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Paspels


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den gleichnamigen Ortsteil der österreichischen Gemeinde Rankweil siehe Paspels (Rankweil).
Paspels
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden GR
Region: Hinterrhein
Kreis: Domleschg
Politische Gemeinde: Domleschg
Postleitzahl: 7417
Koordinaten:
Höhe: 778 m ü. M.
Fläche: 4,59 km²
Einwohner: 498 (31. Dezember 2014)
Einwohnerdichte: 108 Einw. pro km²
Website: www.paspels.ch

Paspels

Karte

Paspels (rätoromanisch Pasqual ) ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Domleschg, die im Kreis Domleschg des Bezirks Hinterrhein im Schweizer Kanton Graubünden liegt. Das Dorf ist im Verzeichnis der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgeführt.

Wappen

Blasonierung: In Silber (Weiss) über grünem Dreiberg ein roter Laurentiusrost

Das Wappenmotiv verweist auf die ehemalige Talkirche Sankt Laurentius.

Geographie

Die ehemalige Gemeinde liegt auf einer Terrasse über dem rechten Ufer des Hinterrheins am Westhang des Stätzerhorns. Der Ort besteht aus den drei Teilen Canova, Dusch und Pardisla. Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von 457 ha sind 259 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Immerhin 152 ha können landwirtschaftlich genutzt werden. Daneben gibt es 28 ha Siedlungsfläche und 18 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge). In Paspels wird vorwiegend Viehwirtschaft, Acker-, etwas Obst- und Weinbau betrieben.

Geschichte

Funde aus der Jungstein- und Römerzeit belegen, dass das Gebiet um Paspels damals schon besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wird Paspels im Jahre 1237. Damals war die Burg Alt-Süns der Mittelpunkt des umfangreichen Besitzes der Freiherren von Vaz im Domleschg. Wie die Burg Canova (Neu-Süns) wurde sie 1451 während der Schamserfehde zerstört. 1527 kaufte sich Paspels frei. Das 1237 erstmals erwähnte, frühmittelalterliche Kirchenkastell St. Lorenz diente der rechten Talseite als Mutterkirche; die Dorfkirche St. Johannes Baptista stammt von 1662.

Am Ende des 16. Jahrhunderts trat nur der Weiler Dusch oberhalb des Dorfes zur Reformation über. Die dortige katholische Kapelle St. Maria Magdalena gehörte 1508 dem Kloster Churwalden. Um 1695 liess Johann Viktor von Travers, Enkel des Pompejus Planta, das Schloss Paspels auf dem vom Grossvater geerbten Besitz erbauen. 1896-97 wurde die Fahrstrasse gebaut. Dank der ruhigen und sonnigen Wohnlage entwickelte sich in neuester Zeit eine starke Bautätigkeit.

Bis am 31. Dezember 2014 war Paspels eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 fusionierte sie mit den Gemeinden Almens, Pratval, Rodels und Tomils zur neuen Gemeinde Domleschg.

Bevölkerung

1880 gaben noch 89 % der Bewohner Sutselvisch als Muttersprache an, 1910 waren es noch 77 % und 1941 noch 56 %. Obwohl die ehemalige Gemeinde in der Nachkriegszeit zum Deutschen wechselte, gaben 1970 noch 40 % der Einwohnerschaft Romanisch als Muttersprache an. Von den Ende 2005 464 Bewohnern waren 448 Schweizer Staatsangehörige.

Sprachen in Paspels
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 246 77,36 % 320 89,39 % 386 94,38 %
Rätoromanisch 63 19,81 % 31 8,66 % 15 3,67 %
Italienisch 3 0,94 % 3 0,84 % 4 0,98 %
Einwohner 318 100 % 358 100 % 409 100 %

Sehenswürdigkeiten

Literatur

  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625 .
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5
  • Das Domleschg/La Tumgleastga. Chur, 2005. ISBN 3-905342-26-X

Weblinks

 Commons: Paspels  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist
  2. Schulhaus

Kategorien: Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden | Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz | Ort im Kanton Graubünden

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Paspels (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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