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Otterfing


Dieser Artikel beschreibt die oberbayerische Gemeinde Otterfing. Zum gleichnamigen Ortsteil der oberösterreichischen Gemeinde Feldkirchen bei Mattighofen siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: MiesbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 675 m ü. NHN
Fläche: 21,16 km²
Einwohner: 4699 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83624
Vorwahl: 08024
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 127
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Münchner Straße 13
83624 Otterfing
Webpräsenz: www.otterfing.de
Bürgermeister: Jakob Eglseder (CSU)
}

Otterfing ist die nördlichste Gemeinde des oberbayerischen Landkreises Miesbach und liegt im südlichen Einzugsbereich Münchens.

Geographie

Geografische Lage und Gemeindegebiet

Otterfing liegt auf Endmoränenhügeln der letzten Eiszeit im Voralpenland mit Blick auf das Mangfallgebirge. Die Ortschaft Otterfing befindet sich inmitten von Oberbayern an der Bundesstraße 13 nur 4 km nördlich von Holzkirchen direkt an der südlichen Grenze des Landkreises München. Im Norden begrenzt der Hofoldinger Forst das Gemeindegebiet. Nach der Auflösung dieses Waldgebiets als gemeindefreien Gebiets wurden Teile davon zum 1. Januar 2011 Otterfing zugeschlagen.[2]

In die Landeshauptstadt München sind es 30 km, zur Kreisstadt Miesbach 23 km, nach Wolfratshausen 21 km, nach Bad Tölz 22 km und nach Rosenheim 37 km.

Nachbargemeinden

Sauerlach, Aying (beide Landkreis München), Holzkirchen (Landkreis Miesbach) und Dietramszell (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen).

Geschichte

Archäologische Funde belegen die Besiedlung schon in der Keltenzeit. 1942 wurde bei Ausschachtungsarbeiten nahe dem Bahnhof das Körpergrab einer Frau aus der spätrömischen Zeit (ca. 350 bis 355 n. Chr.) entdeckt. Neben anderen Grabbeigaben wurde aus 1,30 Meter Tiefe auch eine Münze aus der Regierungszeit von Constantius II. geborgen.

Urkundlich wurde Otterfing erstmals 1003 in einem Traditionsbuch des Klosters Tegernsee als „Otolvinga“ erwähnt. Nach vielen verschiedenen Schreibweisen wird der Ort bereits 1568 in den Bairischen Landtafeln des Philipp Apian als Otterfing bezeichnet.

Eine selbstständige politische Gemeinde ist Otterfing seit den Verwaltungsreformen in Bayern von 1818.

Bis 1. Juli 1972 gehörte Otterfing zum damaligen Landkreis Wolfratshausen. Als dieser mit dem Landkreis Bad Tölz zusammengelegt wurde, schloss sich Otterfing dem Landkreis Miesbach an.

Ortsteile

Neben Otterfing selbst gibt es fünf Ortsteile:

  • Bergham, ca. 0,5 km westlich der Ortsmitte
  • Heigenkam, ca. 2,4 km nordwestlich
  • Holzham, ca. 0,7 km südöstlich
  • Palnkam, ca. 1,6 km südwestlich vom Ortszentrum und 1 km westlich der Bundesstraße 13
  • Wettlkam, ca. 2,2 km nordwestlich

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1818 435, 1875 dann 629 und im Jahr 1945 768 Einwohner gezählt. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen des Zweiten Weltkriegs verdoppelte sich die Zahl 1950 annähernd auf 1.492. Als Haltepunkt der Münchner S-Bahn erfolgte eine rasante Entwicklung: 1975 2.489 und im Jahr 2000 dann 4.122 Einwohner. Ende 2009 zählte man 4.422 Bürger. Mitte 2015 waren es 4.664.

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,3 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis[3]:

  CSU     6 Sitze  (36,6 %)
  SPD 4 Sitze (23,5 %)
  Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze (22,5 %)
  GRÜNE 3 Sitze (17,4 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen

Otterfing führt erst seit 1972 ein eigenes Gemeindewappen.

Es zeigt auf blauem Hintergrund oben die drei goldenen Kronen des Klosters Tegernsee. In der Mitte sind zwei silberne Steinböcke aus dem Wappen derer von Kurz von Senftenau zu sehen, denen das Grafengeschlechts von Valley entstammt. Tegernsee und Valley waren bis zur Gemeindebildung 1818 bedeutende Grundbesitzer am Ort.

