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Paco de Lucía


Paco de Lucía (* 21. Dezember 1947 in Algeciras, Provinz Cádiz als Francisco Sánchez Gómez; † 25. Februar 2014 in Cancún, Mexiko[1]) war ein spanischer Gitarrist. Er galt als Großmeister der Flamenco-Gitarre. Er pflegte den traditionellen Flamenco und bereicherte diesen um neue Elemente, vorrangig aus Klassik und Jazz.[2] Seine Brüder Ramón de Algeciras und Pepe de Lucía waren bzw. sind ebenfalls Flamenco-Musiker.

Leben

Paco de Lucía, Sohn eines Gitarristen aus Algecira und einer Portugiesin, erhielt mit fünf Jahren von seinem Vater die erste Gitarre. Dieser brachte ihm wie auch Pacos Geschwistern die ersten Griffe auf dem Instrument bei. Später erhielt Paco Unterricht von seinem ältesten Bruder Ramón.[3] Mit etwa elf Jahren hatte Paco de Lucía seinen ersten öffentlichen Auftritt, ein Jahr später erhielt er auf dem Festival von Jerez de la Frontera einen Spezialpreis. Mit 15 Jahren nahm er als Mitglied des Ensembles von José Greco an der ersten Auslandstournee teil. Mit 17 nahm er zusammen mit Ricardo Modrega die erste Schallplatte auf und mit 20 Jahren brachte er seine erste Soloplatte heraus.

In dieser Zeit begann er seine langjährige Zusammenarbeit mit dem populären Flamencosänger Camarón de la Isla, die großen Einfluss auf das Werk und die Popularität von Paco de Lucía haben sollte. Zwischen 1969 und 1984 entstanden zwölf Produktionen der beiden.

Parallel dazu entstanden jedoch auch elf Produktionen mit dem eher traditionell orientierten Sänger Fosforito. Weitere Sänger, mit denen de Lucía auftrat: Bambino, Chato de la Isla, Enrique Montoya, Juan el de la Vara, Antonio Mairena und El Sevillano.

Seinen internationalen Durchbruch schaffte der 26-jährige de Lucía 1973 mit der Einspielung Fuente y caudal und dem Hit Entre dos aguas.

Ab 1977 unternahm er mit den Jazzgitarristen Al Di Meola und John McLaughlin zahlreiche Tourneen.[4] Sie spielten 1980 das Livealbum Friday Night in San Francisco ein, das sich weltweit über zwei Millionen Mal verkaufte. 1982 folgte das Studioalbum Passion, Grace & Fire. 1996 endete die Zusammenarbeit mit dem Studioalbum The Guitar Trio.

1983 lieferte er die Filmmusik zu Carlos Sauras Musik- und Flamenco-Film Carmen, wobei er sich in dem Film selbst darstellte.

Durch den Kontakt mit den vielseitigen Weltgitarristen bewies de Lucía seine Offenheit und Experimentierfreude, blieb jedoch nach wie vor dem Flamenco treu. In einem Interview erklärte er: „Ich habe nicht die Stile vermischt, sondern einfach mit Musikern anderer Sparten zusammengespielt.“ Er beschäftigte sich zudem mit klassischer Musik; bekannte Interpretationen sind beispielsweise Interpreta a Manuel de Falla, Doce canciones de García Lorca oder das Concierto de Aranjuez, das er im Beisein des Komponisten Joaquín Rodrigo aufnahm.

Paco de Lucía erlag am 25. Februar 2014 in Cancún einem Herzinfarkt.[1] Er hinterließ die Kinder Casilda, Lucía und Francisco aus seiner ersten sowie Antonia und Diego aus der zweiten Ehe.[5]

Wirkungsgebiet

Paco de Lucía pflegte die Flamenco-Tradition, entwickelte jedoch gleichzeitig seinen eigenen Stil. Sein perlender, harmonischer und glasklarer Gitarrenklang hat viele heutige Flamenco-Gitarristen beeinflusst. Bei der Begleitung des cante bereicherte er die Liedmelodien durch neue Akkorde auf der Gitarre.

Seine Platten aus den 1970er und 1980er Jahren mit dem vielseitigen Sänger Camarón de la Isla und mit Fosforito gelten heute als Klassiker.

