Otto-Braun-Straße - LinkFang.de





Otto-Braun-Straße


Otto-Braun-Straße
Straße in Berlin
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Prenzlauer Berg,
Friedrichshain,
Mitte
Angelegt im Mittelalter
Neugestaltet 2007
Hist. Namen Rennweg,
Bernauische Straße,
Neue Königstraße,
Hans-Beimler-Straße
Anschlussstraßen Greifswalder Straße (nördlich)
Alexanderstraße (südlich)
Querstraßen Prenzlauer Berg
/Friedenstraße,
Barnimstraße (östlich),
Mendelssohnstraße (westlich),
Mollstraße,
Wadzeckstraße (westlich)
Theanolte-Bähnisch-Straße (westlich)
Alexanderstraße (westlich),
/Karl-Marx-Allee (östlich)
Plätze Alexanderplatz
Bauwerke Haus der Statistik,
Haus des Reisens,
Königstadt-Carrée
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr, Straßenbahn
Straßengestaltung zweibahnig mit Mittelstreifen
Technische Daten
Straßenlänge 810 Meter

Die Otto-Braun-Straße in Berlin ist eine der Hauptverkehrsstraßen rund um den Alexanderplatz und Teil der Bundesstraße 2. In Verlängerung des Straßenzugs Grunerstraße/Alexanderstraße verläuft sie an der Grenze zwischen den Ortsteilen Prenzlauer Berg und Friedrichshain Richtung Nordost. An der Kreuzung der beiden Straßen Prenzlauer Berg/Am Friedrichshain geht sie in die Greifswalder Straße über, die nach Weißensee führt.

Verlauf und Lage im Stadtraum

Die Straße beginnt am östlichen Rand des Alexanderplatzes an der Kreuzung Alexanderstraße/Karl-Marx-Allee und kreuzt die Mollstraße, bevor sie unweit des Volksparks Friedrichshain an der Stelle des früheren Königstores in die Greifswalder Straße übergeht.

Die Bundesstraßen B 1, B 2 und B 5 führen über die Kreuzung aus Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße/Karl-Marx-Allee, die daher zusammen mit der nördlich davon gelegenen Kreuzung aus Otto-Braun-Straße/Mollstraße stark frequentiert ist. Die aus Richtung Brandenburger Tor gemeinsam über die Straße Unter den Linden, den Schloßplatz und die Karl-Liebknecht-Straße kommenden B 2 und B 5 werden über die Alexanderstraße am nordöstlichen Rand des Alexanderplatzes zur Kreuzung Otto-Braun-Straße/Karl-Marx-Allee geführt. Von dort führt die B 2 über Otto-Braun-Straße/Greifswalder Straße in nordöstliche Richtung. Die B 5 verläuft – zusammen mit der aus Richtung Südost über Molkenmarkt/Grunerstraße/Alexanderstraße kommenden B 1 – über die Karl-Marx-Allee zum Strausberger Platz im Osten und von dort gemeinsam weiter bis Müncheberg im Landkreis Märkisch-Oderland.

Der Verlauf aus Grunerstraße, Otto-Braun-Straße und Greifswalder Straße bildet eine der radialen Ausfallstraßen der historischen Mitte Berlins.

Dazu gehören – mit Beginn aus dem Zentrum heraus von Nordwest bis Südost – im Uhrzeigersinn:

sowie Richtung Westen über die Spree:

Die Otto-Braun-Straße liegt in drei Ortsteilen und diese gehören zu drei verschiedenen Bezirken. Der Straßenabschnitt mit den Grundstücken 65, 67, 70 und 72 südlich der Kreuzung Mollstraße liegt dabei im Bezirk Mitte. An der Kreuzung Mollstraße befindet sich die Bezirksgrenze von Mitte.[1]

