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Piräus


Dieser Artikel beschreibt die griechische Stadt Piräus. Zum gleichnamigen Präfekturbezirk siehe Piräus (Präfekturbezirk), und zum Regionalbezirk siehe Piräus (Regionalbezirk).
Gemeinde Piräus
Δήμος Πειραιά (Πειραιάς)
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Attika
Regionalbezirk: Piräus
Geographische Koordinaten:
Fläche: 10,865 km²
Einwohner: 163.688 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 15.086,06 Ew./km²
Gemeindelogo:
Sitz: Piräus
Postleitzahl 18531–18547
LAU-1-Code-Nr.: 5101
Gemeindebezirke: keine
Lokale Selbstverwaltung: keine
Website: www.pireasnet.gr
Lage in der Region Attika
f9f8

Piräus (neugriechisch Pireas Πειραιάς [pirɛˈas] (m. sg.) ; altgriechisch Peiraieus Πειραιεύς) ist eine Gemeinde in Attika, ein wichtiges Industriezentrum in Griechenland und drittgrößter Mittelmeerhafen. Die eigentliche Gemeinde hatte 2011 163.910 Einwohner, zusammen mit den übrigen Gemeinden des Regionalbezirks Piräus ergab sich eine Zahl von 449.070, der gesamte Ballungsraum Athen-Piräus hat insgesamt rund 3,5 Millionen Einwohner. Piräus ist der historische Hafen der griechischen Hauptstadt Athen und südlicher Endpunkt der wichtigen das Land von Thessaloniki bzw. Patras aus durchquerenden Verkehrsverbindungen. Piräus hat mit rund 18,7 Millionen Passagieren jährlich (Stand: 2014) den größten Passagierhafen in Europa und den drittgrößten der Welt. Mit einem Umschlag von 3,58 Millionen TEU (Stand: 2014) zählt Piräus zu den ersten zehn Häfen im Container-Verkehr Europas.

Etymologie

Bereits antike Autoren leiteten den Namen Peiraieus (Πειραιεύς) von dem Wort peraieus περαιεύς ‚Fährmann‘ ab, zu altgriechisch periraioō πειραιόω ‚hinüberbringen‘, dies zu gr. pera πέρα ‚gegenüber, jenseits‘ (vgl. Pera, Peraia). Es bezog sich wohl auf die Fährdienste zwischen Piräus und Phaleron. Auch der Hafen Korinths trug den Namen Peiraios Πειραιός, ein weiteres Wort für ‚Fährmann‘[2]. Im Deutschen steht der Name mit der Bedeutung als Hafen Athens auch mit Artikel: der Piräus.[3]

Geschichte

Piräus (Peiraieus) ist eigentlich der Name der bergigen Halbinsel, acht Kilometer südwestlich von Athen, mit dem bis zu 86,5 m hohen Hügel Mounychia (heute Kastella), der seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. eine Burg trug, und drei tief eingeschnittenen runden Hafenbecken (Piräus, Zea und Mounychia), die Themistokles seit 493 v. Chr. zum Hafen Athens bestimmte und zunächst mit Mauern umgeben ließ. 461–456 v. Chr. wurden die Langen Mauern zwischen Piräus und Athen errichtet.

In perikleischer Zeit wurde von Hippodamos aus Milet die Stadtanlage mit rechtwinklig sich schneidenden Straßen angelegt, die Häfen ausgebaut und mit Säulenhallen und Schiffshäusern versehen. Nach Beendigung des Peloponnesischen Krieges zerstört, blühte Piräus als Handelshafen bald von Neuem auf.

In den Jahren 347–323 v. Chr. wurde das Arsenal des Philon errichtet, das Sulla 86 v. Chr. mit den übrigen Hafenanlagen niederbrannte.

Nach der Verlegung des Hafens gliederte sich das antike Piräus als Hafenstadt von Athen in die Teilhäfen Kantharos, Zea und Mounychia auf. Dabei stellte Kantharos den Handelshafen von Piräus dar, während Zea und Mounychia dem Militär vorbehalten waren. Zea war der größere der beiden Kriegsmarinehäfen.

