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Pausa-Mühltroff


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Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: VogtlandkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 64,24 km²
Einwohner: 5101 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 07919 (Langenbach, Mühltroff),
07952 (Pausa),
08539 (Kornbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 037432, 036645
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 310
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neumarkt 1
07952 Pausa
Webpräsenz: www.stadt-pausa-muehltroff.de
Bürgermeister: Jonny Ansorge (CDU)
}

Die Stadt Pausa-Mühltroff liegt im sächsischen Vogtlandkreis. Die etwa 5.400 Einwohner zählende Stadt wirbt touristisch damit, am Mittelpunkt der Erde zu liegen. Dies geht zurück auf einen Eintrag in der Stadtchronik, danach liegt Pausa im geografischen Mittelpunkt des alten Vogtlands. Das frühere Pausa/Vogtl. benannte sich nach der Eingliederung des Nachbarstädtchens Mühltroff zum 1. Januar 2013 in Pausa-Mühltroff um.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt auf einer Höhe von ungefähr 450 Meter über NN in einem Talkessel am Fluss Weida am westlichen Rand des Freistaates Sachsen. Sie umfasst eine Gesamtfläche von 38 km². Höchster Punkt ist der 546 m ü. NN hohe Sandberg.

Pausa-Mühltroff gehört zum Einzugsgebiet von Plauen, das etwa zwölf Kilometer entfernt liegt. Es liegt in einer Ausbuchtung des Freistaats Sachsen, die fast das thüringische Zeulenroda-Triebes erreicht, das etwa acht Kilometer entfernt ist. Die Grenze zum Freistaat Bayern befindet sich in ungefähr 17 Kilometern Entfernung.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Rosenbach/Vogtl. im Vogtlandkreis, die Stadt Zeulenroda-Triebes im thüringischen Landkreis Greiz sowie die Stadt Schleiz im ebenfalls thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Stadtgliederung

Zur Stadt Pausa-Mühltroff gehören die Ortsteile Ebersgrün, Kornbach, Langenbach, Linda, Mühltroff, Oberreichenau, Pausa, Ranspach, Thierbach, Unterreichenau und Wallengrün.

Geschichte

Vermutlich im 6./7. Jahrhundert siedelten sich slawische Stämme in der Umgebung an. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes als Pussen datiert von 1263 in einer Urkunde über einen Kauf zwischen dem Deutschherren-Ordenshaus Plauen und dem Kloster Mildenfurth bei Weida (heute Ortsteil von Wünschendorf/Elster). Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt war 1393, die ältesten Stadtstatuten stammen aus dem Jahr 1449. Pausa war Sitz des kleinen vogtländischen Amts Pausa, das später mit dem Amt Plauen vereinigt wurde. Nichts deutet mehr daraufhin, dass in Pausa kurz nach der Ersterwähnung der Stadt, eine Amtsmühle gestanden hat.[2] Seit 1571 ist die Stadtmauer urkundlich nachweisbar. Die Entwicklung von einem reinen landwirtschaftlich geprägten Gebiet zu industriellem Gewerbe begann im 17. Jahrhundert. Vom 18. Jahrhundert an prägten Textilbetriebe (Stickerei, Weberei, Strumpfwirkerei) das Stadtbild. Eine Besonderheit in Pausa war im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die Herstellung von Schiffsflaggen.[3] 1883 wurde die Eisenbahnstrecke Mehltheuer–Weida eröffnet, an der Pausa einen Bahnhof erhielt. In der Folge wurden etliche Fabriken gebaut, die die Industrialisierung fortschreiten und Pausa zu einem prosperierenden Industriestädtchen werden ließen.

Während der Zeit der DDR arbeiteten in Pausa eine ganze Reihe von überregionaler Bedeutung, beispielsweise VEB Pametall (Alleinhersteller von Aluminiumgeschirr), VEB Miederwerk (Produzent von Miederwaren wie BHs, Hüfthalter; Export zu den Versandhäusern Neckermann und Quelle), VEB Dekostoffe Mülsen, Werk Pausa (Stoffservietten), VEB Drahtweberei Pausa (Herstellung Streckmetall für die Grenzzäune der DDR und von grobmaschigen Industriesieben), VEB Wäscheunion Elsterberg Werk A Pausa (Bettwäsche; Export zu den Versandhäusern Neckermann und Quelle), VEB Rotpunkt Gummiwarenfabrik (Arbeits- und OP-Handschuhe aus Gummi) und VEB Elektroinstallation Pausa (Elektro-Sicherungen/Schmelzeinsätze aus Hartporzellan). Darüber hinaus gab es noch eine zahlreiche kleinere Industriebetriebe. Alle zusammen machten Pausa zu einer Industriestadt mit einer weit höheren Bedeutung, als es die Größe der Stadt vermuten ließ. Im Gefolge der Wiedervereinigung kam es zu einem weitgehenden Niedergang der Pausaer Industrie. Nur wenige Betriebe überlebten, wurden privatisiert und erfreuen sich einer positiven Entwicklung. Durch Abwanderung sank die Bevölkerungszahl erheblich, was nur durch Eingemeindungen ausgeglichen wurde.