Er probierte gern neue Stile aus und spielte mit Musikern anderer Richtungen zusammen. Sehr bekannt wurde die 1995 veröffentlichte, spanisch anmutende Komposition Have You Ever Really Loved A Woman von Bryan Adams aus dem Film Don Juan DeMarco, bei der de Lucía als Begleitgitarrist mitwirkte. Auch im deutschsprachigen Sektor hat er Kooperationen ausprobiert. Auf dem Album Sphinx der deutschsprachigen Künstlerin Julia Neigel ist er bei dem Lied Paradies als Solist zu hören. [6]

Auszeichnungen

Paco de Lucía wurde 2004 mit dem Prinz-von-Asturien-Preis, der alljährlich in mehreren Kategorien wie Sport, Geisteswissenschaften, Eintracht oder internationale Kommunikation vergeben wird, in der Kategorie „arte“ ausgezeichnet. In derselben Kategorie wurden auch schon Pedro Almodóvar, Woody Allen und 2007 Bob Dylan geehrt. Al Verte Las Flores Lloran mit Camarón de la Isla (1969) wurde in die Liste The Wire’s “100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)” aufgenommen.

Ehrendes Gedenken

Die dreizehn Monate nach seinem Tod eröffnete Station Paco de Lucía der Metro Madrid wurde ihm zu Ehren benannt und gestaltet.[7][8]

Diskografie

  • 1965: Dos guitarras flamencas mit Ricardo Modrego
  • 1965: Dos guitarras flamencas en stereo mit Ricardo Modrego
  • 1965: Doce canciones de García Lorca para guitarra mit Ricardo Modrego
  • 1967: Dos guitarras flamencas en America Latina mit Ramón de Algeciras
  • 1967: Canciones andaluzas para dos guitarras mit Ramón de Algeciras
  • 1967: La fabulosa guitarra de Paco de Lucía
  • 1969: Paco de Lucía y Ramón de Algeciras en Hispanoamérica
  • 1969: Fantasía flamenca
  • 1971: Recital de guitarra
  • 1971: El mundo del flamenco mit Raul und Pepe de Lucía
  • 1971: 12 éxitos para 2 guitarras flamencas mit Ricardo Mondrego und Los 7 de Andalucía
  • 1972: El duende flamenco
  • 1972: Soy grande por ser gitano mit Camarón de la Isla
  • 1973: Fuente y caudal
  • 1975: En vivo desde el teatro real, Live-Aufnahme aus dem Teatro Real
  • 1976: Almoraima, mit maurischem Einfluss und einer virtuosen Sevillana (Cobre); mit Ramón de Algeciras
  • 1978: Interpreta a Manuel de Falla
  • 1981: Entre dos aguas (Philips), Aufnahmen von 1967–1981, mit Ramón de Algeciras, eine Rumba mit Larry Coryell
  • 1981: Castro marín, Soloalbum, ein Duo mit Larry Coryell ein Trio mit John McLaughlin
  • 1980: Friday Night in San Francisco mit Al di Meola und John McLaughlin (kein Flamenco, viel Improvisation)
  • 1981: Solo quiero caminar – Paco de Lucía Sextett
  • 1983: Passion, Grace and Fire mit Al Di Meola und John McLaughlin
  • 1984: Live – One Summer Night – Paco de Lucía Sextett
  • 1987: Siroco
  • 1990: Zyryab
  • 1991: Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (Klassik, mit dem Orquesta de Cadaques unter der Leitung von Edmon Colomer)
  • 1993: Live in America – Paco de Lucía Sextett
  • 1996: The Guitar Trio mit Al Di Meola und John McLaughlin
  • 1998: Luzia
  • 2003: Por descubrir, Kompilation mit Aufnahmen von 1964 bis 1999, u.a. zu Filmen.
  • 2004: Cositas buenas
  • 2012: En vivo - Conciertos Live in Spain 2010
  • 2014: Canción Andaluza
  • 2014: La busqueda

Quellen

  1. 1,0 1,1 Ausnahme-Gitarrist Paco De Lucia verstorben. Rolling Stone, 25. Februar 2014, abgerufen am 26. Februar 2014.
  2. Ralf Dombrowski: Zum Tode von Paco de Lucía: Der Freigeist des Flamenco. In: Spiegel Online, 26. Februar 2014, abgerufen am 4. März 2014.
  3. Walter Mauritz: „Ich bin mit dem Flamenco aufgewachsen“. Ein Interview mit Paco de Lucia. In: Gitarre & Laute 3, 1981, 5, S. 22–25; hier: S. 22
  4. Jongleure am Griffbrett. Der Spiegel, 17. August 1981, abgerufen am 26. Februar 2014.
  5. Los grandes amores de Paco de Lucía. 26. Februar 2014, abgerufen am 26. Februar 2014.
  6. Jule Neigel Band – Sphinx. discogs, abgerufen am 13. August 2012.
  7. Paco de Lucía Station, number 301 in the Metro Madrid network, comes into service today | Metro de Madrid. In: www.metromadrid.es. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  8. Estación Paco de Lucía. Línea Zero, abgerufen am 29. Mai 2015.

Weblinks

 Commons: Paco de Lucía  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Paco de Lucía (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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