Pützchen-Bechlinghoven - LinkFang.de





Pützchen-Bechlinghoven


Pützchen-Bechlinghoven
Bundesstadt Bonn
Einwohner: 5107 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53229
Vorwahl: 0228

Lage des Ortsteils Pützchen-Bechlinghoven im Bonner Stadtbezirk Beuel

Pützchen-Bechlinghoven ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Beuel, der am Fuße des Ennerts liegt. Er hat rund 5100 Einwohner.

Namensherkunft

Der Name Pützchen bedeutet im Rheinländischen Dialekt „Brünnchen“ (oder „Quelle“). Er ist abgeleitet von lateinisch „Puteus“, Brunnen, oder französisch „Puits“, (im Rheinischen „Pütz“) und bezieht sich auf den Adelheidis-Brunnen, der auf ein Wunder der heiligen Adelheid zurückgehen soll. Der Sage vom Quellwunder von Pützchen nach kniete die Äbtissin des benachbarten Stiftes Vilich, Adelheid (960–1015), als eine große Dürrezeit im Rheinland herrschte, während einer Bittprozession zwischen 999 und 1005 n. Chr. auf freiem Felde nieder und bat, gestützt auf ihren Äbtissinnenstab, um göttliche Hilfe. An der Stelle, an der ihr Stab in den Erdboden stieß, entsprang eine Quelle[2]. Da dem alaunhaltigen Wasser des Brunnens besondere Heilkraft zugeschrieben wurde und von zahlreichen Wunderheilungen berichtet wurde, entwickelte sich der Ort bald zu einem beliebten Ziel für Wallfahrten, in deren Zusammenhang der jährliche Pützchens Markt seine Ursprünge hat.

Einwohnerentwicklung[3]

Jahr Einwohner
1816 260
1843 337
1871 522
1905 957
1961 2.195[4]

Geschichte

Archäologen des Landschaftsverbandes Rheinland untersuchen seit dem Jahre 2007 ein Gebiet bei Bechlinghoven, in dem sich die Reste einer merowingerzeitlichen Siedlung befinden. Auf dem 17 Hektar großen, nicht überbauten Gelände beiderseits der Bundesstraße 56 konnten bisher (2013) 94 Gebäudegrundrisse nachgewiesen und ausgegraben werden. Die Anlage gilt als eine der größten bekannten Siedlungen dieser Zeitepoche in Deutschland. Die Ausgrabungen ergaben, dass das Gelände zuvor als Übungslager vom römischen Militär genutzt wurden. Freigelegt wurden vorbildlich ausgehobene Spitzgräben, in denen sich Steinkugeln von Angriffsübungen fanden.[5]

Im 17. Jahrhundert versorgten Eremiten die Wallfahrer in der Adelheidis-Kapelle am Adelheidis-Brunnen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde dann das Karmelitenkloster St. Joseph errichtet, um dem zunehmenden Zustrom von Gläubigen gerecht zu werden. Nach der Säkularisation wurden die Klostergebäude vielfältig genutzt. Unter anderem befand sich hier ein Teil der Heilanstalt Pützchen, auf deren Gelände 1925 das Sankt-Adelheid-Gymnasium des Herz-Jesu-Klosters St. Adelheid erbaut wurde.

Freizeit

Die auf Ursprünge im Jahr 1367 zurückgehende 5-Tage-Kirmes Pützchens Markt ist die größte der Region und ein großer Publikumsmagnet für den Ortsteil. Im Sommer ist das Freibad Ennertbad eine sehr beliebte Anlaufstelle.

Bildungseinrichtungen

Es gibt in Pützchen drei Schulen: Die Marktschule (Grundschule), die Integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel (beherbergt zusätzlich noch eine Bibliothek) und das Erzbischöfliche Sankt-Adelheid-Gymnasium, eine Mädchenschule, die bis 1985 von Schwestern des Sacré-Cœur-Ordens geführt wurde.

Ein interessantes Projekt ist die „Jugendfarm“. Dies ist ein Gelände, auf dem Jugendliche unter Aufsicht von erwachsenen Betreuern leben. Es gibt Werkstätten, eine Reitmöglichkeit, die Möglichkeit, eine kleine Hütte zu bauen und vieles weitere.

Sehenswürdigkeiten

In Pützchen gibt es eine alte katholische Kirche, St. Adelheid am Pützchen[6] (erbaut 1724[7]) und eine neue evangelische Kirche, die Nommensen-Kirche.[8]

Verkehr

Pützchen-Bechlinghoven liegt an der Bahnstrecke Bonn-Beuel–Hangelar. Der Verkehr auf der Strecke ruht; lediglich zu Pützchens Markt findet Schienenverkehr statt.

Persönlichkeiten

  • Leopold Bleibtreu (* 23. März 1777 in Neuwied, † 11. September 1839 in Pützchen), Bergwerks- und Fabrikbesitzer und Gründer der Alaunhütte auf der Holtorfer Hardt
  • Isa Vermehren (* 21. April 1918 in Lübeck, † 15. Juli 2009 in Bonn), Kabarettistin, Filmschauspielerin und später Ordensschwester, leitete 1961 bis 1969 das Sankt-Adelheid-Gymnasium in Pützchen

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Pützchen-Bechlinghoven  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. bezieht sich auf den Statistischen Bezirk Pützchen/Bechlinghoven; Quelle: Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015
  2. Geschichte von Pützchens Markt
  3. Gemeindelexikon Preußen, 1871 und 1905; Übersicht … des Regierungs-Bezirks Köln, 1816 und 1843.
  4. Beiträge zur Statistik des Landes Nordrhein-Westfalen, Sonderreihe Volkszählung 1961. Heft 2 b, Düsseldorf 1963, S. 59.
  5. LVR-Grabungsteams fanden eine der größten frühmittelalterlichen Siedlungen Deutschlands bei Archäologie.online vom 4. Dezember 2013
  6. gemeinden.erzbistum-koeln.de: Pfarreiengemeinschaft am Ennert (abgerufen am 28. September 2015)
  7. general-anzeiger-bonn.de: St. Adelheid am Pützchen - Die Kirchenmaus auf dem Altar (abgerufen am 4. August 2014)
  8. Pfarrbezirk Beuel-Ost der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel (abgerufen am 7. Oktober 2015)

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pützchen-Bechlinghoven (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.