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Orlamünde


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Orlamünde (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Südliches Saaletal
Höhe: 207 m ü. NHN
Fläche: 7,58 km²
Einwohner: 1140 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07768
Vorwahl: 036423
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 065
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 23
07768 Kahla
Webpräsenz: www.vg-suedliches-saaletal.de
Bürgermeister: Uwe Nitsche
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Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 62.0 %
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Die Landstadt Orlamünde liegt im thüringischen Saale-Holzland-Kreis direkt an der Mündung der Orla in die Saale () zwischen den Städten Jena und Rudolstadt. Mit einer Fläche von 758 ha und ihren rund 1.100 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) zählt sie zu den kleinsten Städten Thüringens und gehört zusammen mit anderen Gemeinden zur Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal.

Geografie

Die Oberstadt von Orlamünde erstreckt sich schmal und langgezogen auf einem steilen Bergkamm, fast 100 m über der Saale. Weitere Stadtteile sind Winzerla und Naschhausen.

Geschichte

Der Ursprung der Stadt war die Grenzburg Orlamünde, die Stammsitz der Grafen von Orlamünde war. Die Burganlage Orlamünde war im 11. Jahrhundert errichtet und schon im 15. Jahrhundert aufgegeben worden. Heute existiert von der Burg nur noch die Kemenate als ehemaliger Kernbau der Burganlage Orlamünde.[2][3] Der Ort Orlamünde wurde urkundlich 1039 erstmals erwähnt.[4] Die Wasserkraft nutzten die Orlamünder schon um 1100, denn seit 1194 ist die älteste Mühle an der mittleren Saale, die Saalemühle, in Orlamünde bezeugt. Von 1112 bis 1365 stammten die Grafen von Orlamünde aus dem Geschlecht der Askanier unter diesen war auch Albrecht der Bär. 1181 heiratete dessen Enkel Graf Siegfried in Schleswig Sophie, die Tochter des dänischen Königs Waldemar I.[5] Die Grafen unterhielten um 1200 eine Münzstätte im Ort.[6] 1523 kam der Reformator Andreas Karlstadt aus Wittenberg nach Orlamünde. 1718 war ein Verstoß gegen die Biermeile zwischen den Bürgern von Kahla und Orlamünde Anlass zu einer Bierschlacht mit Verwundungen.[7][8]

Wappen

Das heutige Stadtwappen ist das historische Wappen der ehemaligen Grafschaft Weimar-Orlamünde. Die Wappenbeschreibung: „In Gold mit zehn roten Herzen begleitet ein schwarzer aufgerichteter Löwe mit roter Zunge und ebenso gefärbter Bewehrung.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den historischen Wahrzeichen der Stadt gehören die Kemenate, die Stadtkirche St. Marien, das spätgotische Rathaus und das ehemalige Wilhelmitenkloster.

Auf dem nordwestlich von Orlamünde gelegenen Buchberg steht der 1895 errichtete Bielerturm, ein 14 Meter hoher Aussichtsturm.[9]

Das gesellschaftliche Leben in Orlamünde prägen zahlreiche Vereine, so zum Beispiel der Burgverein, der Funkverein, der Heimatverein, der Gesangsverein, der Feuerwehrverein, der Orlamünder Jugendclub, der Kaninchenzüchterverein, der Sportverein, der Verein für Kultur- und Brauchtumspflege, der Schützenverein und der Karnevalsverein OCV.

Seit Jahrzehnten wird am Faschingsdienstag der Winter durch den „Strohbär–Umzug“ ausgetrieben.

