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Offheim


Offheim
Höhe: 173 m ü. NN
Fläche: 5,6 km²
Einwohner: 2583 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 461 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65555
Vorwahl: 06431

Offheim als Ortsteil von Limburg

Offheim ist ein Stadtteil der Kreisstadt Limburg im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Ortsbild

Offheim besitzt einen historischen Ortskern, in dem viele Fachwerkhäuser und Gehöfte aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stehen. Zum Kern gehören Backhausstraße mit Tanzplatz, Ober-, Unter- und Hintergasse, Weidestraße, Postweg und Borngasse.

In der Mitte des Dorfes stehen auf einer felsigen Anhöhe die Pfarrkirche mit dem romanischen Glockenturm aus dem Jahr 1150 sowie eine Altentagesstätte. Vor den beiden Ausgängen der Kirche befinden sich Plätze, an einem Ausgang der Tanzplatz, am anderen der Busplatz. An der Hauptstraße, dem Limburger Weg, der durch ganz Offheim führt, befinden sich einige Geschäfte. Außerhalb des Ortskerns liegen Neubaugebiete und in Richtung Dietkirchen und Limburg das Offheimer Industriegebiet.

Lage

Offheim liegt rund drei Kilometer nördlich von Limburg auf einer kleinen Anhöhe, von der aus man einen Ausblick auf das Limburger Becken, den Westerwald und auf den Taunus bis zum Großen Feldberg hat. Offheim ist an die östlich des Orts verlaufende Bundesstraße 49, im Volksmund "Lange Meil" genannt, angeschlossen. Die A3 führt südlich am Ort vorbei.

Die annähernd quadratisch geformte Gemarkung grenzt im Norden an Ahlbach und weiter im Uhrzeigersinn an Dehrn, Dietkirchen, die Kernstadt Limburg, Elz und Niederhadamar. Die Siedlung selbst liegt auf einer Höhe von 155 bis 185 Metern. Im Nordosten steigt die Gemarkung auf bis zu 215 Meter an, im Nordwesten erreicht sie mit 135 Metern am Urselbach ihren tiefsten Punkt. Außer am Nordrand weist die Gemarkung nur geringe Höhenunterschiede auf. Die Gemarkung besteht hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzter Fläche. Lediglich nördlich des Orts liegt ein kleines Waldstück, das "Offheimer Wäldchen", in dem sich auch eine stillgelegte Mülldeponie befindet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1500 140
1600 190
1700 280
1800 390
1825 432
1851 593
1875 708
1905 788
1925 873
Jahr Einwohner
1933 957
1939 945
1946 1132
1961 1310
1970 1600
1984 1969
1990 2145
1996 2538
2003 2664

Politik

Der zuletzt im Jahr 2016 neu gewählte Offheimer Ortsbeirat besteht derzeit aus 9 Mitgliedern.[1] Das Amt des Ortsvorstehers bekleidet Arne Piecha (CDU).[2]

Der ehemalige Limburger Bürgermeister Martin Richard und der hauptamtliche Erste Stadtrat Michael Stanke wohnen in Offheim.[3]

Geschichte

Etymologie

Der Name Offheim, dessen Altform früher Ufheim oder Uffheym war, bedeutet „hochgelegener Ort“. Der Name trifft auch tatsächlich zu, da Offheim auf einer kleinen Anhöhe liegt und alle Dörfer und Städte im Umkreis überragt.

Des Weiteren deutet die Ortsendsilbe "-heim" auf eine Ortsgründung zur Zeit der fränkischen Landnahme im 5.-7. Jahrhundert hin, die allerdings nicht urkundlich belegt werden kann.

Ein anderer Ansatz geht davon aus, dass Offheim seinen Namen vom Stamm der Ubier erhalten hat, die zu damaliger Zeit eine Siedlung in der Offheimer Gemarkung aufrechterhielten. Die Vorsilbe hätte sich demnach vom keltisch/gallischen "ubinum" (Ubiersiedlung) über das germanische "úpenum" und das fränkisch/althochdeutsche "úfheim" zum jetzigen Ortsnamen entwickelt.

Chronik

1217 wurde Offheim erstmals in einem Güterverzeichnis aus dem Kloster Eberbach im Rheingau erwähnt. Offheim war Sitz der Ritter von Ufheim, die ihren „Od“ oder Hof an der Ecke Untergasse/Borngasse hatte. Das Dorf ist allerdings wesentlich älter. Das belegen bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Gelände des Unternehmens „Eisen Fischer“ entdeckte Funde, anhand derer man auf eine frühere Besiedlung des Offheimer Raums schließen kann. Es wird angenommen, dass Offheim schon über 1000 Jahre alt ist. Südlich der Rochuskapelle wurde 1963 bei Straßenarbeiten ein Flachgrab aus der Latènezeit gefunden, in dem drei Arm- oder Beinringe aus Bronze als Grabbeigabe entdeckt wurden. Leider wurde das Grab bei den Arbeiten zerstört.

