Ostsee-Zeitung - LinkFang.de





Ostsee-Zeitung


Ostsee-Zeitung
Beschreibung Tageszeitung in Mecklenburg-Vorpommern
Verlag Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG
Erstausgabe 15. August 1952
Erscheinungsweise täglich von Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016, Mo–Sa)
131.970 Exemplare
Chefredakteur Andreas Ebel
Herausgeber Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG
Weblink www.ostsee-zeitung.de
ZDB 1429431-x

Die Ostsee-Zeitung ist eine regionale Tageszeitung in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird überwiegend im Küstenbereich des Bundeslandes vertrieben.

Das traditionelle Verbreitungsgebiet der Ostsee-Zeitung ist nahezu identisch mit dem früheren Bezirk Rostock der DDR, der sich über die gesamte Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns erstreckte. Sitz des Verlages ist die Hansestadt Rostock.

Die Ostsee-Zeitung ist ein Tochterunternehmen der Lübecker Nachrichten. Seit 31. Dezember 2009 wird das Unternehmen direkt als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Verlagsgesellschaft Madsack in dessen Unternehmensbilanz geführt.

Im Jahr 2004 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 58,2 Millionen Euro. Die verkaufte Auflage beträgt 131.970 Exemplare, ein Minus von 33,7 Prozent seit 1998.[1] Die Zeitung erscheint im Rheinischen Format.

Geschichte

Unter der Bezeichnung Ostseezeitung gab es bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere aufeinander folgende Zeitungen in der pommerschen Provinzhauptstadt Stettin. Die erste war die von 1848 bis 1905 erschienene Ostsee-Zeitung und Börsen-Nachrichten der Ostsee, die wiederum aus den seit 1835 vom Verlag Hessenland Stettin herausgegebenen Börsen-Nachrichten der Ostsee hervorgegangen war. Der Nachfolger ab 1905 bis 1922 hieß dann Ostsee-Zeitung und Neue Stettiner Zeitung und wurde wieder in Stettin gedruckt, wohingegen der Vorgänger von 1848 bis 1905 in einem Berliner Druckhaus erschien. Von 1922 bis 1928 hieß die Zeitung Ostseezeitung und ging in den Jahren 1928/29 mit der Stettiner Abendpost zusammen. Nachfolger dieser Zeitung wurde ab 1933 bis 1939 der Stettiner Generalanzeiger, aus dem ab 1939 bis zum Kriegsende 1945 die Ostseezeitung – Stettiner Generalanzeiger hervorging.

Am 19. September 1893 erschien in Wismar die erste Ausgabe der Mecklenburgischen Ostsee-Zeitung. mit dem Untertitel „Neues Wismarsches Tageblatt.“ und einer Auflage von 5000 Exemplaren. Als Redaktion und Verlag werden in dieser Erstausgabe „Willgeroth & Menzel“ genannt.

Soweit bekannt, wurde ein Teil der Stettiner Druckerei 1945 nach Greifswald verlagert. Bei der Bildung des Bezirkes Rostock, der auch den Beinamen „Ostseebezirk“ trug, erhielt das neugeschaffene Publikationsorgan („Zentralorgan“) der SED-Bezirksleitung Rostock den Namen Ostsee-Zeitung. Sie erschien zum ersten Mal am 15. August 1952.[2] Die Ostsee-Zeitung war mit einer Auflage von 260.400 Exemplaren die auflagenstärkste Tageszeitung im Norden der DDR.

Nach dem Mauerfall 1989 sagte sich die Belegschaft der Ostsee-Zeitung in einem basisdemokratischen Prozess von ihrem Herausgeber, der SED-Bezirksleitung Rostock, los. Die Belegschaft wählte außerdem aus ihren Reihen eine Verlagsleitung mit Walter Block, später Geschäftsführer, an der Spitze sowie einen Redaktionsrat mit Gerhard Spilker als Chefredakteur. Die Belegschaft beauftragte im Januar 1990 die neue Führungsebene, Gespräche mit den Lübecker Nachrichten über einen etwaigen Kauf der Ostsee-Zeitung durch die Lübecker Nachrichten aufzunehmen. 1991 kaufte die Lübecker Nachrichten GmbH die Ostsee-Zeitung. Fünfzig Prozent der Anteile gaben die Lübecker Nachrichten zeitnah an die Axel Springer AG ab.

Auch nachdem sich die Zeitung von ihrem Herausgeber losgesagt hatte und nach dem Verkauf der Tageszeitung durch die Treuhandanstalt als unabhängige Tageszeitung agierte, behielt sie ihren regionalbezogenen Titel. Seit 1990 führt sie im Untertitel die Bezeichnung: „Die Unabhängige für Mecklenburg-Vorpommern“.

Seit Dezember 2006 ist Thomas Ehlers gleichzeitig Geschäftsführer des Verlages der Ostsee-Zeitung sowie der Lübecker Nachrichten. Ehlers leitete durch Personalentscheidungen und Harmonisierung beider technischer Produktionssysteme die Annäherung beider Verlage ein.

