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Phaläkischer Vers


Phaläkischer Vers (auch Phaläkischer Hendekasyllabus; griech. Phalaikeion; lat. Phalaeceus, daher auch Phaläkeus) ist in der antiken Verslehre ein nach dem hellenistischen Dichter Phalaikos benanntes elfsilbiges äolisches Versmaß, der einem Glykoneus mit nachgestelltem katalektischen jambischem Monometer entspricht. Das metrische Schema ist:

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Der Vers wurde in der griechischen Lyrik von Sappho, Anakreon und Kallimachos verwendet. In der lateinischen Dichtung erscheint er im 1. Jahrhundert v. Chr. bei Furius Bibaculus und Varro, ist dann bei Catull das von diesem am häufigsten verwendete Versmaß, außerdem bei Martial, Statius, Prudentius und Martianus Capella.

Die von den beiden ersten Silben gebildete Basis ist manchmal jambisch oder trochäisch, bei Catull meistens und bei Martial und Statius ausschließlich spondeisch. Die Zäsur liegt überwiegend nach der sechsten Silbe (331-mal bei Catull[1]):

Cu̱i̱ do̱no̱ lepidu̱m  ‖  novu̱m libe̱llum[2]

Häufig ist auch Zäsur nach der fünften Silbe (153-mal):

Co̱rne̱li̱, tibi  ‖  na̱mque tu̱ sole̱bas.[3]

Ausfall der Zäsur ist selten (11-mal).

Im Deutschen wurde der phaläkische Vers von Johann Gottfried Herder und von Friedrich Rückert nachgebildet. Von Herder stammt das selbstbezügliche[4]:

Arme Hendekasyllaben und Jamben
Und Elegische Verse, das ist unser
Lohn: wir werden verlacht. Man spricht zum Dichter:
„Wahrheit billiget man; Das Eitle liebt man.“

Und aus Rückert als Beispiel der Anfang des Gedichts Geweihte Locken: [5]:

Locken, fliegende, trug ich, die wie Ranken
Mich umschatteten, um die Schläfe wallend.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Crusius, Rubenbauer: Römische Metrik. München 1955, S. 103.
  2. Catull Carmina 1,1
  3. Catull Carmina 1,3
  4. Herder: Die Ruinen. Sibyllinische Blätter für Jakob Balde. In: Johann Gottfried von Herder's sämmtliche Werke. [Abt. 2], Theil 14 Terpsichore (1795). Cotta, Tübingen 1815, S. 370, Digitalisat .
  5. Rückert: Geweihte Locken. v. 1f. In: (ders.): Gedichte. Sauerländer, Frankfurt a. M. 1841, S. 240, Digitalisat .

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