Im Jahr 1150 wurde ein Wehrturm im romanischen Baustil errichtet. Im Jahr 1372 verstarb Gerhard von Offheim, und weil keiner seiner Söhne Nachkommen hatte, starb das Geschlecht derer von Offheim mit Enolf von Offheim 1419 aus. Um 1400 errichteten die Offheimer neben dem Wehrturm eine kleine Kapelle. Aus dieser Zeit stammt auch die 1496 gegossene Marienglocke, die heute noch die Offheimer Bürger zum Gottesdienst ruft.

1582 wurde in Offheim die erste Schule errichtet, in der zunächst der Küster die Schüler unterrichtete. 1589 wird Offheim evangelisch. Wie bereits 1575 wütete 1598 in der Region die Pest, von der Offheim weitgehend verschont blieb; der Ort Kreuch zwischen Offheim und Limburg fiel wüst. Aus Dankbarkeit wurde die Rochuskapelle gebaut, die 1903 durch einen neoromanischen Neubau, die heutige Kapelle, ersetzt wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Offheim von den Schweden überfallen und zum Frondienst verpflichtet. In dieser Zeit litten die Offheimer sehr unter ihren Besatzern und die Bevölkerung verarmte. Bis 1620 gehörte Offheim zur Grafschaft Nassau-Diez und dann zur Linie des Grafen und Fürsten von Nassau-Hadamar, dessen Begründer Johann Ludwig war. Dieser trat 1629 wieder zum katholischen Glauben über, womit auch Offheim wieder katholisch wurde.

Heute sind 486 Einwohner evangelisch, 1612 Einwohner katholisch, und 550 gehören einer anderen Religion an. (Stand Dezember 2002)

Nach der Französischen Revolution wurde Offheim Kriegsschauplatz des Ersten Koalitionskrieges (1792–1797).

1806 kam Nassau-Oranien, und damit auch Offheim, unter französische Herrschaft. Im Jahr 1813 verweilte der preußische Generalfeldmarschall Blücher in Offheim, der mit seinen Truppen die Franzosen vertrieb. Nach ihm ist in Offheim sogar eine Straße benannt. 1815 kam Offheim zum Herzogtum Nassau und ab 1866 zu Preußen. 1858 wurde die Schule in der Backhausstraße durch einen Neubau ersetzt. 1879 wurde Offheim eine eigenständige Pfarrei. 1974 zogen die Kinder in die heutige Grundschule um. Die alte Schule in der Backhausstraße, die 1858 erbaut wurde, wurde 1975 abgerissen. Die 1896 eingeweihte neoromanische Kirche wurde 1970 abgerissen und durch die jetzige ersetzt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Offheim am 1. Juli 1974 in die Stadt Limburg eingemeindet.[4]

„Die Offemer Bärn“

Wie die Offheimer zu ihrem Scherz-Namen kamen:

Im 19. Jahrhundert zogen viele Zigeuner durch das Land. Einige von ihnen hatten dressierte Tiere, wie zum Beispiel Tanzbären, mit sich geführt. In dieser Zeit besuchte ein Offheimer das Gasthaus an der Alten Lahnbrücke in Limburg. Dort erzählte man sich, dass Zigeunern ein Bär entlaufen wäre und sich in der nahen Umgebung aufhalten sollte. Der Offheimer trank sich großen Mut an und machte sich zu später Stunde auf den Weg nach Hause. Auf seinem Heimweg sah er plötzlich besagten Bären. Angsterfüllt lief er so schnell ihn seine Füße trugen nach Offheim. Dort verbreitete sich sein Erlebnis wie ein Lauffeuer. Die Offheimer Bürger bewaffneten sich schnell mit allem was sie zur Hand hatten, zum Beispiel mit Mistgabeln, Äxten und Sensen. Als die mutige Truppe an der Stelle ankam, wo der große Bär angeblich gestanden hatte, fanden sie dort nur einen alten Baumstumpf vor. Die neblige Nacht und der Schnaps, den der Offheimer getrunken hatte, führten zu dieser Verwechslung.

Seit diesem Ereignis werden die Offheimer „Bären“ genannt.

Die von Offheim

1217 ist mit Ruocger von Offheim erstmals die niederadlige Familie Derer von Offheim verbürgt. Für 1278 ist ein Rudiger von Offheim als Inhaber eines Diezer Burglehens in Dehrn verzeichnet. In einer Dietkircher Urkunde von 1098 wird ein "Rucher" erwähnt, bei dem es sich um ein frühes Mitglied der Familie von Offheim handeln könnte. Neben Dehrn war der heutige Dornburger Ortsteil Thalheim ein Besitzschwerpunkt der Familie. Weitere Güter befanden sich in Hadamar und Niedertiefenbach. Die letzte Erwähnung eines Enolfs von Offheim datiert auf 1423. Kurz darauf muss das Geschlecht ausgestorben sein.

