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Ossiacher See


Ossiacher See
Geographische Lage Östlich Villachs
Zuflüsse Tiebel
Abfluss Seebach zur Drau
Orte am Ufer Ossiach (Süden), Bodensdorf (Norden)
Gemeinden Villach, Ossiach, Steindorf, Treffen
Daten
Höhe über Meeresspiegel 501 m ü. A.
Fläche 10,7875 km² [1]
Länge 10,38 km [1]
Breite 1,54 km [1]
Volumen 206,28 Mio. m³ [1]
Umfang 25 km [1]
Maximale Tiefe 52,6 m [1]
Mittlere Tiefe 19,6 m [1]
Einzugsgebiet 162,91km²[2]

Der Ossiacher See (slowenisch Osojsko jezero ) ist der drittgrößte See des österreichischen Bundeslands Kärnten. Er befindet sich nordöstlich von Villach.

Geographie

Er liegt auf einer Höhe von 501 m ü. A. und ist an seiner tiefsten Stelle 52 m tief, die Fläche beträgt ca. 10,5 km². Die größte Ausdehnung erreicht er von Südwesten nach Nordosten mit einer Länge von etwa 10,2 Kilometer, an der schmalsten Stelle zwischen Ostriach und Ossiach ist der See ungefähr 600 Meter breit. Der See ist eingebettet zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt, er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grunde durchgemischt. Naturbelassene Seen- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt.

Die Ostbucht wird von der Bleistatt eingenommen, einem ehemaligen Moor (Bleistätter Moor), das von der Tiebel, dem Hauptzufluss des Sees, durchströmt wird. Entwässert wird der See über den Villacher Seebach in die Drau.

Der Hauptort am See ist Ossiach mit dem bekannten Stift Ossiach, größte Gemeinde jedoch Villach mit dem Ortsteil Landskron. Der Rest des Sees verteilt sich auf die Gemeinden Treffen mit Annenheim und Sattendorf sowie Steindorf mit dem Ortsteil Bodensdorf.

Flora und Fauna

An Schwimmblattpflanzen kommen im See Seerose (Nymphaea alba) und Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) vor. Landeinwärts folgen Gewöhnliche Teichbinse (Scirpus lacustris) und Rohrkolben, sodann Schilf (Phragmites australis). Eine seltene Pflanzenart im Röhricht ist der Kalmus (Acorus calamus), der hier häufig gemeinsam mit Igelkolben (Sparganium erectum) und Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) wächst. Weiter landeinwärts folgt ein Gürtel aus Großseggen, vor allem Horsten der Steifen Segge (Carex elata), gefolgt von einem Schwarz-Erlen-Bruchwald. Die Flachmoore sind heute weitgehend durch Wiesen, Weiden und Äcker verdrängt. Eine Besonderheit im Bereich der Tiebelmündung ist die Wassernuss (Trapa natans). [3]

Im See kommen folgende 21 Fischarten vor: [1]

Ingo Findenegg hatte in seiner Arbeit 1934[4] zusätzlich noch folgende Arten genannt: Gründling (Gobio gobio), Bitterling (Rhodeus sericeus amarus), Schneider (Aburnoides bipunctatus), Nerfling (Leuciscus idus), Hasel (Leuciscus leuciscus), Schmerle (Barbatula barbatula). [1]

Die Edelkrebs-Bestände im See waren 1890 die ersten in Kärnten, die von der Krebspest befallen wurden. Heute werden immer wieder Exemplare gesichtet, die aus den umliegenden Bächen eingewandert sein dürften. [1] Die Wandermuschel wurde 1972 in den See eingeschleppt und hat sich stark vermehrt, mit ihr das Blässhuhn.[3]

Charakteristische Wasservögel am See sind Haubentaucher, Blässhuhn und Stockente. Seltener sind Wasserralle, Zwergrohrdommel, Rohrschwirl und Drosselrohrsänger, Beutelmeise, Pirol und Eisvogel. [3] Der Vogelbestand ist in den letzten zehn Jahren stabil geblieben.[5]

Tourismus

Der Ossiacher See ist ein bedeutendes Fremdenverkehrsgebiet mit jährlich rund zwei Millionen Nächtigungen. Die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See sind Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach. [6]

Um den See führt mit dem Ossiacherseeradweg R2 ein etwa 25 km langer Fahrradweg. Mit den Etappen 18 bis 20 führt mit dem Alpe Adria Trail auch ein 690 km langer Weitwanderweg, der vom Fuß des Großglockners in Kärnten Österreich bis nach Muggia in Friaul-Julisch Venetien an der Adriaküste Italiens führt, an die Region des Ossiacher Sees.

Naturschutz

Im Bereich des Ossiacher Sees wurden einige Gebiete als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen:[6]

  • Naturschutzgebiet Tiebelmündung: 30,5 ha,
  • Naturschutzgebiet Jammernspitz: 5,1 ha,
  • Naturschutzgebiet Meerspitz: 8 ha,
  • Naturschutzgebiet Ossiacher See-Westbucht: 8 ha,
    • LGBl 1964/15 . In: Landesgesetzblatt für Kärnten, Jahrgang 1964, S. 25 ff. (Online bei ANNO) .
  • Landschaftsschutzgebiet Ossiacher See-Ost: 284 ha,
  • Landschaftsschutzgebiet Ossiacher See-West: 20 ha,
  • Landschaftsschutzgebiet Bodensdorf: 10 ha,

Siehe auch

Literatur

  • Matthias Maierbrugger: Ferien am Ossiacher See. Heyn, Klagenfurt 1970. (93 Seiten; allgemeines Überblickswerk mit geschichtlichem Abriss der umliegende Orte ohne weiterführende Fußnoten). (Erweiterte Auflage 1978: ISBN 3-85366-273-0).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Kärntner Institut für Seenforschung: Der Ossiacher See. Kärnten – Österreich. Limnologische Langzeitentwicklung 1964 – 2005. Kärntner Institut für Seenforschung, Klagenfurt 2009. – Volltext online (PDF; 3,2 MB) .
  2. Ossiacher See - Morphometrische Daten. Kärntner Institut für Seenforschung, abgerufen am 25. April 2013.
  3. 3,0 3,1 3,2 Ilse Spielvogel-Bodo: Der Ossiacher See zwischen gestern und heute. Geschichte, Kunst, Landeskunde der Seeregion mit den Gemeinden Ossiach, Steindorf/Bodensdorf, Treffen, Villach/Landskron und Feldkirchen in Kärnten. 2., geänderte Auflage. Kärntner Druck- und Verlagsgesellschaft, Klagenfurt 1998, ISBN 3-85391-149-8, S. 9–16.
  4. Ingo Findenegg: Beiträge zur Kenntnis des Ossiacher Sees. Carinthia II, 123./124. Jahrgang 1934, S. 61–78. – Volltext online (PDF; 2,7 MB) .
  5. Siegfried Wagner, Werner Petutschnig: Wasservogelzählung in Kärnten 2011. Carinthia II, 201./121. Jahrgang 2011, S. 67–76.
  6. 6,0 6,1 Ossiacher See auf Kärntner Institut für Seenforschung , abgerufen 2. Juli 2011.

Kategorien: Badesee in Österreich | See in Kärnten | See in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ossiacher See (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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