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Pfirsich


Pfirsich

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus
Art: Pfirsich
Wissenschaftlicher Name
Prunus persica
(L.) Batsch

Der Pfirsich[1] (Prunus persica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Seine Früchte werden Pfirsiche genannt und zählen zum Steinobst.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Pfirsich ist ein Baum, der Wuchshöhen von 1 bis zu 8 Metern erreicht. Seine Zweige sind gerade und kahl. Junge Zweige sind auf der Sonnenseite rot und auf der von der Sonne abgewandten Seite grün. Die Langtriebe besitzen eine Endknospe. Seitenknospen sind zumindest bei starken Langtrieben in der Regel zu dritt in Blattachseln vorhanden. Die Knospen sind behaart.[2]

Die wechselständige angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel hat eine Länge von 1 bis 1,5 Zentimetern. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 8 bis 15 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern lanzettlich mit breit keilförmiger Spreitenbasis und spitzem bis lang zugespitztem oberen Ende. Der Blattrand ist in der Regel doppelt und mehr oder weniger fein gezähnt. Die breiteste Stelle der Blattspreite befindet sich in der Mitte oder etwas oberhalb. Blattober- und Unterseite sind dunkelgrün und kahl. In Knospenlage sind die Blätter gefaltet.[2]

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa im April.[2] Die meist einzelnen Blüten sind sehr kurz gestielt oder fast sitzend. Sie sind am Grund von Knospenschuppen umgeben und entfalten sich noch vor den Blättern. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher ist glockig, Länge und Breite sind ungefähr gleich. Die fünf Kelchblätter sind ganzrandig und an ihrer Außenseite wollig behaart. Die fünf meist tief, selten blass rosafarbenen Kronblätter sind bis zu 2 Zentimeter lang, oval und meist ganzrandig. Die ungefähr 20 meist rötlichen, selten auch gelben Staubblätter sind geringfügig kürzer als die Kronblätter.[2]

Die meist kugelige Steinfrucht hat einen Durchmesser von 4 bis 10 Zentimetern und eine Längsfurche. Die Fruchtschale ist blassgrün oder gelb, auf der Sonnenseite rötlich überlaufen und oft mit einer samtigen Behaarung bedeckt, aber dennoch glatt. Das „Fruchtfleisch“ ist saftig, dickschichtig und blaßgrün oder orange.

Der meist fast kugelige Steinkern hat eine dicke Schale, tiefe Furchen und ist sehr hart.[2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Sorten

Kriterium: Fruchtfleischfarbe / Art der Kernlösung

Es gibt weiß-, gelb- und rotfleischige Sorten und darunter solche, die steinlösend („Freestones“, „Kerngeber“) und nichtsteinlösend („Clingstones“, „Durantien“) sind.

Sorten

Es gibt zahlreiche Pfirsichsorten (Auswahl):

  • 'Benedicte'
  • 'Diniert'
  • 'Früher Alexander'
  • 'Früher Roter Ingelheimer'
  • 'Red Haven'
  • 'Revita'
  • 'Roter Ellerstädter' (= 'Kernechter vom Vorgebirge'/'Vorgebirgspfirsich')
  • 'Rekord aus Alfter' (= 'Rekord von Alfter')
  • 'Suncrest'
  • 'South Haven'
  • 'Roter Weinbergpfirsich' – Der 'Weinbergpfirsich' hat ein dunkelrotes, sehr festes „Fruchtfleisch“ und eine dunkle, pelzige Haut. Das „Fruchtfleisch“ ist meist weniger süß als das anderer Sorten, hat aber einen intensiveren Pfirsichgeschmack und Geruch. Daher wird er selten roh gegessen, sondern überwiegend zu Marmelade oder Likör verarbeitet oder in Gläsern eingekocht.
  • 'Weißer Ellerstädter'

Varietäten

Plattpfirsich

Eine Varietät ist der Plattpfirsich (Prunus persica var. platycarpa), der in Spanien paraguayo (Plural: paraguayos) bzw. paraguaya genannt wird. Plattpfirsiche werden in den letzten Jahren unter der Bezeichnung „Wildpfirsiche“, „Adelsbergpfirsiche“,[3] „Bergpfirsiche“, "Saturnpfirsiche" oder „Weinbergspfirsiche“ häufiger im Obsthandel (meist zu höheren Preisen als „Rundpfirsiche“) angeboten.

Die ebenfalls verwendete, aber missbräuchliche Bezeichnung als „Weingartenpfirsich“ ist in Österreich nicht zulässig, da es sich dabei um eine registrierte Bezeichnung handelt.[4]

Nektarine

Die Nektarine (Prunus persica var. nucipersica) stellt ebenfalls eine Varietät oder Mutation des Pfirsichs mit glatter Schale und im Mittel kleineren Früchten dar. Von dieser gibt es ebenfalls zahlreiche Sorten.

Eine neuere Hybride ist die Nectavigne. Diese ist aus einer Kreuzung der Nektarine und dem 'Lyonaiser Weinbergpfirsich' entstanden.

