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Pietrasanta


Dieser Artikel behandelt die italienische Kleinstadt in der Toskana. Zu weiteren Bedeutungen siehe Pietrasanta (Begriffsklärung).
Pietrasanta
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Lucca (LU)
:
Höhe: 14 m s.l.m.
Fläche: 41 km²
Einwohner: 24.007 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 586 Einw./km²
Stadtviertel Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia (Montiscendi), Traversagna (Pollino), Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale (Ponte Rosso), Africa (Pisanica), Macelli, Osterietta, Marina di Pietrasanta (Fiumetto, Tonfano, Motrone, Focette)
Angrenzende Gemeinden Camaiore, Forte dei Marmi, Montignoso (MS), Seravezza, Stazzema
Postleitzahl: 55044 Marina di Pietrasanta, 55045 Pietrasanta
Vorwahl: 0584
ISTAT-Nummer: 046024
Volksbezeichnung: Pietrasantini
Schutzpatron: San Biagio und San Martino
Website: Offizielle Seite

Pietrasanta ist eine italienische Kleinstadt mit 24.007 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2015 ) in der Provinz Lucca in der nördlichen Toskana.

Geografie

Pietrasanta liegt etwa 30 km nördlich von Pisa am Fuße der Apuanischen Alpen. Der am Meer gelegene Ortsteil Marina di Pietrasanta ist ein bekanntes Seebad.

Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia (Montiscendi), Traversagna (Pollino), Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale (Ponte Rosso), Africa (Pisanica), Macelli, Osterietta und Marina di Pietrasanta (Fiumetto, Tonfano, Motrone, Focette).

Nachbargemeinden sind Camaiore, Forte dei Marmi, Montignoso, Seravezza und Stazzema.

Geschichte

Mauerreste weisen auf eine Besiedlung bereits in römischer Zeit hin. Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1255, als der Mailänder Guiscardo Pietrasanta, Namensgeber des Ortes, zu Füßen einer bereits bestehenden lombardischen Festung eine Siedlung errichten ließ. Im Mittelalter wechselte die Herrschaft mehrmals zwischen den Stadtstaaten von Genua, Lucca und Florenz. Im 17. und 18. Jahrhundert folgte, unter anderem bedingt durch die Malaria, eine Periode des Niedergangs.

Leopold II., Großherzog der Toskana und Erzherzog von Österreich, förderte im 19. Jahrhundert den Wiederaufbau und schuf durch die Errichtung von Schulen für Steinmetze die wirtschaftliche Grundlage für den Wiederaufstieg zur früheren Bedeutung als Stadt des Marmors.

Wirtschaft

Marmorverarbeitung

Der Name Pietrasanta (ital. pietra: Stein, santa: heilig) ist Programm. Tatsächlich kommt hier der Steinbearbeitung eine ganz besondere Bedeutung zu. In den in unmittelbarer Nähe gelegenen Marmorbrüchen von Carrara wird einer der weltweit besten Bildhauermarmore namens Statuario gebrochen, der in vielen Unternehmen in und um Pietrasanta weiterverarbeitet wird. Weniger reine, weiße und graue Varietäten des dort gewonnenen Marmors sind in Pietrasanta auch billiges und praktisches Baumaterial. Viele alltägliche Gegenstände wie Fensterbretter, Briefkästen, Bürgersteige, Elektro- oder Müllkästen bestehen in der Stadt aus feinstem weißen Marmor.

Bildhauerei und Kunsthandwerk

Eine ganze Reihe von Steinmetzen, Bildhauern und anderen Künstlern, die mit Stein arbeiten, haben sich hier angesiedelt. Einer dieser bekannten Künstler ist Fernando Botero. Marmor ist jedoch nicht das einzige Material, das im Kunsthandwerk Verwendung findet. Viele Künstler, übrigens fast durchweg sehr betagte Italiener, arbeiten mit anderen Materialien, insbesondere mit Kupfer und mit Glas, mit dem kunstvolle Mosaike gelegt werden.

Die ansässigen Werkstätten haben zumeist einen ausgezeichneten, teilweise internationalen Ruf. Bekannte Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi und Papst Johannes Paul II. haben Statuen in Auftrag gegeben. Pikanterweise hatten seinerzeit George W. Bush und Saddam Hussein fast zeitgleich Aufträge an dieselbe Werkstatt vergeben.

Sehenswürdigkeiten

  • Der Dom San Martino wurde im 14. Jahrhundert an der Stelle einer früheren Kirche errichtet und im 17. und 19. Jahrhundert restauriert und verändert. Der Camapanile stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Uhrturm wurde 1530–1533 errichtet, sein derzeitiges Aussehen entstand im Jahr 1860.
  • Die Kirche Sant’Agostino, eine Klosterkirche der Augustinerchorherren, wurde im 14. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Der Turm stammt aus dem Jahr 1780. Heute ist das Gebäude ein Kulturzentrum mit Bibliothek und Museum, in dem sich unter anderem das Werk Immacolata Concezione von Astolfo Petrazzi befindet.
  • Am Domplatz stehen viele sehenswerte Palazzi, darunter der Palazzo Moroni aus dem 17. Jahrhundert, der heute das Archäologische Museum beherbergt, oder der Palazzo Panicchi aus dem 15. Jahrhundert.
  • In der kleinen Kirche della Misericordia hat Fernando Botero 1993 zwei Fresken mit den Titeln La Porta del Paradiso und La Porta dell'Inferno gemalt, welche die Pforten zum Paradies und zur Hölle darstellen.

Gemeindepartnerschaften

Pietrasanta unterhält Partnerschaften mit den folgenden vier Städten und Gemeinden: [2]

Stadt Land
Écaussinnes Belgien Belgien
Grenzach-Wyhlen Deutschland Deutschland
Montgomery Vereinigte Staaten Alabama, Vereinigte Staaten
Villeparisis Frankreich Frankreich
Zduńska Wola Polen Polen

Persönlichkeiten

  • Eugenio Barsanti (1821–1864), Ingenieur und Erfinder eines Verbrennungsmotors, wurde in Pietrasanta geboren
  • Giosuè Carducci (Enotrio Romano; 1835–1907), Dichter und Literaturhistoriker, wurde im Ortsteil Valdicastello geboren; erhielt 1906 den Nobelpreis für Literatur
  • Mina (* 1940), Sängerin, hatte in Marina di Pietrasanta ihren ersten Erfolg
  • Santino Spinelli, Künstlername Alexian (* 1964 in Pietrasanta), Musiker und Komponist
  • Francesca Piccinini (* 1979), Volleyballspielerin
  • Nicola Vizzoni (* 1973), Olympiazweiter und Vizeeuropameister im Hammerwerfen

Weblinks

 Commons: Pietrasanta  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Comune di Pietrasanta - Città gemellate. Abgerufen am 15. Mai 2016.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pietrasanta (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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