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Orsières


Orsières
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis VS
Bezirk: Entremont
BFS-Nr.: 6034
Postleitzahl: 1937
Koordinaten:
Höhe: 887 m ü. M.
Fläche: 165,0 km²
Einwohner: 3178 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 19 Einw. pro km²
Website: www.orsieres.ch

Orsières

Karte

Orsières ist eine politische Gemeinde des Bezirks Entremont im französischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Wallis.

Zur Gemeinde gehören die Dörfer Branche, Chamoille, Champex-Lac, Chez-les-Addy-Maligue, Chez-les-Giroud, Chez-les-Reuses, Commeire, Issert, La Douay, La Fouly, La Rosière, Le Biolley, Les Arlaches, Orsières, Prassurny, Prayon, Praz-de-Fort, Reppaz, Somlaproz, Soulalex und Verlonnaz.

Geographie

Die flächenmässig sechstgrösste Gemeinde des Kantons Wallis erstreckt sich über 165 km² und umfasst die zwei Täler Val Ferret und Vallée de Champex. Der Marktflecken wird von der liegt an der Dranse, einem Nebenfluss der Rhone durchflossen.

Orsières liegt im Südwesten des Kanton Wallis und grenzt an sieben Nachbargemeinden und zwei Länder: Im Norden an Sembrancher und Bovernier, im Süden an Liddes und Italien, im Osten an Bagnes, Liddes und Bourg-Saint-Pierre und im Westen an Martigny-Combe, Trient und Frankreich. Im Südwesten der Gemeinde liegt der Mont Dolent, wo sich auf 3'820 m ü. M. das Dreiländereck zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz befindet.

Neben Gletscher und Fels gibt es 3500 Hektaren Waldfläche, welche die Bürgergemeinde Orsières zum grössten Waldbesitzer der Schweiz macht. In Orsières verzweigen sich zwei Alpentäler: Die Passstrasse führt durch das Val d’Entremont über den Grossen Sankt Bernhard ins italienische Aostatal und das Val Ferret zu den Ausläufern der Mont-Blanc-Gruppe.

Geschichte

Orsières wurde 972 als Pons Ursarii erstmals erwähnt, als eine Truppe Sarazenen in der Nähe der Dransebrücke den Abt von Cluny, Maiolus, gefangen nahm. 1052 übertrug der Bischof von Sitten Aymon das von seinem Onkel Graf Ulrich geerbte Dorf samt Leibeigenen dem Domkapitel. Ab dem 12. Jahrhundert geriet es in die Abhängigkeit der Grafen von Savoyen.

Im 13. Jahrhundert wurden die Angelegenheiten der Gemeinde an einer Gerichtsversammlung behandelt und ab 1352 von einem Bürgermeister unter der Herrschaft eines Mistrals geführt. Seinen ersten Freiheitsbrief erhielt sie 1376 von Amadeus VI. von Savoyen. Sie war wahrscheinlich bereits ab dem Mittelalter in Tiers de Ville, Tiers d’Issert und Tiers des Côtes unterteilt.

Vom Mittelalter bis 1798 gehörte Orsières zur Kastlanei Sembrancher, die mit dem Sieg der Oberwalliser über Savoyen von 1475 Teil der Landvogtei Saint-Maurice wurde. Auf dem Italienfeldzug marschierte Napoleon vom 17. bis 20. Mai 1800 durch Orsières, um über den Grossen Sankt Bernhard nach Italien zu gelangen. Unter der Franzosenherrschaft (1810–1813) gehörte die Gemeinde innerhalb des Département Simplon zum Kanton Entremont im Kreis Saint-Maurice.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet des Grossen Sankt Bernhard befestigt und die Artilleriewerke Champex und Commeire gebaut.

Bevölkerung

Die Bevölkerung entwickelte sich mit Mittelalter nur langsam mit mehreren Rückschlägen: 1313 (304 Steuerpflichtige), 1339 (402), 1356 (259), 1402 (122). Ein stetiges Wachstum setzte erst im 18. Jahrhundert ein: 1798 (1784 Einwohner), 1850 (2305), 1900 (2215), 1950 (2286) und 2000 (2630).

Wirtschaft und Tourismus

Die Bewohner waren traditionell in der Landwirtschaft tätig und bauten Getreide (Roggen) an, wie die vielen Getreidespeicher und Mühlen bezeugen. Dazu kam die Viehzucht (1850: 7189 Stück Grossvieh) und eigene Rebberge in Fully und Martigny.

1853 wurde eine Genossenschaft zum Transport von Waren und Touristen über den Grossen Sankt Bernhard gegründet. 1893 wurde der Pass ausgebaut und 1910 konnte die Bahnlinie ab Martigny eröffnet werden. Champex wurde um 1850 zum ersten Fremdenverkehrsort. Im 21. Jahrhundert bildeten sich in der grossen alpinen Gemeinde die drei touristischen Zonen Orsières, Champex-Lac und Val Ferret mit den Skiorten Champex und La Fouly sowie Wanderwegen, Mountainbikestrecken und Durchgangstourismus. Der zu Orsières gehörende Weiler La Fouly liegt auf dem alpinen Rundweg Tour du Mont-Blanc.

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Literatur

  • G. Cassina: Témoignages sur la construction de la cure d'Orsières (1779-1787). 1979
  • René Berthod: Orsières, ma commune. 1983
  • P. Dubuis: Une économie alpine à la fin du Moyen Age: Orsières, l'Entremont et les régions voisines, 1250-1500. 2 Bände, 1990
  • Stéphane Michellod: Sur les trace de... : La Société des guides et porteurs d'Orsières. 150 ans d’histoire. 1853–2003. Editions à la Carte, 1999, ISBN 978-2-88464-105-0.

Weblinks

 Commons: Orsières  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Orsières (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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