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Petting (Gemeinde)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: TraunsteinVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 451 m ü. NHN
Fläche: 29,93 km²
Einwohner: 2321 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83367
Vorwahl: 08686
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 135
Gemeindegliederung: 71 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
83367 Petting
Webpräsenz: www.gemeinde-petting.de
Bürgermeister: Karl Lanzinger (CSU)
}

Petting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Geografie

Geografische Lage

Petting liegt am Südufer des Waginger Sees im Rupertiwinkel.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 71 Ortsteile[2]:

Geschichte

Petting, auf einer Anschwemmung aus der letzten Eiszeit errichtet, soll einmal eine Insel gewesen sein, als noch große Flächen unter Wasser standen. Die Insel galt als sicher und geschützt und wurde damals schon bewohnt.

Nach überlieferten Aufzeichnungen bedeutet der Name Petting einen Ort, der dem Zu- und Ablauf des Wassers unterworfen ist.

Der Ort soll bereits um 800 eine Kirche besessen haben, die jedoch um 900 von den Ungarn zerstört wurde. Auf dem Platz der Kirche stand angeblich die Burg der Edlen von Pettingen. Dieses Edelgeschlecht geht bis in das 6. Jahrhundert zurück. Es wird angenommen, dass die nachkommenden Herren den Namen der Ortschaft jeweils als den ihren annahmen. Ebenso wird vermutet, dass Petting schon zur Zeit der Römer bestanden und den damals gleichlautenden Namen geführt hat.

Urkundlich noch weiter zurückverfolgen lässt sich die Geschichte des Ortsteiles Ringham, welcher nach dem salzburgischen Güterverzeichnis des Bischofs Arno, der sog. "Notitia Arnonis" bereits 788 bestanden hat.

Urkundlich wird der Ort erstmals 1048 als „Pettinga“ erwähnt. Im Jahre 1335 wird die Pfarre Petting dem Kloster St. Zeno in Reichenhall inkorporiert. Petting war Sitz einer Obmannschaft des Erzstifts Salzburg und fiel bei der Säkularisation 1803 an den Erzherzog Ferdinand von Toskana, 1805 an Österreich, welches Petting 1810 an das Königreich Bayern abtreten musste. Petting wurde dann durch das Gemeindeedikt von 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Am 1. Juli 1971 schloss sich die Gemeinde Ringham der Gemeinde Petting an[3], deren Gemeindeverwaltung früher schon in der Gemeindekanzlei Petting untergebracht war. Um eine Eingemeindung im Zuge der bayerischen Gebietsreform zu vermeiden, ging Petting 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Waging a. See, Taching und Wonneberg ein. Nach intensiven Bemühungen konnte Petting zum 1. Januar 1986 die Verwaltungsgemeinschaft wieder verlassen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1950 1970 1987 2000 2009
Einwohner 1058 1178 2085 1727 1891 2285 2309

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat besteht aus 14 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten. Nach der Kommunalwahl am 2. März 2008 entfallen jeweils sieben Sitze auf die CSU und die Freien Wähler Petting.

Bürgermeister ist zurzeit Karl Lanzinger (CSU), der bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 mit 92,5 % Zustimmung (ohne Gegenkandidaten) gewählt wurde.

Gemeindefinanzen

Im Jahr 2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1,132 Mio €, davon waren 288 T € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Wappen

Blasonierung: In Blau unter einer silbernen Wellenleiste, zwei schräg gestellte silberne Fische.

Aufgrund der historisch sehr engen Verbindung zum Kloster Sankt Zeno in Bad Reichenhall wird in das Gemeindewappen das Bild des Klosterwappens, ein schräggestellter Fisch, übernommen. Eine Wellenleiste, das Symbol für Wasser, dient als Hinweis auf den Waginger See, der an das Gemeindegebiet angrenzt.

Sehenswürdigkeiten

Naturschönheiten

Bauwerke

→ Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Petting

Schloss Seehaus am Weidsee

Schloss Seehaus mit seiner spätgotischen Hauskapelle liegt direkt am idyllischen, von einem breiten Schilfgürtel umgebenen Weidsee, inmitten des Landschaftsschutzgebietes Weidsee.

