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Ottilie Baader


Ottilie Baader (* 30. Mai 1847 in Raake (heute: Raków, Kreis Oels im Regierungsbezirk Breslau); † 24. Juli 1925 in Berlin) war eine deutsche Frauenrechtlerin und Sozialistin. Neben Clara Zetkin gilt sie als eine der bedeutendsten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht in Deutschland.

Leben

Ottilie Baader wurde als zweites von vier Kindern geboren. Ihr Vater Gustav Baader (1812–1897) war Zuckerscheider, die Mutter Johanna Baader, die früh an Tuberkulose starb, Näherin. Ottilie wurde zunächst von ihrem Vater unterrichtet und besuchte ab der dritten Klassenstufe drei Jahre lang eine Mittelschule in Frankfurt an der Oder. Mit 13 Jahren zog Ottilie mit ihrer Familie nach Berlin und wurde dort Näherin. Sie arbeitete in einer Fabrik und später in Heimarbeit, um zum Unterhalt der Familie beizutragen.

Zunächst war sie Mitglied im bürgerlich ausgerichteten Arbeiterinnenverein von Lina Morgenstern. Durch die Lektüre des „Kapitals“ von Karl Marx sowie von August BebelsDie Frau und der Sozialismus“ kam sie zur Sozialdemokratie. 1866 beteiligte sie sich am Kampf der Berliner Mantelnäherinnen gegen eine drohende Erhöhung der Nähgarnzölle, 1870/71 erreichte sie gemeinsam mit 50 streikbereiten Nähmaschinennäherinnen in der Berliner Kragen- und Manschettenfabrik, dass die vorgesehene Halbierung der Löhne zurückgenommen wurde.[1]

Der Besuch eines Gottesdienstes unter der Leitung von Georg Wilhelm Schulze trug dazu bei, dass Ottilie Baader mit ihrem Vater 1877 aus der Landeskirche austrat und sich der Freien Gemeinde anschloss.[2]

Bis zum Jahr 1908 durften Frauen sich nach dem preußischen Vereinsgesetz nicht politisch organisieren. Deshalb erfanden Sozialdemokratinnen die weibliche "Vertrauensperson", die parteipolitisch aktiv, aber - als Einzelperson - keine Organisation war, die man hätte verbieten oder auflösen können. Ab 1894 war Ottilie Baader Vertrauensperson in Berlin, von 1900 bis 1908 "Zentralvertrauensperson der Genossinnen Deutschlands". Ottilie Baader war eine der ersten hauptamtlichen Funktionärinnen der SPD. Sie richtete das Frauenbüro der SPD mit ein und arbeitete dort zunächst vier Jahre lang ehrenamtlich. Erst 1904 zahlte die SPD ihr ein Gehalt.

Als Zentralvertrauensperson war Baader führend am Aufbau einer sozialistischen Frauenbewegung beteiligt. Auf zahlreichen nationalen und internationalen Versammlungen und Konferenzen forderte sie die Einführung des Frauenstimmrechts, engagierte sich für den Frauen- und Kinderschutz und plädierte für eine bessere Arbeiterinnenbildung. Sie schrieb regelmäßig für die Zeitschrift Die Gleichheit. Ihre Memoiren „Ein steiniger Weg“ wurden 1921 veröffentlicht und 1979 letztmals verlegt.

Baader heiratete 1911 den sozialdemokratischen Gastwirt August Dietrichs aus Oranienburg. Am 24. Juli 1925 starb sie im Weddinger Rudolf-Virchow-Krankenhaus und wurde auf dem Friedhof Gerichtsstraße beigesetzt.

In Berlin-Rudow wurde 1996 ein Platz nach ihr benannt.

Schriften

  • Frauen und Mädchen des werktätigen Volkes! Was habt Ihr bei der diesmaligen Reichstagswahl zu tun? Berlin 1906
  • Ein steiniger Weg: Lebenserinnerungen einer Sozialistin. J. H. W. Dietz, Stuttgart 1921
    • Ein steiniger Weg: Lebenserinnerungen einer Sozialistin. J. H. W. Dietz, Berlin 1931
    • Ein steiniger Weg. Lebenserinnerungen einer Sozialistin. Mit einer Einleitung von Marie Juchacz 3. Aufl. J. H. W. Dietz Nachf., Berlin, Bonn 1979 ISBN 3-8012-0039-6)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://archiv.spd-berlin.de/geschichte/personen/a-k/baader-ottilie/
  2. Roswitha Freude: Ottilie Baader - ein biographischer Beitrag zur Geschichte der deutschen Frauenbewegung, 1985 (pdf), S. 16


Kategorien: Gestorben 1925 | Geboren 1847 | SPD-Mitglied | Frauenrechtler | Deutscher | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ottilie Baader (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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