Anbau

Pfirsiche unterliegen der Vernalisation und benötigen daher mehrere hundert Stunden Winterkälte, um zu gedeihen. Andererseits kann die frühe Blüte (in Westeuropa schon im März) von Spätfrösten in Mitleidenschaft gezogen werden. Winterregen begünstigt den Pilzbefall durch Taphrina deformans (Kräuselkrankheit), weswegen Pfirsiche in Europa kaum ohne Fungizideinsatz angebaut werden. In Mitteleuropa liegt die Blütezeit im April, und der Pfirsich wird vor allem in Weinbaugebieten angebaut. Vermehrt wird der Pfirsich vorwiegend durch Okulation.

Saftreife, aromatische Pfirsiche lassen sich in Mitteleuropa im Prinzip nur im eigenen Garten ernten. Die gekauften Pfirsiche werden in der Regel noch im harten Zustand vom Baum genommen, damit sie den Transport überstehen können. Solche Früchte reifen aber nicht vollkommen nach und das typische Pfirsicharoma ist nicht so stark ausgeprägt.

Pfirsiche benötigen regelmäßigen Rückschnitt, da sie sonst von innen verkahlen.[5]

Anbaugebiete

Die Hauptanbaugebiete für Pfirsiche sind China, Italien und Spanien.[6]

Die Anbaufläche für Pfirsiche in Italien nahm von 60.957 ha im Jahr 2006 auf 57.588 ha im Jahr 2011 ab.[7]

Verwendung

Große Mengenanteile der Pfirsichfrüchte werden frisch als Obst vermarktet. Pfirsiche in Hälften oder Schnitzen sind eine verbreitete Form der Obstkonserve. Die Kerne werden aus der Schale gelöst, zu Persipan verarbeitet und in der Aromatisierung von Spirituosen verwendet.

Es gibt auch einige Beschreibungen zur arzneilichen Verwendung des Pfirsichs. Beispielsweise empfahl Hildegard von Bingen die unreife Frucht samt Kernen, die Blätter, die Wurzel, das Harz und die Rinde zur äußerlichen Anwendung bei tränenden Augen, Kopfschmerzen und Gicht. Der Samen kann in großen Mengen giftig sein, da er etwa 6,5 % Blausäure abspaltendes Amygdalin enthält. Die Blätter enthalten ein verwandtes Blausäureglykosid.[8]

Die gummiähnliche Ausscheidung der Frucht wurde bis zur Herstellung synthetischen Klebers in manchen Gegenden als Klebstoff verwendet.

Geschichte

Genetischen Untersuchungen zufolge wurde mindestens 6000 v. Chr. mit der Vergrößerung des Pfirsichs durch Zuchtauswahl im südlichen China begonnen[9], wo seine Kultur seit 2000 v. Chr. überliefert ist. Er gelangte dann über Persien nach Griechenland und in weiterer Folge durch die Römer nach Mitteleuropa.

Etymologie

Pfirsich entstand aus lateinisch malum Persicum, dieses wiederum von griechisch μῆλον Περσικόν mêlon Persikón ‚persischer Apfel‘.

Symbolik

In China gilt der Pfirsich als Symbol der Unsterblichkeit. In der daoistischen Mythologie baut die Königmutter des Westens (Xiwangmu) die Früchte in einem entlegenen Gebirgstal an, wo sie nur alle tausend Jahre reif werden. Ein berühmtes Werk des Dichters Tao Yuanming trägt den Titel Der Pfirsichblütenquell und berichtet von einer idealen Gesellschaft fernab der Zivilisation. Daneben sind mit dem Bild des Pfirsichs verschiedene sexuelle Konnotationen verbunden.

Inhaltsstoffe

100 g Pfirsich enthalten[10][11]
Brennwert Wasser Fett Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
172 kJ (41 kcal) 87 g 0,1 g 205 mg 8 mg 9 mg 10 mg
Tagesbedarf eines Erwachsenen bei 100 g[10]
Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
9 % 1 % 3 % 13 %

Krankheiten

Literatur

  • Manfred Fischer (Hrsg.): Farbatlas Obstsorten. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-5547-8.

Einzelnachweise

  1. Pfirsich. In: FloraWeb.de .
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunoideae., S. 446-510. In: Hildemar Scholz (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. 2., völlig neubearbeitete und erweiterte Auflage. Band IV Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3) (Rosaceae, 2. Teil), Blackwell, Berlin/Wien u. a. 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
  3. Bastian et al.: Meine Heimat: Chemnitz und Umgebung. Schreiter, Arnsfeld, 2009.
  4. Traditioneller Anbau von Weingartenpfirsich in Österreich (Information des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft).
  5. Rudolf Metzner: Das Schneiden der Obstbäume und Beerensträucher. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, 12. Aufl. 1966.
  6. [1]
  7. fruchthandel.de.
  8. Harald Nielsen: Giftpflanzen. Franckh'sche Verlagshandlung (Kosmos Feldführer) 1979, ISBN 3-440-04715-6.
  9. Y. Zheng, G. W. Crawford, X. Chen: Archaeological Evidence for Peach (Prunus persica) Cultivation and Domestication in China., 2014, PLoS ONE 9(9): e106595. doi:10.1371/journal.pone.0106595
  10. 10,0 10,1 EU-Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (Richtlinie 90/496/EWG )
  11. Rewe Nährwerttabelle Pfirsiche und Nektarine. In: foodnews.ch. Abgerufen am 9. November 2012.
  12. PDF.

Weblinks

 Commons: Pfirsich (Prunus persica)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Steinobst | Prunus (Rosengewächse) | Baum

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pfirsich (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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