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Paul Pietsch


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Landrat im schlesischen Landkreis Brieg, siehe Paul Pietsch (Landrat).
Paul Pietsch

Nation: {{{Nation}}}

| Nation = Deutschland Deutschland | Box 1 = |- class="hintergrundfarbe5" ! colspan="2" | Automobil-Weltmeisterschaft |-

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|- | Erster Start: | Großer Preis von Italien 1950 |- | Letzter Start: | Großer Preis von Deutschland 1952 |- class="hintergrundfarbe5" ! colspan="2" | Konstrukteure |- | colspan="2" | 1950 Maserati · 1951 Alfa Romeo · 1952 Veritas |- class="hintergrundfarbe5" ! colspan="2" | Statistik |- | WM-Bilanz: | – |- | colspan="2" |

Starts Siege Poles SR
3

|- | WM-Punkte: | – |- | Podestplätze: | – |- | Führungsrunden: | — |-

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Paul Pietsch (* 20. Juni 1911 in Freiburg im Breisgau; † 31. Mai 2012 in Karlsruhe)[1] war ein deutscher Automobilrennfahrer und Verleger.

Im Gegensatz zu anderen deutschen Fahrern der 1930er Jahre versuchte Paul Pietsch weniger mit den Silberpfeilen von Mercedes-Benz und Auto Union sein Glück, sondern als Privatfahrer mit vorwiegend italienischen Autos. Bei seinem Tod war Paul Pietsch der älteste noch lebende Formel-1-Rennfahrer. Danach war es Robert La Caze (1917–2015).

Sein Sohn Peter-Paul Pietsch ist als Manager im Verlag tätig und betreibt Motorsport in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Seine Tochter Patricia Scholten leitet die Paul-Pietsch-Verlage in Stuttgart.

Leben

Paul Pietsch war Sohn eines Bierbrauers, der jedoch sehr früh verstarb. Er wuchs bei seiner Mutter in Friedenweiler auf.[2] Nach Abschluss der Handelsschule begann er eine Lehre als Bierbrauer, kaufte sich nach seinem 20. Geburtstag von seinem Erbe einen Bugatti Type 35 B. 1932 begann Pietsch in diesem Fahrzeug, das zuvor dem Privatfahrer Heinrich-Joachim von Morgen gehört hatte, seine Karriere bei kleineren Rennen in Deutschland. Zusammen mit den Privatfahrer Hans Lewy aus Dresden und Hans Simons aus Berlin gründete er dazu die Renngemeinschaft PiLeSi. Sein erstes Rennen, am 29. Mai 1932 in Wiesbaden-Erbenheim, verlor er wegen Treibstoffmangel, beim folgenden Kesselbergrennen erreichte er bereits Platz drei. Seine ersten Siege errang Paul Pietsch am 28. August 1932 während des Bergrennens im Riesengebirge sowie am 11. September beim Elbepokal in Leitmeritz in der Tschechoslowakei. 1933 und 1934 konnte er in einem Alfa Romeo etliche weitere Bergrennen gewinnen; für Erfolge bei den großen Rundstreckenrennen reichte die Kraft seines Autos nicht aus. Zur Saison 1935 verpflichtete ihn die Auto Union zusammen mit Bernd Rosemeyer als Nachwuchsfahrer. Nach Problemen mit den heckgetriebenen Sechzehnzylinder-Typ B sowie mit der Rennleitung verließ Pietsch das Team nach einem Jahr wieder. Ein geteilter dritter Platz 1935 beim Grand Prix von Italien war sein bestes Ergebnis. Ab dem Jahr 1937 fuhr Pietsch wieder einen privaten Maserati. Beim Grand Prix von Deutschland 1939 hatte er seine Sternstunde: In der zweiten Runde setzte er sich an die Spitze, konnte das Rennen gegen die Silberpfeile wegen Brems- und Zündproblemen nicht gewinnen, jedoch den dritten Platz ins Ziel retten.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte er sich vorwiegend auf Sportwagen- und Formel-2-Rennen in Deutschland. Am 11. Juni 1950 gewann er das Eifelrennen auf dem Nürburgring und im selben Jahr wurde er auf seinem Veritas RS Deutscher Meister in der Sportwagenklasse bis 1500 cm³. 1951 gelang ihm mit Siegen beim Eifelrennen auf dem Nürburgring und beim Bergrennen am Schauinsland der Titelgewinn in der Formel-2-Klasse mit seinem Veritas Meteor. Sporadisch trat er auch bei Formel-1-Weltmeisterschaftsläufen an. Beim Großen Preis von Deutschland 1951 fuhr er einen Werkswagen von Alfa Romeo. Ein Unfall beendete dieses Rennen und 1952 zog er sich nach einem schweren Trainingsunfall am 28. September 1952 bei einem Formel-2-Rennen auf der AVUS vom Rennsport zurück.

