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Polyglott


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Polyglott (vom altgriechischen πολύγλωττος (polýglōttos) für mehrsprachig, das seinerseits auf πολυ (poly) für viel und γλῶττα (glōtta) für Zunge, Sprache[1][2] zurückgeht) nennt man eine Person, die viele Fremdsprachen spricht (auch Multilinguale, Mehrsprachige). Es ist nicht definiert, wie viele Sprachen man wie gut sprechen können muss, um polyglott genannt zu werden.

Bekannte Polyglotte

Inbegriff eines polyglotten Menschen sind der englische politische Ökonom, Reisende und Schriftsteller Sir John Bowring, der über 200 Sprachen kannte und über 100 davon auch sprach, der deutsche Diplomat Emil Krebs[3], der 68 Sprachen in Wort und Schrift beherrschte, sowie der italienische Kardinal Mezzofanti, der Italien nie verließ, aber 38 Sprachen beherrschte und 50 Dialekte aus verschiedenen Sprachen kannte.

Lebende Polyglotte sind der belgische Architekt Johan Vandewalle, der 22 lebende und neun tote Sprachen beherrscht (Stand 1987), sowie der Grieche Ioannis Ikonomou, der über 30 Sprachen spricht und als Übersetzer für die Europäische Kommission in Brüssel arbeitet.[4]

Forscher um Michael Chee vom Cognitive Neuroscience Laboratory in Singapur haben herausgefunden, dass Menschen, die eine Fremdsprache leicht erlernen, die als Insula bezeichnete Region ihres Gehirns intensiver nutzen, denn in dieser Region werden ungewohnte Klangmuster unbewusst abgespeichert.

Bekannte Polyglotte

Die hier angegebenen Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, geben aber immerhin Richtwerte.

A – F

G – K

  • Gal Rasché 1960, russisch-österreichische Dirigentin, Pianistin und Hochschulprofessorin.
  • Hans Conon von der Gabelentz, 1807–1874: Sinologe, 80 Sprachen
  • Andrzej Gawroński, 1885–1927: konnte 100 Sprachen lesen
  • Ernst von Glasersfeld, 1917–2010: österreichisch-amerikanischer Philosoph, Kommunikationswissenschaftler und Mitbegründer des Radikalen Konstruktivismus
  • Antoni Grabowski, 1857–1921: früher Esperanto-Aktivist; polnischer Linguist, sprach und schrieb in 40 Sprachen, verstand 100 Sprachen
  • Otto von Habsburg, 1912–2011: deutsch-österreichischer Schriftsteller, Publizist und Politiker, sprach fließend Deutsch, Englisch, Französisch, Kroatisch, Latein, Spanisch und Ungarisch.
  • Kenneth Locke Hale, 1934–2001: Experte für Indianersprachen, 50 Sprachen
  • Sergej Halipoff, russischer Skandinavist an der Universität Leningrad, 10 Sprachen (Pidogina, E. A. Die Rolle der Fremdsprachen im Leben der Menschen / E. A. Pidogina // Актуальные проблемы гуманитарных наук : сборник научных трудов студентов, аспирантов и молодых ученых 5-6 апреля 2012 г., Томск / Национальный исследовательский Томский политехнический университет (ТПУ) . — Томск; : Изд-во ТПУ , 2012 . — [С. 539-541])
  • Jack Halpern, * 1937: Linguist, spricht 10 Sprachen und kann 4 weitere lesen
  • Sven Hedin, 1865–1952: schwedischer Geograph und Entdeckungsreisender, mindestens 12 Sprachen
  • Sebastian Heine, 1986: Student der Indogermanistik, beherrscht 35 Sprachen, eignet sich nach eigenen Angaben pro Jahr drei bis vier neue Sprachen an
  • Lorenzo Hervás y Panduro, 1735–1809: Jesuit, der großen Einfluss auf die Entwicklung der Sprachwissenschaft ausübte
  • Wilhelm von Humboldt, 1767–1835: Deutscher Gelehrter, sprach Griechisch, Latein, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Baskisch, Ungarisch, Tschechisch, Litauisch und besaß Kenntnisse in mindestens sieben weiteren Sprachen
  • Ioannis Ikonomou, Dolmetscher / Übersetzer in der EU-Kommission, 32 Sprachen plus einige alte Sprachen und Dialekte, die er nur passiv beherrscht oder unvollkommen[5]
  • Hermann Jacobsohn, 1879–1933: Indogermanist, lernte innerhalb von 6 Wochen eine Sprache in ihren grammatischen Strukturen und beherrschte etwa 30 Sprachen
  • Powell Alexander Janulus, 1939
  • Michael Jelden, 1971: Violinist, der acht Sprachen fließend spricht
  • William Jones, 1746–1794: britischer Philologe, erkannte als erster die Verwandtschaft des Sanskrit mit dem Griechischen, Lateinischen, Gotischen und Keltischen, 41 Sprachen
  • Albéric O’Kelly de Galway, 1911–1980: belgischer Schachmeister
  • Ferenc Kemény, 1860–1944, ungarischer Übersetzer, 40 Sprachen, schrieb in 24 Sprachen, sprach 12 Sprachen
  • Kleopatra VII., 69 v. Chr. – 30 v. Chr.: Königin des Ptolemäerreiches, sprach mindestens 8 Sprachen
  • Emil Krebs, 1867–1930: Sinologe, der bereits als Abiturient zwölf Sprachen sprach, 68 Sprachen