In direkter Nachbarschaft zum Alexanderplatz steht das 1971 eingeweihte „Haus des Reisens“ unter der Adresse Alexanderstraße 7 (bis Juni 2006: Alexanderplatz 5). Nördlich anschließend im Karree Otto-Braun-Straße/Wadzeckstraße/Bernhard-Weiß-Straße befindet sich unter der Adresse Theanolte-Bähnisch-Straße 2 ein 4-Sterne-Hotelneubau der Kette Holiday Inn. Nördlich davon wurde 2012 auf dem vormaligen Parkplatz im Bereich Keibelstraße/Wadzeckstraße ein Gebäude mit Appartements errichtet. Das Mercure Hotel Alexanderplatz (Mollstraße 4) liegt gegenüber und weiter südlich steht auf derselben Seite das 1970 fertiggestellte „Haus der Statistik“ (Otto-Braun-Straße 70–72). Hinter der Kreuzung des Straßenzuges aus Karl-Marx-Allee und Alexanderstraße befindet sich das von 1961 bis 1964 gebaute „Haus des Lehrers“ (Alexanderstraße 9, bis Juni 2006: Alexanderplatz 4).

An der Kreuzung Mollstraße verläuft die Grenze zwischen den Bezirken Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg schräg über das Straßenland von der Westecke an der Mollstraße zur Nordostecke im Bereich der Fahrbahn zum Südrand[2] des vormaligen Platzes am Königstor.[3] Die Grundstücke an der Westseite (77–87 ungerade) liegen in Prenzlauer Berg, jene an der Ostseite (78–90 gerade) in Friedrichshain. Dort befindet sich mit dem Königstadt-Carrée (Otto-Braun-Straße 78/80, Mollstraße 30/32) eine besondere Architekturmarkante am Eingang zur Ortslage Königstadt. Neben einem Ibis Hotel sind dort auch andere Dienstleister untergebracht. An beiden Straßenseiten liegen zehngeschossige Wohnblöcke: Westseite 77/79, 81/83, 85/87 und Ostseite 82/84, 86/88. Das an der Westseite stehende 21-geschossige Hochhaus ist als Prenzlauer Berg 18 geführt. An der Ostseite schließt das 2008/2009 aus einem Wirtschaftsgebäude umgebaute 4-Sterne-Hotel Leonardo Royal auf dem Grundstück Otto-Braun-Straße 90 (Georgenkirchstraße 2) die Front moderner Gebäude ab.

Auf derselben Seite steht vor der Kreuzung mit den Straßen Prenzlauer Berg/Am Friedrichshain (vormals: Königstor) am Rand des vormaligen Königsplatzes die St. Bartholomäus-Kirche. In dem kleinen Park neben der Kirche befindet sich das Denkmal für Alexander Freiherr von Blomberg, der dort während der Befreiungskriege in einem Gefecht tödlich verwundet wurde.

Die Grundstücksnummerierung unterhalb 77 und 78 fehlt, mit der Bebauungsänderung nördlich, insbesondere nordöstlich vom Alexanderplatz und durch die breitangelegte Mollstraße waren die vorigen Katasterflächen aufgehoben. Die Nummerierung der Neuen Königstraße war in Hufeisennummerierung erfolgt. Im Adressbuch von 1943 waren auf der Westseite die Nummern 1–45 und östlich die 46–94 ausgewiesen.[4]

Geschichte

Die Straße war seit dem Mittelalter bereits eine wichtige Verbindung vom Alexanderplatz nach Norden und trug anfangs zunächst die Bezeichnung Rennweg (auch: Rönnweg). Die Rönne ist in der Jägerspräche ein Netz zum Fangen von Greifvögeln. Dieser Straßenzug führte vom Georgentor in Richtung Bernau. Im 17. Jahrhundert erhielt der Straßenzug die Bezeichnung Bernauische Straße. Vor 1784 wurde die Straße vom Bernauer Tor landwärts auch als Bernauer Straße in Karten eingetragen. Als 1809 der König nach der Napoleonischen Besetzung wieder in die Residenzstadt einzog, wurde das Bernauer Tor in Königstor und die Straße zur Königstraße. Deren äußere Teil wurde am 10. April 1810 in Neue Königstraße benannt und war die Hauptverkehrsader der Königsstadt. Die spätere Königstraße war damals eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Residenzstadt Berlin.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung der Königstadt so stark zerstört, dass man die baulichen Reste abtrug, sodass keines der Häuser der ehemaligen Neuen Königstraße mehr existiert. Während der DDR-Zeit wurden straßenbegleitende Zeilenbauten errichtet, deren Fassaden nach der politischen Wende energietechnisch modernisiert wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß der Verkehrsweg zunächst weiterhin Neue Königstraße, obwohl Namensgebungen mit Herrscherbezug an anderer Stelle schon Anfang der 1950er Jahre geändert waren. Die Umbenennung erfolgte mit dem totalen Umbau des Alexanderplatzes in den 1960er Jahren. Seit 1966 hieß sie Hans-Beimler-Straße, benannt nach dem Reichstagsabgeordneten der KPD und Kämpfer im Spanischen Bürgerkrieg Hans Beimler. Der Straßenverlauf wurde mit den Bebauungen in den Jahren 1967 bis 1972 östlich an der Königsstadt derart verschwenkt, dass sie den Alexanderplatz nur noch tangiert. In einem Straßentunnel wurde zeitgemäß der kreuzende Verkehr unterfahren, es verblieben jedoch Straßenteile zum Abbiegen. Ein Teil des ehemaligen Straßenverlaufs vor dem Berliner Landeskriminalamt, auf dem wieder die Trasse der Straßenbahn verläuft, ist noch nachvollziehbar und wurde 2011 nach dem Juristen Bernhard Weiß benannt.

