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Pleiotropie


Dieser Artikel behandelt das die Pleiotropie von Genen; zu mehreren Wirkungen eines Wirkstoffs siehe Pleiotropie (Pharmakologie).

Pleiotropie (gr. pleio = ‚voll‘ und trop = ‚Drehung‘, ‚Wendung‘) oder Polyphänie ist ein Begriff der Genetik. Darunter versteht man die Ausprägung mehrerer phänotypischer Merkmale, die durch ein einzelnes Gen hervorgerufen wird.[1] Das Gegenstück hierzu ist die Polygenie.

Die Ursache für pleiotrope Erscheinungen ist in den Transkriptions- und Translationsprodukten zu suchen. Die meisten genetisch bedingten Erkrankungen haben pleiotrope Wirkungen zur Folge. Ein klassisches Beispiel für das Auftreten von Pleiotropie ist das Marfan-Syndrom, bei dem das Fibrillin-Gen auf Chromosom 15 betroffen ist. Die Folge sind Bindegewebsdefekte in den unterschiedlichsten Organen mit unterschiedlichster Expressivität. Weitere pleiotrope Erkrankungen sind die Mukoviszidose und die Phenylketonurie.

Als antagonistische Pleiotropie spielt die Pleiotropie eine zentrale Rolle beim heutigen Verständnis des Alterungsprozesses.

In der Pharmakologie ist Pleiotropie die Bezeichnung für verschiedene Wirkungen einer Substanz. Pleiotrope Effekte der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Lipidsenker) betreffen neben der Cholesterinspiegelsenkung beispielsweise die Endothelfunktion, die Entzündungsreaktion und die Blutgerinnung.

Polyphänie ist ein Problem bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Organismen, da oft nicht vorhersehbar ist, an welchen Stellen des Empfängerorganismus das Spender-Gen, mit dem ein gewünschtes Merkmal eingebracht werden soll, sich außerdem noch auswirken wird. Da die Genome einzelliger Organismen (Plasmid) und die bei ihnen stattfindende Genexpression vollständig überschaubar sind, ist die Gentechnik bei ihnen am erfolgreichsten, während Genmanipulation an höheren Organismen mit unvorhersehbaren Polyphänie-Effekten verbunden sein kann. [2] [3]

Literatur

  • Jan Murken, Hartwig Clewe (Hrsg.): Humangenetik. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1996, 6. Auflage, S. 101–105. ISBN 3-432-88176-2
  • Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Verlag Walter de Gruyter, 61. Auflage, Seite 1510
  • K. G. Parhofer: Hohes Alter und hohe Blutfette – was nun? In: CME. Band 4, Nummer 6, 2007, S. 60–67. doi:10.1007/s11298-007-0082-7 (zurzeit nicht erreichbar)

Belege

  1. Ulrich Weber: Biologie Oberstufe Gesamtband, Cornelsen Verlag 2001, ISBN 3-464-04279-0, Seite 152, 171.
  2. Gerd Kaiser, Eva Rosenfeld, Katharina Wetzel-Vandai: Bio- und Gentechnologie – Anwendungsfelder und wirtschaftliche Perspektiven. Campus Verlag 1997. ISBN 978-3593358741
  3. https://books.google.de/books?id=mNZ_7AN6-h8C&pg=PA71&lpg=PA71&dq=Polyph%C3%A4nie+gentechnik&source=bl&ots=8JGF6ufxn2&sig=_wEaOlqktwzKixsT_5sqRyjhjBY&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwitiuSZhbHLAhWJ6RQKHcDXAIsQ6AEIKTAB#v=onepage&q=Polyph%C3%A4nie%20gentechnik&f=false

Kategorien: Pharmakologie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pleiotropie (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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