L – R

  • Christopher Lee, 1922: britischer Schauspieler und Musiker, spricht Englisch, Dänisch, Deutsch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Russisch und Spanisch.
  • Giacomo Leopardi, 1798–1837: italienischer Dichter, Essayist und Philologe, beherrschte Englisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Latein, Sanskrit und Spanisch.
  • Kató Lomb, 1909–2003: eine der ersten Konferenzdolmetscherinnen der Welt
  • Louis Loewe, 1809–1888, Orientalist, Begleiter von Sir Moses Montefiore
  • Hiob Ludolf, 1624–1704, Begründer der Äthiopistik, 25 Sprachen
  • Mauracher Nikola,1941: österreichische Hotelier, Inhaber Pension Mozart, Wien, fließend 13 Sprachen
  • Uku Masing, 1909–1985, estnischer Linguist, Theologe, Ethnologe und Dichter, 65 Sprachen
  • Willy Melnikov-Storkvist, 1962: russischer Arzt, kennt 105 Sprachen, schreibt Gedichte in 95 Sprachen und ist im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Überlebte während des Krieges in Afghanistan den klinischen Tod.
  • Muhamed Mešić, kann 52 Sprachen, 28 davon fließend.
  • Giuseppe Mezzofanti, 1774–1849: Kardinal, der 57 Sprachen verstanden haben soll
  • Rafael Merry del Val, 1865–1930: Kurienkardinal, beherrschte 63 Fremdsprachen
  • Mario Pei, 1901–1978: Linguist, der etwa 30 Sprachen sprach
  • Rasmus Christian Rask, 1787–1832, dänischer Philologe, Mitbegründer der Indogermanistik, 35 Sprachen
  • Gal Rasché,russisch-österreichische Dirigentin, Pianistin und Hochschulprofessorin.
  • Friedrich Rückert, hat sich mit 44 Sprachen übersetzend, lehrend oder sprachwissenschaftlich beschäftigt

S – T

U – Z

Siehe auch

Literatur

  • Michael Erard: Babel No More: The Search for the World’s Most Extraordinary Language Learners. New York: Free Press, 2012; ISBN 978-1-4516-2825-8

Weblinks

 Wiktionary: polyglott – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. John Simpson und Edmund Weiner: The Oxford English Dictionary, Second Edition. Oxford University Press, Oxford, 1989, ISBN 978-0-19-861186-8. Artikel zu polyglot
  2. Eintrag in der Datenbank der offiziellen Internetseite des Duden zu polyglott; siehe: duden.de
  3. Cecile und Oskar Vogt Archiv, Düsseldorf, Interview Dr. Zwirner/Mande Krebs im Hirnforschungszentrum Berlin-Buch 1930; Nachruf Prof. Dr. Eduard Erkes, Litterae Orientales 1931, S. 13 und 14
  4. Europäische Kommission: Häufig gestellte Fragen: Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen 25. September 2012 [1]
  5. FAZ.net Der Allessprecher Artikel vom 6. Februar 2009

Kategorien: Mehrsprachigkeit

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Polyglott (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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