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Pernitz


Dieser Artikel behandelt die Marktgemeinde Pernitz im Bezirk Wiener Neustadt-Land. Zur ähnlich klingenden Stadtgemeinde Ternitz im Bezirk Neunkirchen siehe dort.
Pernitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 16,75 km²
 :
Höhe: 430 m ü. A.
Einwohner: 2.497 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 2761, 2763
Vorwahl: 02632
Gemeindekennziffer: 3 23 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gentzschgasse 1
2763 Pernitz
Website: www.pernitz.co.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Postiasi (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
9
5
5
1
1
Lage der Marktgemeinde Pernitz im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pernitz ist eine Marktgemeinde mit 2497 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) in Niederösterreich in Österreich.

Geografie

Die Gemeinde Pernitz liegt im Piestingtal in Niederösterreich.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften und gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Feichtenbach (117)
  • Pernitz (2364)

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Pernitz dann in der Provinz Pannonia.

Der Name stammt von perenica, was ein Bach, an dem mit glühenden Kohlen gearbeitet wird bedeutet. Dieser Name stammt aus dem Slawischen. Vor den Slawen waren bereits Kelten an diesem Ort.

1165 wird der Ort im Falkensteiner Codex erstmals erwähnt. Der Ort wurde 1632 vom Grafen Hoyos gekauft, wodurch es mit dem Ort aufwärtsging. Rückschläge waren jedoch die Pest 1679 und bald darauf die zweite Türkenbelagerung 1683.

1828 wurde die Straße über den Hals ins Triestingtal gebaut, 1877 die Gutensteinerbahn oder Piestingtalbahn. Dies bedeutete einen weiteren Fortschritt, ebenso wie der Bau einer Hochquellenwasserleitung im Jahr 1904 und der Elektrifizierung im Jahr 1908.

Am Ende das Tales von Feichtenbach befindet sich das 1904 gegründete ehemalige Sanatorium Wienerwald, ursprünglich eine Lungenheilanstalt, die im Dritten Reich als Lebensborn-Heim genutzt wurde. Nach einem Umbau durch Franz Mörth wurde das Gebäude ab 1952 bis in die 1980er das ÖGB-Heim „Karl Maisel der Metall- und Bergarbeiter“, später ein Erholungsheim der Krankenkasse und zuletzt das „Hotel Feichtenbach“. Das architektonisch interessante Gebäude ist seit 2002 ohne Nutzung.

Zum Markt wurde Pernitz im Jahr 1961 erhoben.

Politik

Der Marktgemeinderat war aufgrund von Mandatsniederlegungen von ÖVP und LWP (Liste „Wir Pernitzer“) beschlussunfähig geworden. Bei der aus diesem Grund vorgezogenen Gemeinderatswahl im April 2006 verlor die SPÖ erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik ihre absolute Mehrheit in Pernitz. Die bisherige SPÖ-Bürgermeisterin Silvia Rupprecht war mit einer eigenen Liste angetreten und schaffte vier Mandate, die SPÖ verlor fünf Mandate (nunmehr sieben). Die ÖVP blieb bei sieben, die LWP gewann ein drittes Mandat hinzu.

Die Gemeinderatswahl 2010 brachte folgendes Ergebnis: ÖVP 10 (+3), SPÖ 6 (-1), Liste SBR 1 (-3), Liste LWP 3 (+/- 0). Die erstmals antrende Partei "Pernitzer Grüne" konnte in den Gemeinderat einziehen (1 Mandat).

Bei der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 verteilen sich 21 Mandate auf folgende Parteien: Liste ÖVP 9, Liste Wir Pernitzer 5, SPÖ 5, FPÖ 1, Liste Die Grünen 1

Nach der Gemeinderatswahl einigten sich die ÖVP und SPÖ auf eine Koalition. Bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung am 23. Februar wurden Hubert Postiasi (ÖVP) zum Bürgermeister- und Christine Scheibenreif (SPÖ) zur Vizebürgermeisterin gewählt.

Bevölkerungsentwicklung

Religion

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 64,4 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,2 % evangelisch. 9,2 % sind Muslime, 1,4 % gehören orthodoxen Kirchen an. 18,4 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur- und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pernitz
  • Die römisch-katholische Pfarrkirche von Pernitz ist dem Heiligen Nikolaus geweiht. Der sechseckige Bauteil mit dem Hauptraum wurde von 1969 bis 1970 nach Plänen des Architekten Georg Lippert errichtet. Ihm ist eine Seitenkapelle angeschlossen, die aus dem gotischen Chor des Vorgängerbaus besteht.[2]
  • Die bekannte Kalksteinformation „Luckerter Stein“ befindet sich auf einem Hügel nördlich des Ortes.

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Pernitz ist vor allem durch eine landwirtschaftliche und kleingewerbliche Struktur geprägt, hat aber auch durch die im Ortsteil Ortmann ansässige Papierfabrik (früher im Besitz des Bunzl-Konzerns, heute der SCA) überregionale industrielle Bedeutung.

Durch das vielfältige Freizeit- und Kulturangebot ist Pernitz auch ein beliebter Fremdenverkehrsort.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

  • Bruno Ertler (1889–1927), österreichischer Schriftsteller
  • Hermann Reichert (* 1944), österreichischer Philologe, Skandinavist und Germanist
  • Herbert Zeman (* 1940), österreichischer Literatur- und Sprachwissenschaftler, ehemaliger Vorstand des Institutes für Germanistik der Universität Wien
  • Christine Pellikan (* 1957), österreichische bildende Künstlerin

Historische Landkarten

Weblinks

 Commons: Pernitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Georg Lippert. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.

Kategorien: Ort im Bezirk Wiener Neustadt-Land | Pernitz | Gemeinde in Niederösterreich

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pernitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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