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Ostercappeln


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: OsnabrückVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 100,18 km²
Einwohner: 9491 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49179
Vorwahlen: 05473, 05476 (Venne)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 029
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gildebrede 1
49179 Ostercappeln
Webpräsenz: www.ostercappeln.de
Bürgermeister: Rainer Ellermann (CDU)
}

Ostercappeln ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Geografie

Geografische Lage

Ostercappeln liegt im Natur- und Geopark TERRA.vita am Übergang vom Nordhang des Wiehengebirges im südlichen Gemeindeteil Ostercappeln zu weiten Moorflächen im Norden des Gemeindegebiets. Der Mittellandkanal durchquert die nördlichen Gemeindeteile Venne und Schwagstorf.

Geologie

Das vielfältige Landschaftsbild wird vom Wiehengebirge, Venner Moor und den Feldern, Wiesen und Mischwäldern der Geestlandschaft geprägt.

Nachbargemeinden

Ostercappeln grenzt im Osten an Bohmte und Bad Essen, im Süden an Bissendorf, im Westen an Belm und Bramsche sowie im Norden an Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta).

Gemeindegliederung

Gemeindeteile und Einwohnerzahlen:

  • Ostercappeln (ca. 5.000) – Sitz der Gemeindeverwaltung
  • Schwagstorf (ca. 2.000)
  • Venne (ca. 3.000)

Geschichte

Das Gemeindegebiet war schon in der Frühzeit besiedelt. Vor 5000 Jahren wurden zwischen Wiehengebirge und Moor zahlreiche Hünengräber errichtet, darunter die Darpvenner Steine sowie die Driehauser Steine an der Straße der Megalithkultur.

Bei der Schnippenburg im Ortsteil Schwagstorf befand sich während der Eisenzeit eine Befestigungsanlage. Neuere Forschungen bestätigten eine Nutzung der Anlage im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr., die durch Ausgrabungen ermittelte genaue Bauzeit liegt in den Jahren 278 bis 268 v. Chr. Die Befestigungsanlage wurde noch vor ihrem natürlichen Verfall aus bisher unbekannten Gründen vollständig eingeäschert. Zahlreiche Funde belegen die Bedeutung der Anlage, in deren Umfeld Eisen produziert und weiterverarbeitet wurde. Die Befestigungsanlage ist als Zentrum eines größeren Siedlungsgebietes anzusehen. Verschiedene Hinweise deuten an, dass die Schnippenburg nicht nur als Siedlungs- und Handelsplatz genutzt wurde, sondern auch Ort kultischer Handlungen war. Darauf weist ein Areal mit Opfergruben hin, die im Zuge des Ausgrabungsprojektes Schnippenburg freigelegt wurden. Die Forschungsergebnisse werden seit 2007 im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert.[2]

Zwischen Bramsche und Ostercappeln liegt der wahrscheinliche Ort der für die europäische Geschichte bedeutenden Varusschlacht, in der germanische Truppen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius drei römische Legionen vernichtend schlugen.

Der Ortsteil Venne wurde im Jahre 1074, Schwagstorf in 1090 und Ostercappeln in 1198 erstmals urkundlich erwähnt.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Ostercappeln durch den Zusammenschluss der Gemeinden der Samtgemeinde Ostercappeln (Gemeinden Haaren, Hitz-Jöstinghausen, Nordhausen und Ostercappeln) und der Samtgemeinde Venne (Gemeinden Broxten, Niewedde und Vorwalde) sowie der Gemeinde Schwagstorf neu gebildet. Am 1. Juli 1975 kam ein Gebietsteil der Nachbargemeinde Bohmte mit damals etwa 100 Einwohnern hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Ostercappeln im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [4] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden. Es gilt der Gebietsstand am 1. Juli 1975.[3]

Jahr Einwohner
1961 6.963
1970 7.154
1987 7.805
1990 8.099
1995 8.996
2000 9.254
2005 9.671
2010 9.505
2011 9.502

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Ostercappeln besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[5] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Rainer Ellermann (CDU).

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Ostercappeln: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP Wählerge-
meinschaften
DIE LINKE Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  %  %  %  %  %  %  %  %
1996–2001 53,9 13 31,5 8 7,0 1 7,6 1 100 23 69,4
2001–2006 54,1 14 36,9 10 3,4 0 3,3 0 2,3 0 100 24 64,8
2006–2011 56,0 14 38,7 9 5,3 1 100 24 56,6
2011–2016 49,47 12 33,81 8 12,82 3 1,67 0 2,24 1 100 24 55,83
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[6], Landkreis Osnabrück[7][8].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Ostercappeln ist Rainer Ellermann (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber mit 63,5 % der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Johannes Klecker (SPD) erhielt 36,5 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,5 %.[9] Ellermann trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Ostercappeln zeigt einen schwarze Ring, der an den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens und an das Osnabrücker Rad erinnert. Die acht roten Rauten verweisen auf die ehemaligen selbständigen Gemeinden Haaren, Hitz-Jöstingshausen, Nordhausen, Ostercappeln (Samtgemeinde Ostercappeln), Broxten, Vorwalde, Niewedde (Samtgemeinde Venne) und Schwagstorf. Das Wappen wurde im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1972 vom Gemeinderat Ostercappeln in Auftrag gegeben.[10]

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Venne gilt als Folkmusikzentrum. Hier findet am Muttertagswochenende im Mai der Internationale Venner Folk Frühling statt. Außerdem jeden Monat Livekonzerte im Gasthaus Linnenschmidt.