Legenden, Sagen und Trivia

Im deutschen Sagenschatz ist Orlamünde durch die Sage über die Weiße Frau von Orlamünde bekannt. Diese wird unter anderem in Theodor Fontanes Effi Briest erwähnt. Effi liest von der Sage und ängstigt sich darauf ganz fürchterlich. In der Sage ertränkt Kunigunde von Orlamünde ihre zwei Kinder im sogenannten Kindelsbrunnen, da ihr Geliebter sagte, dass er sie wegen zwei Augenpaaren nicht heiraten könne. Kunigunde dachte, damit seien ihre Kinder gemeint. Dies war aber nicht der Fall. Nach ihrem Tode spukt sie nun ruhelos bei Vollmond auf der Kemenate zu Orlamünde und hat schon so manchen Besucher erschreckt. Der Kindelsbrunnen ist heute noch zu finden. Er liegt etwas unterhalb der Kemenate und führt längst kein Wasser mehr.

In der Oper „Ariane et Barbe-Bleue“ von Paul Dukas spielt das Lied „Die sieben Mädchen von Orlamünde“ eine Rolle, dessen Text von Maurice Maeterlinck stammt.

Im Roman Die Entgleisung von Inge von Wangenheim war Orlamünde Vorbild für den fiktiven Handlungsort Groß-Nachhausen (Zitat: "Naschhausen bildet tatsächlich das Nadelöhr auf der gewaltigen Strecke Stockholm - Rom").

Gedenkstätten

Seit 1985 wird mit einer Stele an die KZ-Häftlinge erinnert, die im Frühjahr 1945 bei einem Todesmarsch des KZ Buchenwald durch den Ort getrieben wurden.

Verkehr

Die Unterstadt an der B 88 sowie an der Saalbahn wird nach dem einstigen Verpflegungshaus der Grafen von Orlamünde Naschhausen genannt. Im dortigen Bahnhof zweigt auch die Nebenbahnlinie nach Pößneck ab, die früher bis nach Oppurg führte.

Persönlichkeiten

  • Andreas Bodenstein (* um 1482, † 1541), Theologe, Pfarrer in Orlamünde
  • Paul Crusius (* um 1525 in Coburg, † 1572 in Orlamünde), deutscher evangelischer Theologe, Mathematiker und Historiker
  • Andreas Ellinger (* 1526 in Orlamünde, † 1582 in Jena), Mediziner und Dichter
  • Kaspar Glatz (* in Rieden am Forggensee; † 1551 auf dem Siedelhof bei Naschhausen). deutscher lutherischer Theologe, Pfarrer in Orlamünde
  • Dietrich Mania (* 1938 in Orlamünde), Archäologe, Geologe und Paläontologe
  • Winfried Patzer (* 1941), Fußballspieler in der DDR, Beginn seine fußballerischen Laufbahn in Orlamünde
  • Martin Wähler (* 1889 in Orlamünde, † 1953 in Berlin), Volkskundler und Pädagoge
  • Andreas Schröder (* 1960), ging in Orlamünde zur Schule

Literatur

  • Walter Mania: Orlamünde und Umgebung. Ein Abriss der Besiedlungsgeschichte von den Anfängen bis zum Mittelalter. Beier und Beran, Langenweißenbach 2008, ISBN 978-3-937517-92-6, S. 109..

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. W. Mägdefrau, R. Lämmerhirt, D. Lämmerhirt: Thüringer Burgen und Wehranlagen im Mittelalter. Verlag Rockstuhl, 2001, ISBN 3-934748-43-0, S. 33.
  3. Burganlage
  4. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 214.
  5. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 1: Olaf Klose (Hrsg.): Schleswig-Holstein und Hamburg. 3. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1976, S. 230.
  6. W. Mägdefrau: Thüringer Städte und Städtebünde im Mittelalter. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002, ISBN 3-936030-34-0, S. 43 und 47.
  7. O.V. 10. Elbe-Saale-Hopfentag - 2010. S. 16. Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena - Zwätzen Broschüre S. 1–24.
  8. Biermeile
  9. Der „Bielerturm“ über Orlamünde auf der Webseite der Stadt Kahla

Weblinks

 Commons: Orlamünde  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Orlamund in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Orlamünde (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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