Pankreas-Amylase - LinkFang.de





Pankreas-Amylase


Pankreas-Amylase
Vorhandene Strukturdaten: siehe UniProt
Eigenschaften des menschlichen Proteins
Sekundär- bis Quartärstruktur Monomer
Kofaktor Calcium, Chlorid
Bezeichner
Gen-Namen AMY2A , AMY2B  ; AMYP; PA
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.2.1.1 Glykosidase
Reaktionsart Hydrolyse von 1,4-α-D-Glykosidbindungen
Substrat Stärke, Glycogen und ähnliche Oligo- oder Polysaccharide
Produkte Mono-, Oligosaccharide
Vorkommen
Homologie-Familie Glykosidase
Übergeordnetes Taxon Lebewesen
Orthologe
Mensch Hausmaus
Entrez 279 11722
Ensembl ENSG00000243480 ENSMUSG00000074264
UniProt P04746 P00687
Refseq (mRNA) NM_000699 NM_001110505
Refseq (Protein) NP_000690 NP_001103975
Genlocus Chr 1: 103.62 – 103.63 Mb Chr 3: 113.56 – 113.61 Mb
PubMed-Suche 279 11722

Mit Pankreas-Amylase (Amy2, Amy-P) werden zwei Isoformen der menschlichen α-Amylase bezeichnet, demjenigen Enzym, das Polysaccharide wie Stärke in kleinere Oligosaccharide wie Maltose hydrolysiert (spaltet). Die Pankreas-Amylase wird in den Azinuszellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Verdauungstrakt ausgeschüttet. Im Normalfall gelangt nur ein kleiner Teil dieses Enzyms ins Blut. Die Gene für die beiden Isoformen heißen AMY2A und AMY2B. Die anderen drei Isoformen des Enzyms heißen Speichel-Amylase.

Katalysierte Reaktion

(n groß) ⇒

⇒ (n klein) +
+ (n klein) + …

Poly-D-Glucose wird zerkleinert bis nur noch Maltose und Maltotriose vorhanden ist. Das Enzym ist außerdem in der Lage, mit 1-6-verzweigten Zuckerketten (Amylopectin) umzugehen; die zusätzlichen Endprodukte sind Limit-Dextrine.[1][2]

Labordiagnostik

In der Labordiagnostik wird die Aktivität der Pankreas-Amylase aus Heparin-Plasma oder Blutserum bei der Abklärung von Oberbauchschmerzen, speziell zur Diagnose einer akuten Pankreatitis gemessen.

Die Bestimmung der Pankreas-Amylase bei chronischer Pankreatitis und bei Pankreastumoren ist nicht sehr sensitiv, d.h. der Wert ist oft trotz Erkrankung unterhalb des Referenzbereiches.

Präanalytik

Das Enzym benötigt Calcium für seine Funktion. EDTA-Plasma oder Citrat-Plasma sind deshalb für die Bestimmung nicht geeignet. In Vollblut ist das Enzym 4 Tage stabil, in Plasma 1 Woche. Bei −20 °C sind die Proben ein Jahr haltbar. Bei den aktuellen Testmethoden wird etwa 3 % Speichel-Amylase mitbestimmt. Diese findet man in Speichel und Schweiß mit denen das Probenmaterial auf keinen Fall verunreinigt sein darf.

Referenzbereich für Messungen bei 37 °C nach IFCC

Serum, Plasma <53 U/l

Interpretation

Bei einer akuten Pankreatitis steigt die Pankreasamylase 2-12 Stunden nach Einsetzen der Schmerzen über 150 U/l an. Die Plasmahalbwertszeit beträgt 9-18 Stunden, d.h. bereits nach 1-2 Tagen sinkt die Aktivität im Plasma wieder unter den Referenzbereich von 53 U/l.

Bemerkungen

Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Schwere der Erkrankung und der Höhe der Enzymaktivität im Plasma. Die Bestimmung ist deshalb nur für die Diagnose, nicht aber für den Verlauf oder die Prognose geeignet.

Die Masse des Enzyms beträgt nur 50 kDa. Es ist das einzige Enzym in der Labordiagnostik, das über die Niere ausgeschieden und deshalb auch im Urin bestimmt werden kann. Entsprechend findet man bei Niereninsuffizienz erhöhte Werte.

Bei bis zu drei Prozent der Bevölkerung findet man sogenannte Makroamylase, die aufgrund ihrer Größe nicht renal ausgeschieden wird und deshalb eine Erhöhung der Amylase im Plasma ohne Pankreaserkrankung bewirkt. Diese Form der Amylase ist ungefährlich, kann aber die Interpretation der Laborresultate erschweren. Eine erhöhte Pankreas-Amylase im Blut bei normaler Pankreas-Amylase im Urin deutet auf Makroamylase hin. Eine weitere Ursache ohne Krankheitswert für eine erhöhte Amylase kann das Gullo-Syndrom sein.

Bei Verwendung von Plasmaexpandern mit Hydroxyäthylstärke bilden sich ebenfalls große Komplexe aus Amylase und dem Polysaccharid was zu einer Erhöhung der Amylaseaktivität führt.

Bei Verwendung von Plasmaexpandern mit Dextran 70 kann der Test zu tiefe Resultate ergeben. In solchen Fällen muss die Lipase bestimmt werden.

Literatur

  • Neumeister, Besenthal, Liebrich: Klinikleitfaden Labordiagnostik, München/Jena, Urban&Fischer, 2003 ISBN 3-437-22231-7
  • Lothar Thomas: Labor und Diagnose, Frankfurt am Main 2005, TH-Books, ISBN 3-980-52155-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. *D'Eustachio/Nichols/reactome.org: Digestion of linear starch (amylose) by extracellular amylase
  2. *D'Eustachio/Nichols/reactome.org: Digestion of branched starch (amylopectin) by extracellular amylase
Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Gesundheitshinweise">Gesundheitshinweise</a>

Kategorien: Diagnostik | Verdauungsphysiologie | Bauchspeicheldrüse | Glykosidase | Arzneistoff

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pankreas-Amylase (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.