Wappen

Am 26. April 1967 wurde der Gemeinde Offheim im damaligen Landkreis Limburg, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Im Schildhaupt ein goldener Leopard in Rot, darunter drei rote Ringe in Gold.[5]

Das Wappen beruht auf dem Wappen Derer von Offheim. Der goldene Leopard ist ein Zeichen für Stärke. Die drei Ringe stehen symbolisch für die drei Verwandtschaftslinien der Familie.

Kulturgüter in Offheim

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Offheim

Feste und Veranstaltungen in Offheim

Eine Auswahl der größten Feste und Veranstaltungen in Offheim:

Schlachtfest

Das Schlachtfest wird alljährlich am 1. Mai von der Freiwilligen Feuerwehr Offheim ausgerichtet. Wie der Name vermuten lässt, werden auf diesem Fest Wurst und Fleischprodukte verkauft. Das Schlachtfest ist auf der Wiese zwischen dem Feuerwehrhaus und dem Dorfgemeinschaftshaus beheimatet.

Stoppelfeldfest

Das Offheimer Stoppelfeldfest, das im Juli/August stattfindet, wird von den Oldtimer-Freunden ausgerichtet. Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Traktorkorso durch das Dorf. Es werden dort restaurierte Traktoren und andere historische Maschinen ausgestellt. Das Stoppelfeldfest findet jedes Jahr unter einem neuen Thema statt, das sich um verschiedene Aspekte der Landwirtschaft dreht. Es werden historische Techniken der Feldbestellung und Ernte demonstriert. Das Fest dauert ein Wochenende lang.

Offheimer Kirmes

Die Offheimer Kirmes findet jedes Jahr am Wochenende nach Maria Himmelfahrt (15. August) statt. Erstmals wurde sie 1896 zur Einweihung der alten Kirche gefeiert. Sie ist das Kirchweihfest der Offheimer Pfarrkirche „St. Servatius“ und findet von Freitag bis Montag statt. Am Sonntagmorgen wird zusammen mit den Kirmesburschen in der Pfarrkirche der Festgottesdienst gefeiert, am Montag gibt es einen großen Frühschoppen in allen Wirtschaften in Offheim.

Weinfest

Das Offheimer Weinfest findet Ende August oder Anfang September auf dem Tanzplatz statt. Es wird vom Offheimer Vereinsring veranstaltet, dem alle größeren Vereine angehören. An den verschiedenen Ständen werden an einem Samstag Weine aus verschiedenen Regionen angeboten. Das Weinfest wird jedes Jahr von einer Weinkönigin eröffnet. Bei schlechtem Wetter findet das Weinfest im Dorfgemeinschaftshaus statt.

Weihnachtsmarkt

Anfang Dezember findet in Offheim ein Weihnachtsmarkt auf dem Tanzplatz statt. Der Nikolaus, der jedes Jahr die Kinder beschenkt, wird von einem Traktor herbeigefahren, da der Markt von den Oldtimerfreunden ausgerichtet wird.

Bekannte Persönlichkeiten

Sonstige Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Freizeiteinrichtungen

  • 2 Sportplätze
  • 3 Tennisplätze
  • 2 Sporthallen
  • Spielplatz
  • Das ehemals städtische Hallenbad wurde 2005 nach rund einem Jahr der Schließung von einem gemeinnützigen Verein übernommen und wird bis heute von diesem betrieben. Damit handelt es sich um eines von deutschlandweit wenigen in Eigenregie von einem Verein getragenen Schwimmbädern.

Gefahrenabwehr

Offheim verfügt über ein Industrie- und Gewerbegebiet in dem sich zahlreiche Autohäuser, Supermärkte, Möbelhäuser und andere Betriebe angesiedelt haben.

Ansässige Unternehmen

Vereine

Auf Ortsebene bestehen die Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Offheim e.V. seit 1898 (einschl. Jugendfeuerwehr, seit 21. Juni 1974)
  • Gesangverein Eintracht Offheim 1888 e.V.
  • Jugendförderverein (JFV) Dietkirchen/Offheim 2009 e.V.
  • Kath. Frauen Deutschlands (kfd) Offheim
  • Kirchenchor St. Servatius 1952 Offheim
  • Kleintierzuchtverein Offheim und Umgebung
  • Oldtimerfreunde Offheim
  • Rassegeflügelzuchtverein Offheim
  • Sportclub 1919 e.V. Offheim
  • Tischtennis-Club Offheim 1949 e.V.
  • Turnverein 1912 Offheim e. V.
  • Verschönerungsverein Offheim e.V.

Einzelnachweise

  1. Ortsbeirat Offheim . Rats- und Bürgerinformationssystem der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn.
  2. [1] . Website Offheims. Abgerufen am 15. März 2016.
  3. CDU Offheim: Mandatsträger Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369 und 370.
  5. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 26. April 1967 (StAnz. S. 578) Seite 2 der tif-Datei 2,87 MB

Weblinks


Kategorien: Ort im Landkreis Limburg-Weilburg | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) | Limburg an der Lahn

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