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Panzerartillerie


Als Panzerartillerie wird, im Gegensatz zur Feldartillerie, der Teil der Artillerie bezeichnet, der mit Panzerfahrzeugen (zumeist Panzerhaubitzen) ausgerüstet ist.

Geschütztyp

Die Konstruktion des Fahrgestells mit Gleisketten wird in der Regel von dem eines Kampfpanzers in originaler oder modifizierter Form übernommen, Wanne und Geschützturm unterscheiden sich wegen der unterschiedlichen Anforderungen grundlegend von denen eines Kampfpanzers. Dieser Geschütztyp hat zum einen den Vorteil, dass er einen schnellen Wechsel der Feuerstellungen erlaubt, bevor die gegnerische Artillerie diese unter Feuer nehmen kann. Zum anderen, dass er den Besatzungen bei Feindbeschuss erhöhten Schutz durch die Panzerung bietet.

Geschichte

Erste Formen einer auf selbstfahrenden gepanzerten Untersätzen mobilisierten Artillerie gab es bereits während des Ersten Weltkriegs, wie etwa den britischen Gun Carrier Mark I. Jedoch wurden diese Entwicklungsansätze in der Nachkriegszeit nicht weiter verfolgt. Panzerhaubitzen wie die Panzerhaubitze Hummel kamen im Zweiten Weltkrieg auf, um den Artillerieeinheiten eine größere Mobilität und einen gewissen Schutz zu geben, damit Panzerverbände unmittelbar begleitet und unterstützt werden konnten, und um die Artillerie beweglich, zusätzlich als Gefechtsmittel zur beweglichen Bekämpfung von feindlichen Kampfpanzern einsetzen zu können. Die Panzerartillerie als Teil der Truppengattung Artillerie entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als speziell entwickelte voll gepanzerte Panzerhaubitzen konstruiert wurden.

In der Bundeswehr wurden die Artilleriebataillone der Heeresbrigaden mit Panzerhaubitzen ausgestattet. Die Artillerieregimenter der Divisionen verfügten über gezogene Feldhaubitzen, Selbstfahrlafetten Kette mit Kanonen und Haubitzen sowie über Raketenartillerie auf Selbstfahrlafetten.

Bedeutung heute

Die Aufgaben der Artillerie liegen im Bekämpfen feindlicher Punkt- oder Flächenziele (feindliche Artillerie, Einrichtungen und sich bewegende Ziele) in der Tiefe des Raums vor den eigenen Linien. Moderne Ortungstechniken ermöglichen rasches Gegenfeuer. Konsequenz ist ein weitgehender Ersatz gezogener Artilleriegeschütze durch die Panzerartillerie. Denn deren bewegliche Geschütze können nach einem Feuerschlag die Feuerstellung in der Regel verlassen, bevor gegnerische Artillerie die Feuerstellung orten und unter Feuer nehmen kann.

Nachteil der Panzerartillerie sind ihre hohen Kosten in der Anschaffung und ein sehr hoher Wartungs- und Kraftstoffbedarf im Landmarsch. Eine Verlegung im operativen Transport ist über Land nur mit Schwerlasttransportfahrzeugen (Panzertransportern) oder im Luft- oder Seetransport mit Schwerlasttransportmaschinen oder Fähr- und Autotransportschiffen möglich. Ein Landmarsch führt zu erheblichen Beschädigungen der Verkehrsinfrastruktur.

Der Truppenführer hat eine Möglichkeit, den Schwerpunkt auf dem Gefechtsfeld schnell und flexibel zu bilden oder zu verlegen. Dabei sind die Autonomie der Feuerleitung und der Navigation, sowie die Mobilität und die große Zahl an zur Verfügung stehenden Munitionssorten entscheidend für ihren Einsatzwert.

Häufig wird in westlichen Armeen die US-amerikanische Panzerhaubitze M109 aus den 1960er Jahren verwendet. Neuestes russisches Modell ist die 152-mm-Selbstfahrlafette 2S35 Koalizia-SW.[1] Die Bundeswehr verfügt über die Panzerhaubitze 2000. Deren Höchstschussentfernung beträgt mit Standardmunition 30 km, mit reichweitengesteigerter Munition 56 km.

Weblinks

 Commons: Panzerartillerie  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Nicholas de Larrinaga: Russia's armour revolution. In: janes.com. IHS Jane's 360, 16. Mai 2015, abgerufen am 21. Mai 2015 (english): „According to Georgy Zakamennih, chief director of TsNII Burevestnik, the developer of the 2S35, Coalition-SV has a maximum range of 70 km when firing advanced shells.“

Kategorien: Truppengattung | Panzerartillerie

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