnlander
  14. Hans Reddemann
  15. Die Pommersche Zeitung. Nr. 19/2008, S. 3.
  16. Die Pommersche Zeitung. Nr. 20/2010, S. 3.
  17. Die Pommersche Zeitung. Nr. 38/2012, S. 1, 2–3, 16.

Kategorien: Organisation (Lübeck) | Bund der Vertriebenen | Vertriebenenorganisation | Verein (Schleswig-Holstein) | Gegründet 1948

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pommersche Landsmannschaft (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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