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Oriongürtel


Der Oriongürtel (englisch Orion’s Belt) ist die auffällige Mitte des Sternbildes Orion, bestehend aus den drei Sternen Mintaka, Alnilam und Alnitak in jeweils genau 1° Abstand.

Diese drei Gürtelsterne sind nur wenig schwächer (2. Größe) als die drei hellsten Sterne des Sternbilds (Beteigeuze, Bellatrix und Rigel) und bilden durch ihre gerade, gleichabständige Linie einen ausgesprochenen Blickfang. Im Mittelalter erhielten sie deshalb auch die Bezeichnung Jakobsstab. Überdies weisen sie linkerseits, 6x verlängert, genau zum Sirius, dem hellsten Fixstern des gesamten Himmels.

Zwei der Gürtelsterne und etwa 130 schwächere Sterne bilden einen offenen Sternhaufen, in dem sie entstanden sind: den etwa 3° großen Collinder 70 in einer Entfernung von etwa 900 Lichtjahren.

Orion und Oriongürtel in den Kulturen

In fast allen Kulturen werden/wurden diese drei Sterne mit dem Gürtel einer männlichen Figur in Zusammenhang gebracht. Unser heutiges Sternbild Orion (astronomische Abkürzung: Ori) war im antiken China einer der 28 „Wohnsitze“ (chinesisch 宿, Pinyin xìu) in den chinesischen Sternenkonstellationen. Sein Name Shen () bedeutet „drei“ – vermutlich nach den drei Gürtelsternen.

In der altägyptischen Religion war es eine Erscheinungsform des Osiris, des Gottes der Unterwelt.

In der griechischen Mythologie spielt die Sternkonstellation des Gürtels die stärkste Rolle. Der gefürchtete Jäger Orion wurde an den Sternhimmel versetzt, weil er durch seine Zielsicherheit unter den Tieren allzu viel Schaden anrichtete.

Die auffällige Konstellation liegt nahe am Himmelsäquator, der rechte Gürtelstern δ Ori sogar auf ¼° genau (der Winkel wird um das Jahr 2080 zu Null). Deshalb ist der Orion vom Spätherbst bis zum Frühlingsbeginn auf beiden Erdhälften zu sehen und hat die Sagen vieler Völker beflügelt. In dem seit dem 18. Jahrhundert üblichen Lineament der Sternbilder liegt er zwischen dem Fluss Eridanus und dem Einhorn.

Gürtelsterne und ihr Winkel zum Horizont

Die drei Gürtelsterne δ (Mintaka), ε (Alnilam), ζ (Alnitak) sind das „Markenzeichen“ des Sternbilds Orion. Sie werden wegen ihrer gleichen Abstände und Helligkeiten (2,2; 1,7; 1,7 mag) auch Jakobsstab oder Jakobsleiter genannt. Epsilon liegt nur 0,07° unter der Mitte der anderen, wie die FK5-Koordinaten (Rektaszension, Deklination 2000,0) zeigen:

 δ Ori   5h 32m 00,40s   -00° 17' 56,7"
 ε Ori   5  36  12,81    -01  12  06,9   (Mitte 5 36 23.0  -01 07 15)
 ζ Ori   5  40  45,53    -01  56  33,3

Am Oriongürtel fällt einem aufmerksamen Beobachter auf, dass die Drei-Stern-Linie beim Aufgang etwa senkrecht zum Horizont steht, beim Untergang jedoch parallel. Dies hängt mit dem parallaktischen Winkel zusammen, der sich im Laufe der Stunden stark verändert: wie jedes Sternbild verändert der Oriongürtel nicht nur seine Höhe und Richtung, sondern"„dreht“ sich auch relativ zum Horizont des Beobachters.

Beschreibung der Konstellation

Orions Hauptsterne sind der rote Riese Beteigeuze (α) und die weiße Bellatrix (γ), welche die breiten Schultern des Jägers markieren, sowie der blauweiße Riesenstern Rigel (β Orionis), sein rechter Fuß. Der linke Fuß (Saiph, κ Orionis) ist hingegen etwas schwächer.

Inmitten dieses Rechtecks aus Schulter- und Fußsternen ist der Gürtel zu sehen, wie mit Perlen besetzt. Er hängt etwas nach links unten, wo Orions Schwert zu denken ist. Die Namen der drei Gürtelsterne (von rechts nach links δ, ε und ζ Ori) stammen aus der arabischen Astronomie des Mittelalters: Mintaka (Gürtel), Alnilam und Alnitak (Perlenschnur). Diese auffällige Sternreihe sind der Jagdgürtel, an dem links der Köcher aus 3-4 schwächeren Sternen baumelt.

Beim mittleren davon, 5° unter dem Gürtel (3 Fingerbreit bei ausgestrecktem Arm) erkennt man bereits freiäugig ein helles Wölkchen, den Orionnebel. Er wird mit den seinen zentralen Trapezsternen auch das „Schwertgehänge“ des Oriongürtels genannt. Genauer betrachtet besteht es aus einer kurzen Sternreihe, die sich von Norden nach Süden aus 45 Ori, θ Ori und ι Ori zusammensetzt, in deren Mitte sich als 4.Objekt der Nebelfleck einordnet. Er hat im Messier-Katalog die Bezeichnung M42 und ist der hellste Emissionsnebel (also selbstleuchtend) am Sternhimmel. Zu Beginn der Astrofotografie vor etwa 150 Jahren war er wegen seiner hohen Flächenhelligkeit ein wichtiges Testobjekt und das erste Nebel-Objekt, das mit langen Belichtungszeiten aufgenommen wurde.

Wichtiges H-II-Gebiet mit Sternentstehung

Im Orionnebel und bei den Gürtelsternen finden sich zahlreiche leuchtende Gasnebel und fadenförmige Ausfransungen. In diesen sog. Elefantenrüsseln entstehen neue Sterne, wie man im infraroten Licht feststellen kann. Im Umkreis liegt eine riesige Gas- und Molekülwolke, die 1.500 Lichtjahre entfernt ist und im Infrarot den größten Teil des Orions ausfüllen würde.

Knapp südlich des linken Gürtelsterns Alnitak befindet sich der berühmte Pferdekopfnebel. Er ist zwar kaum visuell zu sehen – allenfalls in einem sehr lichtstarken Feldstecher – ist jedoch durch die kopfförmige Dunkelwolke direkt vor einem Emissionsnebel ein bekanntes, kontrastreiches Objekt für fotografisch tätige Hobbyastronomen. Die leuchtende Gaswolke ist Teil eines ausgedehnten Molekülwolken-Komplexes, der als Orion-Komplex bekannt ist. Sie ist nur auf großen Sternwarten zu erfassen und zieht sich in einem weiten, nördlich des Oriongürtels beginnenden Bogen von 10–15° Durchmesser um die Gürtelsterne herum. Südwärts reicht sie fast bis zum hellen Stern Rigel.

Siehe auch

Weblinks


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