Parlamentsstenografie - LinkFang.de





Parlamentsstenografie


Die Anfänge der Parlamentsstenografie finden sich bei Marcus Tullius Tiro, der die Rede des römischen Politikers Marcus Tullius Cicero gegen Catilina in tironischen Noten aufzeichnete.

In Deutschland stenografierte als erster der bayerische Kurzschrift-Pionier Franz Xaver Gabelsberger die Parlamentsdebatten im bayerischen Landtag. Im Laufe der Zeit wurden in allen deutschen Landtagen und seit 1870 auch im Deutschen Reichstag bzw. ab 1949 im Deutschen Bundestag und im Bundesrat stenografische Dienste eingerichtet. Derzeit arbeiten ca. 200 Menschen in Deutschland als Berufsstenografen. Zum überwiegenden Teil sind sie im Verband der Parlaments- und Verhandlungsstenografen organisiert.[1]

Im Deutschen Bundestag sind an einem Sitzungstag 16 Stenografen im Einsatz, immer zwei gleichzeitig. Die Stenografen lösen einander im Fünf-Minuten-Takt nach einem festen Plan ab. Aufgezeichnet werden neben dem Wortlaut der Rede auch Beifallsbekundungen, Zwischenrufe und das Geschehen im Plenarsaal, soweit dessen Schilderung für einen späteren Leser das Verständnis der Rede erleichtert. Zwischen den Einsätzen diktieren die Parlamentsstenografen das Stenogramm einem Mitarbeiter und prüfen das Protokoll auf sprachliche Richtigkeit. Korrigiert werden außerdem falsche sprachliche Bilder, falsche oder unvollständige Zitate und offenkundige inhaltliche Fehler, zum Beispiel falsche Jahreszahlen, soweit diese überprüfbar sind.[2] Bevor das Protokoll veröffentlicht wird, können die Abgeordneten die Mitschrift noch einmal gegenlesen. Sie dürfen zwar sprachlich glätten, aber nicht den Inhalt verändern.

Für die Ausbildung zum Parlamentsstenograf wird zumeist ein abgeschlossenes Hochschulstudium, wenigstens aber das Abitur erwartet – so zum Beispiel im niedersächsischen Landtag,[3] aber auch in anderen Landesparlamenten sowie im Bundestag und Bundesrat.[4]

Einzelnachweise

  1. FAQs – häufig gestellte Fragen zum Beruf von Parlaments- und Verhandlungsstenografen. In: Verband der Parlaments- und Verhandlungsstenografen e. V. Abgerufen am 13. Mai 2013.
  2. "Das Geschehen im Parlament festhalten". In: Deutscher Bundestag. 2010, abgerufen am 13. Mai 2013.
  3. Der Stenografische Dienst des Niedersächsischen Landtages. In: Stenografischer Dienst – Niedersächsischer Landtag. Abgerufen am 13. Mai 2013.
  4. Merkblatt über den Beruf des Parlamentsstenografen/der Parlamentsstenografin. In: Verband der Parlaments- und Verhandlungsstenografen e. V. 2015, abgerufen am 15. März 2015 (PDF; 188 KB).

Weblinks


Kategorien: Stenografie | Parlamentswesen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentsstenografie (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.