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Peter von Coimbra (Condestável de Portugal)


Peter von Coimbra, auf portugiesisch Dom Pedro de Coimbra, Condestável de Portugal, auf katalanisch Pere el Conestable de Portugal (* 1429; † 30. Juni 1466 in Granollers, Provinz Barcelona) war ein portugiesischer Politiker, Militär und Schriftsteller[1].

Er war der älteste Sohn des Infanten Peter von Portugal, dem ersten Herzog von Coimbra, aus dem Haus Avis und seiner Ehefrau Isabella von Urgell, Tochter des Herzogs von Urgell.

Nach dem Tod des Königs Eduard von Portugal, dem Großvater Peters, machte sich Peters Vater Peter von Portugal zum Vormund des damals sechsjährigen Königs Alfons V.

Nach dem Tod seines Onkels, des Infanten Johann von Portugal, wurde Peter 1443 auf Betreiben seines Vaters mit 14 Jahren zum Condestável von Portugal ernannt.[2] Der Condestável war im damaligen Portugal bei Abwesenheit des Königs der Oberbefehlshaber der königlichen Streitkräfte. Es war das höchste militärische Amt in Portugal.

Im Jahr 1444 wurde Peter Großmeister des Ritterordens von Avis.

Als Peter von Portugal die Vormundschaft für Alfons V. auch nach dessen Volljährigkeit nicht aufgeben wollte, kam es zu Kämpfen zwischen Alfons V. und Peter von Portugal. In der Schlacht von Alfarrobeira 1449 siegte Alfons. Peter von Portugal wurde in der Schlacht getötet. Mit anderen Anhängern seines Vaters begab sich Peter von Coimbra ins Exil nach Kastilien wo er bis 1457 lebte. In dieser Zeit seines Lebens widmete er sich der Literatur und lernte Kastilianisch.[2] Danach söhnte er sich mit seinem Vetter und Schwager König Alfons aus, der ihn zu einem der königlichen Räte ernannte. Im Jahr 1458 nahm er an der Seite des Königs an der Eroberung von Alcácer-Ceguer (heute Ksar es-Seghir) teil und beteiligte sich auch an weiteren Kämpfen in Marokko.

Nachdem Heinrich IV. von Kastilien auf seine Ansprüche auf die Regierung der Länder der Krone von Aragonien verzichtet hatte, bot eine Abordnung der Stadtregierung von Barcelona (Consell de Cent) im Jahr 1463 Peter die Herrschaft an. Er nahm das Angebot an und begründete seine Ansprüche damit, dass er ein Urenkel des aragonischen Königs Peter IV. sei. Als König Peter V. von Aragonien und Graf von Barcelona landete er mit einer kleinen Schar von Anhängern im Januar 1464 in Katalonien. Oberbefehlshaber seiner Anhänger und sein persönlicher Vertrauter war der Avis-Ritter Diogo de Azambuja, der später als Seefahrer an der afrikanischen Küste Bekanntheit erlangte. Vom portugiesischen König in seinen Bestrebungen nicht unterstützt, waren es hauptsächlich die Ritter des Ordens von Avis, die die Intervention Peters in Katalonien, wo er unter dem Namen Peter, der Condestável von Portugal bekannt wurde, absicherten. Am 28. Februar 1465 wurden er und seine Anhänger in der Schlacht von Calaf geschlagen. Diese Schlacht, auch Schlacht von Prats de Rei genannt, war die erste Schlacht die der der spätere König Ferdinand II. im Alter von nicht einmal 13 Jahren als Heerführer befehligte.[3]

Peter warb Anfang 1466 um die Hand von Margareta von York, der Schwester des englischen Königs Eduard IV. Er starb aber bereits kinderlos am 30. Juni 1466 in der katalanischen Stadt Granollers an Tuberkulose. Sein Grab befindet sich in der Kirche Santa María del Mar in Barcelona.

Als sein Testamentsvollstrecker verwaltete Diogo de Azambuja seinen Nachlass.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ana-María Montero-Pedrera: ¿Durmiendo con el enemigo? – La reina Isabel de Portugal en la obra literaria de su hermano Don Pedro, condestable de Portugal. ficción e historia. In: Erebea: Revista de Humanidades y Ciencias Sociales. Nr. 4, 2014, S. 173–198 ([1] [abgerufen am 20. Februar 2016] spanisch).
  2. 2,0 2,1 Juan-Eduardo Cirlot: La espada de la Catedral de Barcelona. In: Gladius, III (1964), pp. 5-11. Nr. 3, 1964, S. 6 ([2] [abgerufen am 20. Januar 2016] spanisch).
  3. Jaime Vicens Vives: Historia crítica de la vida y reinado de Fernando II de Aragón. Hrsg.: IFC-Cortes de Aragón. (= Colección Historiadores de Aragón. Nr. 3). Institución «Fernando el Católico», Zaragoza 2006, ISBN 84-7820-882-8, S. 150 ff. ([3] [PDF; abgerufen am 8. Februar 2016] spanisch).


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