Bauwerke

Die katholische Kirche St. Lambertus im Ortszentrum entstammt vermutlich der ältesten Kirchengründung Ostercappelns. Die Halle wurde 1873 im neugotischen Stil errichtet, der romanische Turm stammt vom Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert, dessen Halle 1872 abgerissen wurde. Die Kirche ist mit Altar, Ambo und Tabernakel des Osnabrücker Bildhauers Walter Mellmann ausgestattet.

Zu den archäologischen Sehenswürdigkeiten zählen die Darpvenner Megalithgräber, die eisenzeitliche Schnippenburg, das rekonstruierte Eisenzeithaus in Darpvenne[11] und das zwischen Bramsche und Ostercappeln liegende antike Schlachtfeld der Varusschlacht. An der Vermarktung des Ereignisses hat die Gemeinde Ostercappeln allerdings keinen Anteil, da Museum und Park Kalkriese vollständig auf dem Gebiet der Stadt Bramsche liegen. Im Großen Moor, unweit vom Gasthaus Beinker, wurden die ältesten Bohlenwege der Welt freigelegt.

Sehenswert ist auch die Museumsinsel in Venne. Ostercappeln ist eine Etappe der Straße der Megalithkultur[12] und liegt am DiVa Walk.

Sport

Golf spielen ist im Golfclub Varus möglich. Dort steht ein öffentlicher 3-Loch-Kurzplatz und eine 18-Löcher-Anlage zur Verfügung. Natur erleben kann man im Freizeitpark Kronensee, der über einen Camping- und Mobilheimpark verfügt. Wassersport ist im 40 ha großen Kronensee möglich. Das ausgeschilderte Rad- und Wandernetz umfasst ein Leitsystem mit diversen Themenrouten. Angeln kann man an den Teichen der Petkenburg.

Stolpersteine

Am 9. November 2008 jährte sich die Reichspogromnacht zum 70. Mal. Aus diesem Grund wurden am 11. November 2008 in Ostercappeln sechs Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt.[13] Sie sollen an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und werden vor deren ehemaligen Wohn- oder Arbeitsstätten verlegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesstraßen Bundesstraßen B 51 und B 65 durchqueren den südlichen Gemeindeteil Ostercappeln auf einer gemeinsamen Strecke (Bremer Straße) in Ost-West-Richtung. Die B 218 durchquert die nördlichen Gemeindeteile Venne und Schwagstorf von Nordwesten nach Südosten.

Die Gemeindeteile Venne, Schwagstorf und Ostercappeln haben werktags eine stündliche Nahverkehrsanbindung von und nach Osnabrück (Linie X275 der VOS-NordOst). Am Freitag und Samstag verkehrt zudem ein Nachtbus von und nach Osnabrück.[14] Ostercappeln ist über die Linie N276 angebunden. Venne und Schwagstorf sind über die N273 angebunden. Ferner gibt es stündlich eine Busanbindung nach Bad Essen, Pr. Oldendorf.

Die Eisenbahnstrecke Osnabrück-Bremen führt durch das Gemeindegebiet. Der Bahnhof im Gemeindeteil Ostercappeln ist jedoch nicht mehr in Betrieb.

Der Mittellandkanal führt von West nach Ost durch die Gemeinde.

Bildung

  • Grundschulen in Ostercappeln, Venne und Schwagstorf
  • Haupt- und Realschule in Ostercappeln
  • Musikschule

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Ostercappeln

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern – Das Osnabrücker Land III, Bd. 44, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0313-0
  • Helmut Schönrock: Ostercappeln. In: Norbert de Lange und Diether Stonjek (Hrsg.): Osnabrück und das Osnabrücker Land – Landkreis, Städte und Gemeinden (= Kulturregion Osnabrück). Band 22. Rasch, Bramsche 2004, ISBN 3-89946-035-9, S. 241–248.

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Wanderausstellung
  3. 3,0 3,1 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten , abgerufen am 6. Dezember 2014
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  7. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  8. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016 (PDF 8,0MB S. 52 Spalte "Gemeindewahlen").
  9. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen , abgerufen am 8. November 2014
  10. Gemeinde Ostercappeln – Unsere Gemeinde: Ortschaft Ostercappeln , abgerufen am 9. November 2014
  11. http://eisenzeithaus.de
  12. www.strassedermegalithkultur.de
  13. Stolpersteine in Ostercappeln
  14. Nachtbus in und um Osnabrück

Weblinks

 Commons: Ostercappeln  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Osnabrück | Ostercappeln | Gemeinde in Niedersachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ostercappeln (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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