Bis Februar 2009 war die Ostsee-Zeitung je zur Hälfte im Besitz der Axel Springer AG und der Lübecker Nachrichten, an denen die Axel Springer AG mit 49 Prozent ebenfalls beteiligt war. Die Axel Springer AG übereignete ihren Anteil an der Ostsee-Zeitung, den sie bis dahin direkt hielt, im Februar 2009 der Lübecker Nachrichten GmbH und verkaufte ihre Beteiligung an beiden Zeitungen zeitnah an die Verlagsgesellschaft Madsack mit Hauptsitz in Hannover. Seitdem hält Madsack an beiden Tageszeitungen Mehrheitsanteile in Höhe von jeweils 68,74 Prozent.[3][4][5][6]

Auflage

Die Ostsee-Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 33,7 Prozent gesunken.[7] Sie beträgt gegenwärtig 131.970 Exemplare.[8] Das entspricht einem Rückgang von 67.160 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88,7 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[9] <timeline> ImageSize = width:350 height:286.66666666667 PlotArea = left:50 bottom:20 width:300 height:266.66666666667 TimeAxis = orientation:horizontal AlignBars = early Colors =

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Verbreitung und Wettbewerb

Die Ostsee-Zeitung erscheint im Küstenbereich Mecklenburg-Vorpommerns. Zusammen mit der Schweriner Volkszeitung und dem Nordkurier aus Neubrandenburg ist das gesamte Land lokal nach den alten drei Bezirken der Zeit der Privatisierung durch die Treuhandanstalt aufgeteilt und abgedeckt. Im Hause der Ostsee-Zeitung erscheinen folgende Lokalausgaben:

Ausgabe Aktuelle Auflage[10] Auflage 2007[11]
Rostock 43.375 50.924
Wismar 14.341 17.820
Stralsund 14.327 17.675
Rügen 12.745 17.028
Greifswald 13.478 16.267
Ribnitz-Damgarten 11.205 14.527
Usedom-Peene 10.303 12.688
Bad Doberan 9183 10.838
Grevesmühlen 7621 9.305
Grimmen 4575 5.609

Im Landkreis Nordwestmecklenburg stand die Ostsee-Zeitung bis Ende 2008 in direktem Wettbewerb zum früheren Haupttitel der eigenen Gesellschafterin Lübecker Nachrichten. Beide Zeitungen hatten in Grevesmühlen eine Lokalredaktion. Diese wurden am 1. Januar 2009 durch eine gemeinsame Redaktion, die die Lokalseiten für beide Titel produziert, abgelöst.

Im November 2007 kündigte das Unternehmen an, die Redaktion sowie weitere Unternehmensbereiche ausgliedern und in gemeinsamen Tochterunternehmen mit den Lübecker Nachrichten ansiedeln zu wollen, um über eine gemeinsame Mantelredaktion den Unternehmen Rationalisierungseffekte zu verschaffen.[12] Entsprechende Befürchtungen hatte der Betriebsrat bereits zuvor geäußert und die weitere Eigenständigkeit der Zeitung gefordert.[13] Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und der DGB unterstützten dieses Anliegen ebenso wie die Teilnehmer des Journalistentages der Deutschen Journalisten-Union 2007 in Berlin.[14]

Zum 30. April 2008 verließ Manfred von Thien die Ostsee-Zeitung als Chefredakteur. Er hatte diese Funktion seit 2006 innegehabt. Die Nachfolge von Thiens trat 2008 Jan Emendörfer an, der bis dahin stellvertretender Chefredakteur gewesen war.

Manfred von Thien leitete die Redaktions-Service-Gesellschaft GmbH & Co. KG (RSG), ein gemeinsames Tochterunternehmen der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten, das seinen Sitz in Lübeck hat. In die RSG wechselten zum 1. Juli 2008 sowohl Redakteure der Lübecker-Nachrichten-Redaktion als auch der Ostsee-Zeitung. Die Redaktions-Service-Gesellschaft produziert Mantel- und Service-Seiten für die Lübecker Nachrichten und die Ostsee-Zeitung. Von Thiens Nachfolge als kommissarischer Leiter der RSG übernahm im März 2011 Gerald Goetsch, Chefredakteur der Lübecker Nachrichten, nach von Thiens Wechsel als Beauftragter des Verlegers der Mediengruppe Madsack.

Jan Emendörfer wechselte zum 1. April 2012 als Chefredakteur zur Leipziger Volkszeitung, Chefredakteur wurde Andreas Ebel, der seit 1993 bei der Zeitung arbeitet und seit 2002 die Lokalredaktion Rostock leitete.[15][16]

Zeitung in der Schule

Zusammen mit dem IZOP-Institut bietet die Ostsee-Zeitung regelmäßig das pädagogische Projekt Zeitung in der Schule (ZiSch) zur Leseförderung von Schülern an. Ein Leitmotto hierbei lautet „Wer lesen kann, lernt leichter“. Die Schüler sollen über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen die gesamte Arbeit des Pressehauses – von der Redaktion bis hin zum Vertrieb – kennenlernen.

Weblinks

 Commons: Ostsee-Zeitung  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu )
  2. Ostsee-Zeitung, 15. August 2012
  3. Mitteilung der Axel Springer AG vom 4. Februar 2009
  4. red: Ostsee-Zeitung wird LN-Tochter, Springer verkauft Anteile an Regionalzeitungen. In: Lübecker Nachrichten, 5. Februar 2009, S. 10
  5. Madsack kauft Springer-Zeitungen. In: Manager Magazin, 5. Februar 2009; abgerufen am 15. Dezember 2013
  6. Madsack-Verlagsseite. abgerufen am 15. Dezember 2013
  7. laut IVW, (Details auf ivw.eu )
  8. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
  9. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu )
  10. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details auf ivw.eu )
  11. laut IVW, drittes Quartal 2007, Mo–Sa (Details auf ivw.eu )
  12. HL-Live: Ausgliederung von Redaktion und anderen Unternehmensbereichen , abgerufen am 22. November 2007
  13. Der Betriebsrat fordert: Die Eigenständigkeit muss gewahrt werden
  14. Journalistentag 2007 in Berlin
  15. Jan Emendörfer wird Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung In: Leipziger Volkszeitung online vom 16. Dezember 2011
  16. Impressum ostsee-zeitung.de Abgerufen am 16. Juli 2012


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