Ursprünglich war Seehaus im Mittelalter eine Burg, die sich im Besitz der Grafen von Thann befand, die um das Jahr 1280 dem Erzbischof Rudolf von Salzburg übereignet wurde. Für das Erzstift Salzburg war die Burg, als Wachposten an der mittelalterlichen ,,Unteren Salzstraße", die über Waging und Altenmarkt nach Wasserburg und weiter nach München ging, von großer Bedeutung. Von Seehaus aus konnte die Durchfuhr des Reichenhaller und Berchtesgadener Salzes gut überwacht und mit Mautgebühren, die für das Erzstift von großer Wichtigkeit waren, belegt werden.

1479 wurde das Kostenamt und Patronalgericht von Petting nach Seehaus verlegt, letzteres hob man 1804 auf. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hat man die Burg zu einem kleinen Schlösschen umgebaut, welches für die Salzburger Erzbischöfe zu einer beliebten Sommerresidenz wurde.

Später im Jahre 1600 erneuerte der damals regierende Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den Hauptbau und übereignete Schloss Seehaus seiner heimlichen Gemahlin Salome Alt. Das Schlösschen ging nach 1614 wieder in den Besitz des Salzburger Domkapitels über.

Jetzt befindet sich das Schloss in Privatbesitz und ist deshalb nicht zu besichtigen. Zusammen mit dem See bietet es aber eine wunderbare Ansicht.

Kirchen

Die ursprünglich spätgotische Kirche mit ihrem teilweise romanischen Turm und Netzgewölbe ist Johannes dem Täufer geweiht. Sie wird erstmals um die Wende des 15. Jahrhunderts erwähnt. Die erste gotische Einrichtung ist verschwunden, von der späteren Barockeinrichtung stehen heute nur noch drei Statuen: der hl. Rupertus mit dem Salzfass, der hl. Virgilius mit dem Salzburger Dom, und die hl. Maria. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche neugotisch ausgestattet.

Nebenkirchen von Petting befinden sich in Kirchhof und Kirchberg sowie in Reichersdorf, das dem heutigen Hausnamen des zugehörigen Hofgutes nach früher als Pfarrhof gedient haben muss. Kirchberg, eine angeblich romanische Kirche mit großem Friedhof, die in alten Urkunden als ehemalige Pfarrkirche erwähnt wird, lag an einer Römerstraße und bestand bereits im 7. Jahrhundert. Während des Ungarneinfalls um 900 soll sie dem Bischof von Salzburg als Zufluchtsort gedient haben.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Es gab 2009 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 139 und im Bereich Handel und Verkehr 37 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 57 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 758. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe 7 Betriebe.

Im Jahr 2007 bestanden 109 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens 2 ha, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von insgesamt 1527 ha bewirtschafteten; davon waren 437 ha Ackerfläche und 1090 ha Dauergrünfläche.

Eine regional sehr bekannte Brauerei ist die vom Landwirt Jakob Köllerer 1780 gegründete Private Landbrauerei Schönram.

Tourismus

Das nahe den Alpen und bei Salzburg gelegene Petting ist insbesondere in den Sommermonaten ein Ziel meist deutscher Touristen.

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Im Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen werden 62 Kinder von sechs Personen betreut.
  • In der Volksschule werden von acht Lehrern in sechs Klassen 115 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Vereine

Der Ort ist von zahlreichen Vereinen wie einem Sportverein, Schützenverein, Trachentenverein, Fischerverein, Musikverein, Seglerverein, Pool-Billard-Club geprägt, bei denen die Jugendarbeit meist eine sehr wichtige Rolle spielt.

Sonstiges

In dem im Jahre 1999 erschienenen Buch Silentium von Wolf Haas (sowie im gleichnamigen Film von Wolfgang Murnberger aus dem Jahr 2004) besteht ein Roter Faden der Geschichte darin, dass Detektiv Brenner eine Notiz „Petting 69“ findet und diverse Personen nach der möglichen Bedeutung befragt, deren Assoziation aber immer Petting als Sexualpraktik ist und pikierte Reaktionen hervorruft. Schließlich findet er doch heraus, dass die Notiz eine (in der notierten Form in der Realität nicht vorhandene) Adresse darstellt, und sucht diese auf, um festzustellen, dass in dem Haus doch sexuelle Dienste für die Hauptdarsteller von Salzburger Operninszenierungen geleistet werden.

Weblinks

 Commons: Petting  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/212654&attr=OBJ&val=563
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 510

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Petting (Gemeinde) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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