Pflegeinformatik - LinkFang.de





Pflegeinformatik


Die Pflegeinformatik ist ein Anwendungsgebiet der Informatik und ein Spezialbereich der Wirtschaftsinformatik, der sich vor allem mit pflegerelevanten aufgabenzentrierten Anwendungen, Informationssystemen und E-Health beschäftigt. Sie stützt sich dabei teilweise auf die Erkenntnisse der Medizinischen Informatik. Pflegeinformatik wird in allen Bereichen der Pflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Altenpflege eingesetzt. Als Teilbereich der Pflegewissenschaft wird Pflegeinformatik (auch unter den Bezeichnungen Health Care Informatics oder Nursing informatics) in einigen Ländern als eigenständiger Studiengang oder Aufbaustudium angeboten.

Einsatzgebiete

Pflegeinformatik soll Daten und Wissen in allen Teilbereichen der Pflege zur Verfügung stellen und diese auch anderen Mitgliedern der interdisziplinären Zusammenarbeit, beispielsweise Ärzten, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern zugänglich machen, gleichzeitig sollen Ergebnisse aus der Pflegeforschung der Pflegepraxis zur Verfügung gestellt und pflegerische Leistungen transparent gemacht werden. Die Pflegebereiche, die Pflegeinformatik nutzen, sind neben der alltäglichen stationären und ambulanten Pflege auch die Pflegepädagogik, das Pflegemanagement, die Prozesskoordination sowie die Pflegewissenschaft und -forschung. Jeder dieser Bereiche hat eigene Anforderung an Informationssysteme, beispielsweise benötigen Pflegemanager vor allem wirtschaftliche Daten und Unterstützung bei der Personaleinsatzplanung, während die praktische Pflege Pflegeassistenz- und Pflegedokumentationssysteme benötigt, die den Pflegeprozess unterstützend begleiten und biographische, medizinische und pflegeplanerische Daten bereitstellen.[1] Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Erfassung und Beurteilung einzelner prozesshafter Pflegeinterventionen, beispielsweise die Wunddokumentation, bei der insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt, Wundmanager und betreuender Pflegekraft eine Rolle spielt und bei der neben Daten auch Fotodokumentationen sowie 3-D-Animationen zur Beurteilung der Entwicklung und der Evaluation eingesetzt werden.[2]

Pflegeklassifikation

Ein wichtiger Teilbereich der Pflegeinformatik ergibt sich aus der internationalen Standardisierung der Pflegeterminologie, die durch den vermehrten Einsatz der NANDA-Taxonomie, der Nursing Interventions Classification, Nursing Outcomes Classification und der International Classification of Nursing Practice des International Council of Nurses heraus entsteht. Die Abbildung dieser Klassifikationssysteme, mit denen Begriffskataloge für die Pflegediagnostik und -problemen, -interventionen und Pflegeergebnissen ist ein Schwerpunkt der Pflegeinformatik. Die Implementierung und Ausbau entsprechender Pflegeklassifikationen hängt jedoch im Wesentlichen vom Entwicklungsstand der nationalen Pflege ab, beispielsweise ist die Verbreitung in Österreich aufgrund anderer gesetzlicher Pflegegrundlagen deutlich höher als in der Bundesrepublik Deutschland.[2]

Die bekanntesten Pflegeklassifikationssysteme im deutschsprachigen Raum sind nachfolgende:

Weltweit gibt es zahlreiche weitere Pflegeklassifikationssysteme, welche Pflegediagnosen, -ziele und Maßnahmen beschreiben und zur Pflegeprozessdokumentation eingesetzt werden könnten.

Literatur

  • Kathryn J. Hannah, Marion J. Ball, Margaret J.A. Edwards: Pflegeinformatik. Springer, 2002, ISBN 3540418695
  • Walter Schär: Pflegeinformatik in der klinischen Praxis. Elsevier, Urban&FischerVerlag, 2003, ISBN 3437267809

Einzelnachweise

  1. Heiko Mania: Pflegeinformatik. Was ist das? In: Heilberufe, PFLEGE PERSPEKTIVE, Band 61, Nummer 4 vom April 2009, Urban & Vogel, ISSN 0017-9604 , S. 57–58
  2. 2,0 2,1 Ursula Hübner:Pflegeinformatik: Mehrwert für die Versorgung von Patienten. Deutsches Ärzteblatt 2010, 107(4). Online verfügbar unter: Deutsches Ärzteblatt
  3. Wieteck, P., Ed. (2013). Praxisleitlinien Pflege, Planen und Dokumentieren auf Basis von Pflegediagnosen der Klassifikation ENP. Kassel, RECOM Verlag
  4. NANDA-International (2013). NANDA I Pflegediagnosen Definitionen und Klassifikation 2012 -2014. Kassel, RECOM Verlag
  5. Moorhead, S., Johnson, M., Maas, M., & Swanson, E. (Eds.). (2013). Nursing Outcomes Classification (NOC): Measurement of Health Outcomes (5th ed.). St. Louis, MO: Elsevier
  6. Bulechek, G. M., H. K. Butcher, et al. (2013). Nursing Interventions Classification (NIC), 6. Auflage. St. Louis, Missouri
  7. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) (Hrsg.): Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), 2005. WHO, Genf
  8. Stefan H, Allmer F, Schalek K, Eberl J, Hansmann R, Jedelsky E, Pandzic R, Tomacek D, Vencour MC: POP – PraxisOrientierte Pflegediagnostik. 2. Auflage. 2012. Springer-Verlag

Weblinks


Kategorien: Pflege | Angewandte Informatik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeinformatik (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.