Peepshow - LinkFang.de





Peepshow


Dieser Artikel befasst sich mit dem Theater zur Betrachtung von Personen. Zu anderen Bedeutungen siehe Peep Show.

Eine Peepshow (von engl. to peep „durch eine schmale Öffnung spähen“, in der Schweiz auch Stützlisex von Stutz=Franken), oft auch als Liveshow bezeichnet, ist ein Theater, in dem die zahlenden und fast durchweg männlichen Besucher eine Person betrachten können, die ihren nackten Körper in explizit sexuellen Posen zur Schau stellt. Oft findet sich diese Einrichtung im Rahmen eines Sexshops.

Beschreibung

Für die Besucher gibt es Einzelkabinen. In der Regel bilden etwa zehn von ihnen eine U-Form um den Showraum. Nach Münzeinwurf oder per Bonuskarte wird der Blick auf die Bühne für eine bestimmte Zeit freigeben – üblich sind ca. 1 bis 3 Euro pro Minute. Traditionell war die Sichteinrichtung so konstruiert, dass der Besucher für den Darsteller und die anderen Besucher unkenntlich bleibt; dies hat sich in Deutschland jedoch geändert, da Gerichte dies als nicht mit der Menschenwürde vereinbar sahen.

Die Darstellerinnen wechseln sich meist alle paar Minuten ab. Die Darbietung beginnt mehr oder weniger bekleidet. Während die Darstellerin abwechselnd vor den Kabinen, an einer Spiegelwand oder auf der in Raummitte befindlichen Drehscheibe posiert, legt sie nach und nach ihre Kleidungsstücke ab. Einige Darstellerinnen räkeln sich während der gesamten Zeit auf der Drehscheibe oder ermuntern die Kunden sogar durch eindeutige Blicke und Gesten sowie durch die Körperhaltung zur Masturbation. Andere weisen explizit darauf hin, dass dies nicht statthaft sei.

Meist gibt es die Möglichkeit, eine Darstellerin gegen eine höhere Gebühr in eine Einzelkabine einzuladen, in der dann explizitere Posen und Handlungen gezeigt werden, wobei teilweise fließende Grenzen zur direkten Prostitution bestehen. Diese Art der Prostitution wird vor allem in Wien manchmal auch als Kabinensex bezeichnet.

Eine Peepshow ermöglicht den handelnden Personen die harmloseste Form der Interaktion mit ihren Kunden. Durch die Trennung der Kunden von den Anbietern sexueller Handlungen durch eine Glasscheibe sind Ansteckungs- und Aggressionsgefahren ausgeschlossen.

Peepshows in Deutschland

Die erste Peepshow in Europa eröffnete 1976 in der Bayerstraße beim Münchener Hauptbahnhof Walter Staudinger (* 1942), der auch als der „Pate von München“ geläufig ist und Wolf Wondratschek als Vorlage für die Heldenrolle in seinem Werk Einer von der Straße (1991) diente. Das Know-how und Material holte er sich in New York.[1][2] Erzählungen nach erzielte er beim Kreisverwaltungsreferat die Genehmigung unter dem Vorwand, eine Bühne für Aktmodelle mit Kabinen für mittellose Maler errichten zu wollen. Sein leiblicher Vater habe ihn darauf gebracht, der zum Broterwerb regelmäßig als Landschaftsmaler tätig war, da Landschaftsmotive im Gegensatz zu Aktmodellen gratis waren.[3]

Heute gibt es in Deutschland nur noch wenige echte Peepshows, das heißt, Peepshows, in denen der Kunde tatsächlich seinen Geschlechtstrieb befriedigen kann bzw. soll. Die meisten sogenannten Peepshows sind lediglich Show-Veranstaltungen, die dazu dienen, die Kunden zu einem Besuch der im weiteren Umfeld angeschlossenen unmittelbaren Prostitution zu bewegen.

In der Bundesrepublik gibt es unterschiedliche Gesetze, so dass es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen nur noch eine Peepshow gibt und zwar in Bochum. Die beiden Peepshows in Nürnberg wurden inzwischen geschlossen. In den meisten Peepshows ist es möglich, die Tänzerinnen in eine so genannte Solokabine einzuladen.

Im Sommer 1982 urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, die Zurschaustellung nackter weiblicher Körper in dieser Form verstoße gegen die „guten Sitten“ und verletze die Würde der Frau.[4] Peep-Shows seien daher in Deutschland nicht genehmigungsfähig.[5]

Peep-Shows in Österreich

Aufgrund der liberaleren Gesetzeslage existieren in Österreich wesentlich mehr Peepshows als in Deutschland. Unter anderem gibt es Shows in Linz, Graz und Wien.

Peep-Shows in der Schweiz

In der Schweiz werden Peepshows allgemein als Stützlisex bezeichnet. Im Schweizerdeutsch wird ein Franken auch als ein Stutz bezeichnet. Der Name wurde vom einzusetzenden Geldbetrag abgeleitet. In den 1970er und 1980er Jahren erfreuten sich Peepshows in der Schweiz einer gewissen Beliebtheit.[6][7]

Peep-Shows in Belgien

In Belgien existiert zurzeit nur noch eine Peepshow, die sich in Brüssel hinter dem Nordbahnhof (Rotlichtviertel) befindet.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Sex-Shows: Fenster zum Fleisch , Der Spiegel 52/1976, 20. Dezember 1976.
  2. Obskures Objekt: Spiegel-Redakteurin Ariane Barth über Peep-Show , Der Spiegel 9/1979, 26. Februar 1979.
  3. Münchner Stadtmagazin, Nr. 5/1992, 19. Februar 1992, S. 28 ff.
  4. [1] Sex in den Siebzigern: Backstage bei der Peepshow. In: einestages
  5. BVerwGE 63, 274
  6. http://www.srf.ch/player/tv/srf-wissen/video/stuetzlisex-sorgt-fuer-rote-koepfe?id=3f5b1e07-e1fd-4ed3-961c-4799be6f3282 Bericht des Schweizer Fernsehens über die Eröffnung eines Stützlisex-Lokals in Zürich.
  7. http://www.srf.ch/player/tv/-/video/stuetzlisex-wird-geschlossen?id=60d37a38-19da-4592-ba3a-601b05393f5a Bericht des Schweizer Fernsehens über die Schliessung eines Stützlisex-Lokals

Kategorien: Sexindustrie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Peepshow (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.