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Pfeifenblumen


Pfeifenblumen

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Pfefferartige (Piperales)
Familie: Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae)
Unterfamilie: Aristolochioideae
Gattung: Pfeifenblumen
Wissenschaftlicher Name
Aristolochia
L.

Die Pfeifenblumen (Aristolochia), auch Pfeifenwinden oder Osterluzei genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae). Zu dieser Gattung zählen etwa 400 bis 500 Arten. Sie sind weitverbreitet und kommen in vielen Klimazonen vor. Einige Kletterpflanzenarten sind wegen ihrer herzförmigen Blätter und ungewöhnlich geformten Blüten am häufigsten in Kultur.

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blätter

Aristolochia-Arten wachsen als immergrüne oder laubabwerfende, verholzende Sträucher oder Kletterpflanzen (Lianen) oder selten selbständig aufrechte, meist niederliegende, klimmende oder kletternde, ausdauernde krautige Pflanzen. Als Überdauerungsorgane werden oft Knollen gebildet. Die Pflanzenteile enthalten oft essenzielle Öle. Es kommt Sekundäres Dickenwachstum ausgehend von einem konventionalen Kambiumring vor.

Die wechselständig und schraubig angeordneten Laubblätter sind manchmal in eine Blattscheide, aber immer in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die sehr kurzen bis langen Blattstiele sind oft auf der oberen Seite gerillt. Die häutigen bis ledrigen Blattspreiten sind einfach und oft herzförmig oder seltener drei- bis siebenlappig. Die Laubblätter können drüsig punktiert sein. Die Blattnervatur ist je nach Art sehr unterschiedlich. Es sind keine Nebenblätter, aber es sind manchmal „Pseudostipeln“ vorhanden.

Blütenstände, Blüten und Blütenökologie

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln oder am Stamm (Kauliflorie) oder zu mehreren in seitenständigen oder stammbürtigen, zymösen, traubigen, rispigen oder ährigen Blütenständen zusammen. Es sind Hochblätter vorhanden.

Die kleinen bis großen schlecht riechenden oder geruchlosen Blüten sind meist stark zygomorph, seltener radiärsymmetrisch und dreizählig mit einer einfachen Blütenhülle. Es sind nur Kelchblätter aber keine Kronblätter vorhanden. Die drei Kelchblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die innen oft behaarte Kelchröhre ist oft verlängert und gerade oder nahe ihrer Basis gebogen bis S-förmig, sowie oben zylindrisch oder trichterförmig mit einer zungen-, scheiben- oder fast schildförmigen Kelchlippe, die in ein bis drei Kelchlappen oder seltener bis zu sechs Kelchzähnen endet. Die Farben der Kelchblätter reichen von grün, braun über rot bis purpurfarben. Es sind selten drei, meist sechs oder zwölf fertile Staubblätter vorhanden, die untereinander zu einer Röhre und mit dem Griffel zu einem Gynostemium verwachsen sind. Drei, fünf oder sechs Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, drei-, fünf- oder sechskammerigen und drei-, fünf- oder sechskantigen Fruchtknoten vollständig verwachsen. Der Griffelbereich des Gynostemiums ist drei-, fünf- oder sechslappig. Die tetrasporangiaten Staubbeutel können Anhängsel besitzen. Jede Fruchtknotenkammer enthält 20 bis 50 hängende oder horizontale, meist anatrope Samenanlagen in zentralwinkelständiger Plazentation. An der Basis der Kessel befinden sich zwei bis sechs Nektarien. Ein Diskus kann vorhanden sein.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie), meist Zweiflügler (Diptera). Die Blüten vieler Arten besitzen einen besonderen Bestäubungsmechanismus: Sie sind „Kesselfallenblumen“. Sie riechen stark, um bestimmte Insekten anzulocken. Der innere Bereich der Blütenröhre ist behaart, dies sorgt dafür, dass das angelockte Insekt die Blüte erst wieder verlassen kann, wenn es mit Pollen bedeckt ist und so weitere Blüten bestäuben kann.

Früchte und Samen

Die trockenen Kapselfrüchte öffnen sich bei Reife mit meist sechs Klappen je nach Art von der Spitze oder der Basis ausgehend (selten bleiben sie geschlossen) und enthalten viele Samen. Die flachen oder plano-konvexen, eiförmigen oder dreieckigen Samen besitzen manchmal Flügel oder manchmal häutige Elaiosome. Es ist ölhaltiges Endosperm und zur Samenreife ein nur rudimentärer bis schwach entwickelter Embryo vorhanden. Die Samenschale (Testa) ist glatt oder besitzt Warzen.

Chromosomensätze

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 6, 7, 8.

Systematik

Die Erstveröffentlichung der Gattung Aristolochia erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 960-962. Als Lectotypus wurde 1913 Aristolochia rotunda L. festgelegt. [1] Synonyme für Aristolochia L. sind: Einomeia Raf., Endodeca Raf., Euglypha Chodat & Hassl., Holostylis Duch., Isotrema Raf.. Die Gattung Aristolochia gehört zur Unterfamilie Aristolochioideae in der Familie der Aristolochiaceae. [2] Der Gattungsname Aristolochia ist schon bei Theophrast der Name einer Aristolochia-Art und leitet sich von āριστος áristos für sehr gut und λóχος lóchos für Niederkunft oder Geburt ab, dies bezieht sich auf die Verwendung der Droge als obstetrisches Mittel ab.

Es gibt etwa 400 bis 500 Aristolochia-Arten:[3]

Literatur

  • Kerry Barringer & Alan T. Whittemore: Aristolochiaceae in der Flora of North America, Volume 3, 1997: Aristolochia -Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Shumei Huang, Lawrence M. Kelly & Michael G. Gilbert: Aristolochiaceae in der Flora of China, Volume 5, 2003, S. 258: Aristolochia - Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • M. Qaiser: Aristolochiaceae in der Flora of Pakistan: Aristolochia - Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • H. R. Coleman in Western Australian Flora, 2008: Aristolochia - Online.
  • Stefan J. U. Wanke: Evolution of the genus Aristolochia: Systematics, Molecular Evolution and Ecology, Doktorarbeit, TU Dresden, Germany, 2006: Fulltext-PDF.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller: Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag. Berlin, Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8274-0918-8

Einzelnachweise

  1. Aristolochia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. Aristolochia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. Eintrag bei The Plant List.

Weblinks

 Commons: Pfeifenblumen (Aristolochia)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Osterluzeigewächse

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifenblumen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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