Der goldfarbene Bogen unten symbolisiert den Teufelsgraben, ein Trockental südlich von Otterfing, in dem einst die Schmelzwasser des Isar-Loisach-Gletschers abflossen.

Verkehr

Otterfing liegt an der Bahnstrecke München–Holzkirchen und ist direkt an die Münchner S-Bahn Linie S3 angeschlossen, die alle 20 bzw. 40 Minuten in Richtung München und Holzkirchen verkehrt. Die Bayerische Oberlandbahn bedient Otterfing untergeordnet zu den Hauptverkehrszeiten.

Durch den Ort führt in Nord-/Südrichtung die Bundesstraße 13. Die Bundesautobahn 8 ist drei Kilometer östlich vom Ortsmittelpunkt entfernt; die nächste Anschlussstelle Sauerlach im Norden ist in zehn und Holzkirchen im Süden in acht Kilometern zu erreichen.

Religionen

Etwa 59 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 14 % evangelisch; ca. 27 % gehören keiner oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.

Pfarrkirche und Wahrzeichen Otterfings ist St. Georg. Filialkirchen haben die Ortsteile Bergham (St. Valentin) und Wettlkam (Heilig Kreuz).

Die Evangelisch-methodistische Kirche verfügt in Otterfing über ein Gottesdienstzentrum.

Zwei Versammlungen (Gemeinden) der Zeugen Jehovas teilen sich den in Otterfing gelegenen Gemeindesaal (sog. Königreichssaal).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Otterfing

Vereine

  • Burschenverein Otterfing
  • Eisenbahnfreunde München Südost e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Otterfing
  • Gartenbauverein
  • Gebirgstrachten-Erhaltungsverein „D' Teufelsgraber“.
  • Imkerverein
  • Veteranen- und Kriegerverein Otterfing-Baiernrain

Musik

  • Musikverein Otterfing

Sport

  • Club de Budo
  • Reitclub Wettlkam
  • Reit- und Voltigierfreunde Oberland
  • Schützengesellschaft Otterfing
  • Turn- und Sportverein Otterfing
  • DAV-Sektion Otterfing

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Faschingsball Tanz auf dem Vesuv, seit 1980 am Faschingssamstag
  • Faschingszug am Faschingsdienstag
  • Otterfinger Dorffest, seit 2004, drei Tage Ende Juli/Anfang August
  • Otterfinger Challenge-Cup, seit 2002, bestbesetztes U-13-Fußballturnier Süddeutschlands[4]
  • Südtiroler Weinfest, seit 1978 drei Tage am ersten Septemberwochenende
  • Christkindlmarkt am vierten Adventssonntag

Greifvogelstation

Seit 1987 betreibt Alfred Aigner eine Auffangstation für Greifvögel aus der weiteren Umgebung. 2012 konnte die Station in einem Neubau zwischen Otterfing und dem Ortsteil Wettlkam erweitern.[5]

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

Kindergärten

  • Haus für Kinder, Gemeindekindergarten
  • Montessori Kindergarten und Kinderkrippe
  • Katholischer Kindergarten St. Georg

Schulen

  • Grundschule Otterfing

Schülermittagsbetreuung

  • Schwalbennest e.V.
  • Rappelkiste e.V.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Anna Rambeck (1920–2002), Lehrerin in Otterfing von 1942 bis 1975
  • Walter Ullmann (1926–2012), Gemeinderat von 1972 bis 1995, sowie 1947 Gründer des VdK-Ortsvereins und von 1947 bis 2006 dessen Vorsitzender [6]

Persönlichkeiten, die in Otterfing wohnen

Literatur

  • Eduard Moser: Ein oberbayerisches Bauerndorf im Holzlande – Otterfing bei Holzkirchen (Oberbayern), Heimatbücherverlag Müller & Königer, München, 1925
  • Gemeinde Otterfing (Herausgeberin): Otterfing – Heimatbuch, Band 1, 2005

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Eingemeindung des Hofoldinger Forsts bringt viele Vorteile in: Münchner Merkur-Online vom 28. Januar 2011
  3. Münchner Wochenanzeiger, abgerufen am 24. März 2014
  4. Otterfinger Challenge-Cup
  5. Greifvogelstation soll Faszination wecken im Münchner Merkur
  6. Traueranzeige Walter Ullmann. Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co.KG, 9. Juli 2012, abgerufen am 15. Mai 2016.

Weblinks

 Commons: Otterfing  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Miesbach | Otterfing | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Otterfing (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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