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Pagliacci


Werkdaten
Titel: Der Bajazzo
Originaltitel: Pagliacci

Originalsprache: Italienisch
Musik: Ruggero Leoncavallo
Libretto: Ruggero Leoncavallo
Uraufführung: 22. Mai 1892
Ort der Uraufführung: Teatro Dal Verme, Mailand
Spieldauer: ca. 1 ¼ Stunde
Ort und Zeit der Handlung: Montalto, (Kalabrien); Mariä Himmelfahrt, 15. August 1865
Personen
  • Nedda, Komödiantin, Frau des Canio – in der Komödie „Colombina“ (Sopran)
  • Canio, Haupt einer Komödiantentruppe – in der Komödie „Bajazzo“ (Tenor)
  • Tonio, der Tölpel, Komödiant – in der Komödie „Taddeo“ (Bariton)
  • Beppo, Komödiant – in der Komödie „Harlekin“ (Tenor)
  • Silvio, ein junger Bauer (Bariton)
  • Landleute, Gassenbuben (Chor)

Pagliacci (Der Bajazzo, wörtl.: Die Bajazzos/Clowns) ist eine veristische Oper in zwei Akten und einem Prolog von Ruggero Leoncavallo, der auch das Libretto verfasste. Die Uraufführung fand 1892 im Teatro Dal Verme in Mailand unter Arturo Toscanini statt. Pagliacci ist Leoncavallos größter Erfolg und sein einziges Werk, das noch heute Teil des Standard-Opernrepertoires ist.

Handlung

Prolog

Tonio tritt vor den geschlossenen Vorhang und heißt das Publikum mit einer Rede über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schauspiel und Realität willkommen. Im Namen des Librettisten und Komponisten bereitet er die Zuschauer auf ein besonders realitätsnahes Stück vor.

Erster Akt

Mit seiner Commedia dell’arte-Truppe zieht Canio ins Dorf und lädt die jubelnde Menge zur Abendvorstellung ein. Als die Komödianten ins Wirtshaus eingeladen werden, entschuldigt sich Tonio, er müsse noch den Esel versorgen. Die Neckereien der Bauern, er wolle wohl mit der hübschen Nedda allein bleiben, lösen bei deren eifersüchtigem Mann Canio einen Wutausbruch aus, und er verkündet, anders als auf der Bühne würde er im echten Leben Untreue mit dem Tode rächen.

Von diesen Worten tief beunruhigt bleibt Nedda, deren Gewissen gar nicht rein ist, zurück und besingt neidisch die Freiheit der Vögel. Tonio nähert sich und macht ihr Avancen, die sie spottend zurückweist. Nachdem sie ihn mit einer Peitsche in die Flucht geschlagen hat, tritt Neddas Geliebter Silvio auf, der sie überreden will, mit ihm in der Nacht zu fliehen. Tonio hat die beiden beobachtet und alarmiert Canio. Silvio kann in letzter Sekunde unerkannt fliehen. Mit dem Messer drohend, verlangt Canio von Nedda den Namen des geflohenen Geliebten, doch Beppo kommt dazwischen und kann Canio zunächst mit der Begründung, die ersten Gäste seien bereits kurz vor dem Eintreffen, zur Vernunft bringen.

Die Schauspieler gehen sich nun umziehen, und der betrogene Canio singt eine verzweifelte Arie („Vesti la giubba“ bzw. auch „Ridi, pagliaccio / Lache, Bajazzo“).

Zweiter Akt

Vor der Vorstellung sammelt Nedda das Eintrittsgeld und warnt dabei heimlich den tatsächlich anwesenden Silvio vor Canios Zorn.

Die Aufführung beginnt: Von ihrem Mann „Bajazzo“ (Canio) alleingelassen, wartet „Colombina“ (Nedda) auf ihren Geliebten „Harlekin“ (Beppo), doch „Taddeo“ (Tonio) platzt hinein und will sich ihr nähern. „Harlekin“ verjagt ihn, und die beiden Liebenden setzen sich zum Essen. Da kommt „Bajazzo“ nach Hause, und als Nedda dem fliehenden „Harlekin“ die gleichen Abschiedsworte nachruft wie am Nachmittag ihrem Silvio, verliert Canio/„Bajazzo“ die Contenance: Indem er Spiel und Ernst zu vermischen beginnt, fragt er Nedda erneut nach dem Namen seines Nebenbuhlers. Die Zuschauer sind hingerissen von dieser Intensität und applaudieren dem so real wirkenden „Spiel“. Erst als Canio der fliehenden Nedda ein Messer in den Rücken sticht und ihr letzter Seufzer „Silvio!“ erklingt, erkennt das Publikum den Ernst der Lage, doch zu spät: Auch der Geliebte wird vom rasenden Ehemann erstochen, der das Publikum mit den Worten „La commedia è finita“ („Die Komödie ist aus“) nach Hause schickt.

Aufführungspraxis

Um eine abendfüllende Aufführungsdauer zu erreichen, wird die zweiaktige Oper Pagliacci (Aufführungsdauer: ca. 1 ¼ Stunde) häufig mit der einaktigen, ebenfalls veristischen Oper Cavalleria rusticana (ca. 70 Minuten) von Pietro Mascagni verbunden, d. h. die eine Oper wird vor der Theaterpause, die andere nach der Pause gespielt.

Verfilmung

Pagliacci wurde bereits 1936 mit dem Titel Der Bajazzo unter der Regie von Karl Grune mit Richard Tauber in der Titelrolle verfilmt. 1981 wurde die Oper unter der Regie von Franco Zeffirelli mit Plácido Domingo und Teresa Stratas in den Hauptrollen nochmals verfilmt.

Moderne Bezugnahmen

Die Folge „Die Opernkarten“/„The Opera“ der Serie Seinfeld (Staffel 4) dreht sich vollständig um Pagliacci. Jerry, Kramer, Elaine und George besuchen eine Aufführung der Oper, Kramer verkauft dabei seine Karte an Elaines Freund und Jerrys Stalker „Crazy“ Joe Davola.[1]

Im Film To Rome With Love von Woody Allen inszeniert der gescheiterte Opernregisseur Jerry (gespielt von Allen) eine Aufführung von Pagliacci, in der sein neu entdeckter Star Giancarlo (gespielt von Fabio Armiliato), den Part des Canio in einer Duschkabine singend bestreitet.[2]

In der Kurzgeschichte Das schöne Gesicht (The Face of Helen) von Agatha Christie besucht der Protagonist Mr. Satterthwaite zusammen mit seinem mysteriösen Freund Harley Quin eine Aufführung von Pagliacci, um anschließend in eine ähnliche Eifersuchts-Dreiecksgeschichte verwickelt zu werden und gerade noch ein tragisches Ende zu verhindern.[3]

Literatur

  • I Pagliacci. In: Reclams Opernlexikon. Digitale Bibliothek Band 52. Philipp Reclam jun., 2001, S. 1890.

Weblinks

 Commons: Pagliacci  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. The Opera auf Seinfeld Scripts , abgerufen am 10. Juni 2015.
  2. Nathan Gelgud: Woody Allen's To Rome with Love explores that whole sad clown thing. Artikel vom 4. Juli 2012 auf Indy Week , abgerufen am 10. Juni 2015.
  3. The Face of Helen auf agathachristie.com , abgerufen am 10. Juni 2015.

Kategorien: Oper von Ruggero Leoncavallo | Oper des Verismo | Musik 1892 | Oper nach Titel | Oper aus dem 19. Jahrhundert | Oper in italienischer Sprache

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pagliacci (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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