Palazzi (Poschiavo) - LinkFang.de





Palazzi (Poschiavo)


Die Palazzi bilden einen Strassenzug herrschaftlicher Villen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am ehemals südlichen Ortsrand von Poschiavo, Kanton Graubünden, der oft auch Spaniolenviertel genannt wird.

Besonders im 19. Jahrhundert mussten viele Puschlaver aus wirtschaftlichen Gründen auswandern.[1] Sie zogen in zahlreiche europäische Länder, nach Russland, Australien, Nord- und Südamerika, wo sie häufig als Zuckerbäcker tätig waren. Einige brachten es in diesen Ländern zu beträchtlichem Wohlstand – in Madrid, Barcelona und Porto wurden legendäre Confiserien und Restaurants von Puschlaver Familien geführt, oft unter dem Namen Suisse. Viele der heimatverbundenen Puschlaver konnten nach zehn oder zwanzig Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren. Mit Stolz stellten die Erfolgreichsten zu Hause ihren Reichtum zur Schau, indem sie am südlichen Dorfrand von Poschiavo prächtige Villen erstellen liessen.

Die Palazzi sind eine etwa 120 Meter lange Reihe von rund fünf drei- bis vierstöckigen Giebelhäusern an der Nordseite der Via di Palaz. Die bunten Fassaden der neoklassizistischen Häuser sind alle nach Süden ausgerichtet und verfügen auf der anderen Strassenseite über Gärten. Das einheitliche Bild ist dem damaligen Gemeindepräsidenten Tomaso Lardelli zu verdanken, der gemeinsam mit dem damals zufälligerweise anwesenden venezianischen Architekten Giovanni Sottovia für die Planung verantwortlich zeichnete und im Jahr 1856 das erste Haus erbauen liess. Ursprünglich hatte Lardelli eine einfache Häuserreihe geplant, die der Sottovia «ein festliches Kleid» gegeben hätte.[2] Das Villenquartier wurde bald einfach Palazzi genannt.

Literatur

  • Ludmila Seifert, Leza Dosch: Kunstführer durch Graubünden. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008; S. 353.

Weblinks

 Commons: Palazzi (Poschiavo)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Silvia Hofmann, Silke Redolfi, Ursula Jecklin: Fremde Frau: Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens im 19. und 20. Jahrhundert. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2008, ISBN 978-3-03823-069-4
  2. Ludmila Seifert-Uherkovich: Architekturrundgänge in Graubünden: Poschiavo Borgo. Bündner Heimatschutz, Chur 2003.

Kategorien: Ort im Kanton Graubünden

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzi (Poschiavo) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.