Pietsch konzentrierte sich seitdem auf die Verlegertätigkeit, er gab zahlreiche Motorsportzeitschriften und Bücher heraus und war Mitgründer des Verlags Motor Presse Stuttgart. Die Paul Pietsch Verlage umfassen zudem den Motorbuch Verlag und die Verlage pietsch, Müller Rüschlikon und transpress sowie den Schweizer Partnerverlag Bucheli unter ihrem Dach.

Bis zu seinem Tode wirkte er in dieser Branche mit, zog aber 1976 von Stuttgart nach Titisee-Neustadt um und zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück.[2] 1991 bekam er die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. 2001 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Titisee-Neustadt ernannt.[2] Inzwischen wurde dort zudem ein Weg nach ihm benannt.

Seit 1989 wird der International Paul Pietsch Award für innovative technische Entwicklungen im Automobilbereich verliehen. Voraussetzungen für die Nominierung sind Innovation und Serienreife sowie ein nachvollziehbarer Nutzwert für die Kunden in den Bereichen Umwelt, Komfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.[4]

Zu seinem 100. Geburtstag fand vom 17. bis 19. Juni eine Rallye mit 100 Fahrzeugen aus verschiedenen Jahrzehnten von Freiburg nach Stuttgart statt.[5]

Fast ein Jahr später, am 31. Mai 2012, starb Paul Pietsch im Alter von 100 Jahren in Karlsruhe.

Statistik in der Formel 1

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1950 Paul Pietsch Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4s 1 NC
1951 Alfa Romeo SpA Alfa Romeo Typ 159 Alfa Romeo 1.5 L8s 1 NC
1952 Motor-Presse-Verlag Veritas Meteor Veritas 2.0 L6 1 NC
Gesamt 3
Einzelergebnisse
Saison 1 2 3 4 5 6 7 8
1950
DNF
1951
DNF
1952
DNF
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Beisetzung

Dem Wunsch von Paul Pietsch, seine Asche auf dem neben seiner Ehefrau Dolores (1925–1991) zu begraben, stand die Friedhofssatzung der Stadt entgegen. Sie verbietet seit 30. Oktober 2009 Bestattungen in Wahlgräbern auf dem alten Friedhof.[6] Angehörige Pietschs schlossen eine Bestattung auf dem neueren aus.[7]

Am 25. September 2012 beschloss der Gemeinderat die Änderung der Friedhofssatzung. Nun können in der Friedhofskapelle des alten Friedhofs Urnenbesetzungen von Ehrenbürgern und ihren Ehegatten durchgeführt werden.[8] Nach seinem Tod wurden am Familiengrab seine Ehefrau Pietschs Geburts- und Todestag ergänzt.[9]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Paul Pietsch gestorben: Der Gründer der Motor Presse ist tot. In: Auto, Motor und Sport, 6. Juni 2012, abgerufen 6. Juni 2012
  2. 2,0 2,1 2,2 Titisee-Neustadt: Paul Pietsch. In: Badische Zeitung, 19. Juni 2010, Zugriff am 11. Juni 2011
  3. 100 Jahre Paul Pietsch. In: FlugRevue, Juli 2011, S. 6
  4. Holger Wittich: International Paul Pietsch Award: Deutliche Mehrheit für den BMW i3. In: Auto motor und sport, 30. Januar 2014 (mit einer Liste aller Preisträger von 1989 bis 2014).
  5. Paul Pietsch Classic: Die große Geburtstags-Rallye. motor-klassik.de, 20. Juni 2011, abgerufen am 21. November 2012
  6. Peter Stellmach: Titisee-Neustadt: Friedhofssatzung: Letzte Ruhestätte für Paul Pietsch: Ausnahme für einen Ehrenbürger? In: Badische Zeitung, 24. August 2012, abgerufen am 7. September 2012
  7. Titisee-Neustadt: Leiser Protest regt sich im "„Fall Pietsch“. In: Badische Zeitung, 5. September 2012, abgerufen am 7. September 2012
  8. Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Titisee-Neustadt (PDF; 1,3 MB), 18. Jahrgang, Nr. 20, 4. Oktober 2012, abgerufen am 21. November 2012
  9. Grabinschrift


Kategorien: Sportler (Freiburg im Breisgau) | Bergrennfahrer | Formel-1-Rennfahrer (Deutschland) | Ehrenbürger im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | Grand-Prix-Fahrer vor 1950 | Person (Titisee-Neustadt) | Gestorben 2012 | Geboren 1911 | Verleger | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Paul Pietsch (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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