In der DDR gehörte Pausa zum Bezirk Gera und wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands zunächst thüringisch. Zum 1. April 1992 setzten die Pausaer ihre Rückgliederung zum Freistaat Sachsen durch. Gleichfalls fanden in den 1990er Jahren Ortseingliederungen statt, die Pausa zu einem Unterzentrum werden ließen. Am 10. Januar 2000 wurde eine Verwaltungsgemeinschaft zwischen der Stadt Pausa und der sechs Kilometer westlich gelegenen Stadt Mühltroff mit dem Namen Verwaltungsgemeinschaft Pausa gebildet. Zum 1. Januar 2013 wurde die Verwaltungsgemeinschaft aufgelöst und die Stadt Mühltroff in die Stadt Pausa eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember):

  • 1834: 2191
  • 1998: 4189
  • 1999: 4179
  • 2000: 4139
  • 2001: 4112
  • 2002: 4052
  • 2003: 3988
  • 2004: 3956
  • 2005: 3902
  • 2006: 3834
  • 2007: 3787
  • 2008: 3724
  • 2012: 5288
  • 2013: 5230
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Die Zahlen geben den dramatischen Einwohnerverlust nach 1990, verursacht durch die Schließung zahlreicher Industriebetriebe und die dadurch bedingte Abwanderung, nur unzureichend wieder, da durch umfangreiche Eingemeindungen rechnerisch Einwohner hinzu kamen.

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1961: Oberreichenau wird nach Pausa eingemeindet
  • 22. März 1970: Wallengrün wird nach Unterreichenau eingemeindet
  • 1. Januar 1974: Linda wird nach Pausa eingemeindet
  • 1. Januar 1993: Kornbach wird nach Mühltroff eingemeindet
  • 1. April 1993: Unterreichenau wird nach Pausa eingemeindet
  • 1. Januar 1994: Ebersgrün, Ranspach und Thierbach werden nach Pausa und Langenbach wird nach Mühltroff eingemeindet
  • 1. Januar 2013: Mühltroff wird nach Pausa-Mühltroff eingemeindet

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 59,0 % (2009: 56,4 %)
 %
40
30
20
10
0
38,0 %
36,2 %
6,9 %
4,2 %
3,2 %
7,7 %
3,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,6 %p
-4,0 %p
-0,4 %p
-1,0 %p
+1,5 %p
+7,7 %p
+3,8 %p
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe.“

Städtepartnerschaften

Seit 1990 bestehen zwei deutsche Städtepartnerschaften: mit der

Im Jahr 2005 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der tschechischen Stadt

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Zu den baulichen Sehenswürdigkeiten Pausas gehören das Rathaus mit Globus, das ehemalige Amtsgericht, die Michaeliskirche mit Kirchplatz sowie Reste der Stadtmauer. Ferner sind sehenswert:

  • Der holzgeschnitzte Altar der Kirche im Ortsteil Ebersgrün.
  • Die Wehrkirche im Ortsteil Thierbach.
  • Die Triangulierungssäule Nummer 155 der Königlich-Sächsischen Triangulation auf dem Sandberg beim Ortsteil Thierbach, mit der das Königreich Sachsen 1876 vermessen werden sollte; sie kam in den 1990er Jahren wieder an ihren Platz.
  • Der Ringwall im Ortsteil Linda, Überrest einer kleinen mittelalterlichen Schutzburg aus der frühen Besiedlungsphase dieser Region mit Erdwall und Resten des Wassergrabens.

Naturdenkmäler

  • Eckhardts-Park mit seinen Quellen, Naturlehrpfad und Tiergehege.
  • Im Ortsteil Linda: Reinhards-Quelle, wo mineralhaltiges, klares Wasser aus dem Boden sprudelt.
  • Naturschutzgebiet Pausaer Weide
  • Orchideenwiese auf dem Wallengrüner Flur am Jahnberg.