Die Neubenennung in Otto-Braun-Straße erfolgte am 1. November 1995, nachdem der Berliner Senat unter Eberhard Diepgen für diesen Namen plädierte. Otto Braun war zwischen 1920 und 1932 mehrfach gewählter Ministerpräsident des Freistaates Preußen in der Zeit der Weimarer Republik.

Verkehr

Die Straße wird zwischen dem Königstor und der Wadzeckstraße von der Straßenbahn-Linie M4 befahren, zwischen der Mollstraße und der Wadzeckstraße zusätzlich von den Linien M5 und M6. Der „Mollknoten“, wie die Kreuzung Moll- /Ecke Otto-Braun-Straße auch genannt wird, ist einer der am stärksten frequentierten Punkte im Berliner Straßenbahn-Netz.

Die Straßenbreite wurde so gewählt, dass jede Fahrtrichtung in drei Fahrstreifen aufgeteilt ist. Die Breite des Straßenlandes südlich der Mollstraße beträgt 42 Meter und nördlich einschließlich Mittelstreifen zwischen den Gehwegen 47 Meter. In der Mitte dieser Straße, genau zwischen Mollstraße und Alexanderplatz, führt ein Autotunnel den Verkehr vierspurig unter dem Platz hindurch. Dadurch hat die Otto-Braun-Straße oberirdisch einen Anschluss zur Alexanderstraße, unterirdisch führt sie als Grunerstraße weiter. Die Straße besitzt im Bezirk Mitte einschließlich der Straßenbreite der Mollstraße eine Länge von 390 Metern, nördlich der Mollstraße liegen 420 Meter. Die Angaben im Straßenverzeichnis von 740 Meter geben die Länge der getrennten Fahrbahnen wieder.

Weblinks

 Commons: Otto-Braun-Straße (Berlin)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stadtplan von Berlin. Richard Schwarz, Landkartenhandlung u. Geogr. Verlag, 1946
  2. Sanwald-Plan Berlin. 1926, Verlag Karl Sanwald / Pasing vor München
  3. Platz am Königstor: Pharus Stadtplan Berlin Große Ausgabe 1954
  4. Neue Königstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1943, Teil IV., S. 435. „Prenzlauer Berg 1–13/ Rombergstraße 14–18/ Jostystraße 19a–19c/ Linienstraße 20–26/ Wadzeckstraße 27–37 (Reichsfiskus), 38-43/ Alte Schützenstraße 44/45 (geh. z. Alexanderplatz Nr. 5, 7)/ Alexanderplatz 46–51 (Grünfläche) /Georgenkirchplatz 52–60 (am Georgenkirchplatz), 61–64 (Oberfinanzdirektion), 65/66 (Hauptzollamt) /Gerlachstraße 67–76/ Gollnowstraße 77–85/ Barnimstraße 86–94/ An der Bartholomäuskirche/Platz am Königstor/ Friedenstraße“ (Die gesamte ursprüngliche Bebauung wurde mit und ohne Kriegsschäden in den 1960er Jahren verändert, wobei die Nummerierung wesentlich geändert wurde.).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Otto-Braun-Straße (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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