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Othmar Karas


Othmar Karas (* 24. Dezember 1957 in Ybbs an der Donau) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP) und war von 2012 bis 2014 einer der Vizepräsidenten des europäischen Parlaments.

Ausbildung

Karas erhielt 1996 an der Universität Wien die Sponsion zum Magister phil. an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät (Hauptfach: Politikwissenschaft), 1997 dazu an der Hochschule St. Gallen die Sponsion zum MBL im Bereich Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht.

Er wurde Mitglied der katholischen Verbindungen K.Ö.St.V. Ötscherland Scheibbs im MKV, der K.Ö.H.V. Sängerschaft Waltharia Wien im ÖCV und Mitbegründer der K.A.V. Merkenstein Wien im EKV.

Politische Laufbahn

Karas besuchte das Bundesoberstufenrealgymnasium Scheibbs[1] und begann seine politische Karriere 1976 als Bundesobmann der Union Höherer Schüler (heute: Schülerunion). Danach wurde er 1979 bis 1981 Politischer Referent der ÖVP. Von 1980 bzw. 1990 war er stellvertretender Vorsitzender des Österreichischen Bundesjugendrings (heute: Bundesjugendvertretung) sowie Bundesobmann der Jungen ÖVP, Mitglied des Bundesparteivorstandes und Vizepräsident der Jungen Europäischen Christdemokraten (heute: YEPP). Von 1983 bis 1990 war Karas Abgeordneter zum Nationalrat. Im Vorfeld der Besetzung der Hainburger Au 1984 war Karas einer der Teilnehmer der Pressekonferenz der Tiere und trat dabei als „Kormoran“ auf.

Beruflich war er von 1981 bis 1995 als Angestellter im Banken- und Versicherungsbereich, zuletzt Generalsekretär-Stv. der Bundesländer-Versicherung (heute: UNIQA Versicherungen AG) tätig. Danach wurde er bis 1999 Generalsekretär der ÖVP und Mitglied des Bundesparteivorstandes.

Seit 1999 Abgeordneter zum Europäischen Parlament wurde er 2012 Vizepräsident des Europäischen Parlaments, von 2004 bis 2011 Vizepräsident und Schatzmeister der EVP-Fraktion, und war von 2006 bis 2009 und ist seit 2011 Leiter der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament.

Seit 1998 ist er Präsident des Hilfswerks Österreich. Im Jänner 2012 wurde er als einer der 14 Vizepräsidenten des Europaparlaments gewählt und war zu diesem Zeitpunkt der ranghöchste Österreicher in diesem Parlament.[2]

Europäisches Parlament

Seit 1999 ist Karas Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort war er von 1999 bis 2004 Präsidiumsmitglied und Schatzmeister der EVP-ED-Fraktion, in der er von 2002 bis 2004 als Wirtschaftssprecher und anschließend bis 2007 als Vizepräsident und Schatzmeister fungierte, dann als erster Vizepräsident und Schatzmeister. Bis 2009 war er weiters Klubobmann des ÖVP-Europaklubs und ist Mitglied des ÖVP-Bundesparteivorstandes. Bei der Europawahl 2009 wurde Ernst Strasser Othmar Karas als Spitzenkandidaten vorgezogen[3]. Karas gewann bei der Wahl zwar den Vorzugsstimmenwahlkampf klar, wurde aber trotzdem nicht Delegationsleiter[4].

Erst am 5. April 2011 wurde Othmar Karas Nachfolger von Ernst Strasser, der wegen der Lobbying-Affaire von seinem Amt im Europäischen Parlament zurücktrat. Karas ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung und im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, Gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik sowie Stellvertreter im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments. Weiters ist er Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu Kanada sowie Stellvertreter für die Beziehungen zu Japan. Karas ist Berichterstatter der folgenden Berichte:

  • Stärkung des EU-Statistikamts Eurostat
  • Basel II und die Überarbeitung der Richtlinie zur Eigenkapitalforderungen
  • Zentralorganisation zugeordneter Banken, bestimmter Eigenmittelbestandteile, Großkredite, Aufsichtsregelungen und Krisenmanagement.

Bei der Europawahl 2014 ging Karas das erste Mal als Spitzenkandidat der ÖVP in den Wahlkampf. Bemerkenswert ist, dass Karas mit seinem Personen-Komitee "Wir für Karas" bei diesem Wahlkampf auf Wahlplakaten und Web-Auftritt auf das ÖVP-Partei-Logo weitestgehend verzichtet[5].

Sonstige Tätigkeiten

Weiters übt er die Ämter als Präsident des Österreichischen Hilfswerks, des Robert-Schuman-Instituts Budapest sowie als Vizepräsident des Hilfswerks Austria International und der Robert-Schuman-Stiftung aus. Er ist Initiator und Sprecher des überparteilichen Bürgerforums Europa 2020 und Vorstandsmitglied der Dr.-Kurt-Waldheim-Stiftung. Karas ist ebenfalls Universitätslektor an der Universität Wien (Institut für Politikwissenschaften).

Familie

Karas ist seit 1987 mit der Juristin und Künstlerin Christa Karas-Waldheim, einer Tochter des verstorbenen Altbundespräsidenten Kurt Waldheim, verheiratet und hat einen Sohn.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Ernst Bezemek, Michael Dippelreiter: Politische Eliten in Niederösterreich - Ein biographisches Handbuch 1921 bis zur Gegenwart, 2011, ISBN 978-3-205-78586-6, S. 158 [1]
  2. EU-Parlament: Karas nun Vizepräsident. ORF, 18. Januar 2012, abgerufen am 5. Mai 2014.
  3. Strasser statt Karas: EU-Ticket für Exminister. DiePresse.com, 26. März 2009, abgerufen am 5. Mai 2014.
  4. Othmar Karas: Der Anti-Strasser. DiePresse.com, 20. März 2011, abgerufen am 5. Mai 2014.
  5. Wahlkampf: Karas eröffnet den Dreikampf. Kurier (Tageszeitung), 25. April 2014, abgerufen am 5. Mai 2014.
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952. Österreichisches Parlament, 25. April 2014, S. 1544, abgerufen am 5. Mai 2014 (PDF (6,9 MB)).

Weblinks

 Commons: Othmar Karas  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Korporierter im MKV | Generalsekretär der ÖVP | MdEP für Österreich | Absolvent der Universität Wien | Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich | Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich) | Geboren 1957 | ÖVP-Mitglied | Österreicher | Mann | Korporierter im CV

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Othmar Karas (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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