Sport

  • Der 1909 gegründete Ringerverein Pausa ist sehr erfolgreich. Von 1932 bis 1939 trug die Stadt den Titel „Ringerhochburg“.[6] Mit dem Ringerverein ASV Plauen besteht seit mehreren Jahren eine Wettkampfgemeinschaft aus zwei Männermannschaften (Saison 2009/2010: Oberliga Sachsen und 2. Bundesliga Nord) sowie einer Jugendmannschaft in der Jugendliga Mitteldeutschland. Für seine Nachwuchsarbeit wurde der Verein 2008 mit dem Grünen Band des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ausgezeichnet.
  • Pausa hat ein gut ausgebautes Wanderwegenetz von etwa 85 Kilometer Länge.
  • Freizeitanlage Freibad Pausa am Butterberg. In der Nacht vom 28. zum 29. Oktober 2007 brannte das Restaurant des Bades durch Brandstiftung bis auf die Grundmauern nieder. Es entstand ein Schaden von etwa 700.000 Euro. Mittlerweile ist das Gebäude wieder aufgebaut, die Gaststätte wieder geöffnet.
  • Jedes Jahr findet in Pausa ein achtstündiges Trabantrennen statt.

Persönlichkeiten

Söhne der Stadt

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Sonstiges

Mittelpunkt der Erde

Die Aussage, am Mittelpunkt der Erde zu liegen, entstand in Abwandlung der Tatsache, dass Pausa relativ genau in der Mitte des ursprünglichen Vogtlandes liegt. Ende des 18. Jahrhunderts begann die „Vermarktung“ dieser Eigenschaft, nachdem aus Pausa ab 1850 für einige Jahrzehnte Bad Pausa wurde; die entsprechenden Mineralwasserquellen wurden bereits im 15. Jahrhundert nachgewiesen. Der genaue Ort des Mittelpunkts, und damit des Austrittpunktes der Erdachse, änderte sich im Laufe der Zeit: Ein auf dem Markt stehender Wasserkasten, ein Deckel und eine Messingkugel in der Diele im Boden von örtlichen Wirtshäusern. Heute ist die Erdachse im Keller des Rathauses gegen Entgelt zu besichtigen und kann dort auch geschmiert werden. Die Vermarktung erfolgt auch indem „Erdachsenschmieröl“ (ein Kräuterlikör) verkauft wird und der Vorgang von der Erdachsendeckelscharnierschmiernippel-Kommission zu Pausa e. V. überwacht wird.[7]

Das Wahrzeichen des Ortes symbolisiert – erstmals 1934 – auch eine auf dem Rathausdach montierte Weltkugel, heute mit einem Durchmesser von 3 Metern und einem Gewicht von 1,2 Tonnen. Das Modell wird nachts beleuchtet und rotiert (allerdings gegen den Rotationssinn der Erdkugel, da sonst der Schriftzug „Pausa – Mittelpunkt der Erde“ nicht lesbar wäre).

Die Bezeichnung Mittelpunkt der Erde reklamiert auch Bernstadt auf dem Eigen bei Görlitz für sich.

Windpark Ebersgrün

Beim Ortsteil Ebersgrün wurde ab Oktober 2012 innerhalb eines halben Jahres im Zuge der Energiewende ein Windpark mit vier Windkraftanlagen errichtet. Die Anlagen des Typs Repower MM 92 mit einer Nennleistung von insgesamt 8,2 MW sind im Mai 2013 fertiggestellt worden und ans Netz gegangen. Die Nabenhöhe beträgt jeweils 100 Meter, der Rotordurchmesser jeweils 25 Meter. Betreiber des Windparks ist die WKN AG.

Literatur

  • Richard Steche: Pausa. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 48.

Weblinks

 Commons: Pausa/Vogtl.  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Pausa in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Günter Steiniger: Mühlen im Weidatal Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-934748-59-0, S. 11
  3. Albert Schiffner:Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend. Leipzig 1839, S. 13 Digitalisat
  4. Bericht zur Eingliederung Mühltroffs in die Stadt Pausa im Vogtland-Anzeiger vom 27. September 2012. Abgerufen am 26. Oktober 2012.
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  6. Seite zur Geschichte der Stadt auf stadt-pausa.de. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  7. Internetseite der Erdachsendeckelscharnierschmiernippel-Kommission zu Pausa. Abgerufen am 26. Oktober 2012.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pausa-Mühltroff (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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