Im Mittelalter war der Hafen unter dem italienischen Namen Porto Leone bekannt, nach der heute vor dem Arsenal von Venedig stehenden antiken Löwenskulptur (eine Kopie steht heute wieder in Piräus). Der entsprechende türkische Name war Aslan Limani. Die kleineren Häfen Zea und Mounychia sind heutzutage auch als Passalimani (Hafen des Pascha) bzw. Tourkolimano (Türkenhafen) oder auch Mikrolimano (kleiner Hafen) bekannt.

Bildungseinrichtungen

Sehenswürdigkeiten

Infrastruktur

Häfen von Piräus

Hauptartikel: Hafen von Piräus

Der Hafen ist mit rund 18,7 Millionen beförderten Passagieren im Jahr 2014 der größte Passagierhafen Europas. Im Containerterminal wurden 2014 rund 3,58 Millionen TEU umgeschlagen.

Im Zuge der griechischen Staatsschuldenkrise wurde die Hälfte des Containerhafens 2009 an das chinesische Staatsunternehmen China Ocean Shipping (Group) Company (kurz: COSCO) für eine Dauer von 35 Jahren verpachtet.[4]

Mit der griechischen Bahn OSE erfolgte eine Anbindung des Containerhafens im März 2013 an das internationale Eisenbahnnetz.

Neben dem Haupthafen gibt es auf der südöstlichen Seite der Halbinsel noch zwei kleinere Häfen für private Boote und Yachten.

Bahn- und Busverkehr

Der Hafen Piräus ist über die Metrolinie 1, die Vorortbahn (Proastiakos), die Straßenbahn Athen sowie zahlreiche Buslinien und die Fernbahn erschlossen. In der Stadt verkehrt außerdem der 1949 eröffnete Oberleitungsbus Piräus. Seit 1988 ist dieser dabei mit dem größeren Obus-Netz in der benachbarten Hauptstadt Athen verknüpft. Dieser interkommunale Betrieb ist heute mit 366 Fahrzeugen auf 22 Linien das größte Obus-Netz in der EU. Zu erreichen ist Piräus auch durch den Proastiakos, einer Art S-Bahn, die den Hafen mit dem Hauptbahnhof und dem Flughafen Athen verbindet. Bis 2017 soll auch die sich in Ausbau befindliche Linie 3 der Metro Athen (blaue Linie) Piräus erreichen.[5] Darüber hinaus wird auch über eine Einschienenbahn innerhalb des Hafens von Piräus nachgedacht.[6]

Sport

In Piräus hat der Verein Olympiakos Piräus, dessen Fußballabteilung der erfolgreichste Verein Griechenlands ist, seinen Sitz. Die Fußballmannschaft spielt im Stadion Karaiskakis, die Basketballmannschaft und Volleyballmannschaft im gegenüberliegenden „Irinis kai Philias“. Beide werden mit der Metro und der Straßenbahn erreicht (Station Faliro). Im Jahr 1969 fanden im Stadion Karaiskakis die Leichtathletik-Europameisterschaften statt während 1985 die Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften im „Irinis kai Philias“ ausgetragen wurden.

Wissenswertes

Die deutsch-griechische Sängerin Vicky Leandros war von Oktober 2006 bis zum 28. Mai 2008 Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Kultur und internationale Beziehungen in Piräus. Der ehemalige griechische Ministerpräsident Kostas Simitis vertrat die Stadt von 1985 bis 2009 als Abgeordneter im Parlament.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Piräus  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hellenic Statistical Authority: Publication of provisional results of the 2011 Population Census. 22. Juli 2011, abgerufen am 28. November 2012 (PDF, englisch).
  2. Darstellung auf den Seiten der Gemeinde (griech.)
  3. Eintrag im Duden online
  4. Gerd Höhler: Knotenpunkt für Osteuropa. Chinesen übernehmen Hafen in Piräus. In: Handelsblatt Online. 26. November 2008, abgerufen am 21. November 2012.
  5. Alstom: Alstom to supply the extension of Line 3 of the Athens metro to the Port of Piraeus in consortium with J&P Avax and Ghella. In: Alstom Homepage. 1. März 2012, abgerufen am 28. November 2012 (englisch).
  6. AthensNews: Govt plans €350m Piraeus port upgrade. In: Athens News Homepage. 28. Dezember 2011, abgerufen am 28. November 2012 (englisch).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Piräus (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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