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Oettersdorf


Wappen Deutschlandkarte

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Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Seenplatte
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 10,29 km²
Einwohner: 856 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07907
Vorwahl: 03663
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schleizer Str. 17
07907 Oettersdorf
Webpräsenz: www.oettersdorf.de
Bürgermeister: Henry Carl (SPD)
}

Oettersdorf ist eine Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte.

Geografie

Die Flächen der Gemarkung Oettersdorf grenzen jetzt an den nordwestlichen Stadtrand von Schleiz. Sie liegen an einem leichten Hang und auf einem erhöhten Plateau des Südostthüringer Schiefergebirges. Diese Böden besitzen einen hohen Feinerdeanteil und einen hohen Humusgehalt. Unter den Klimabedingungen sind sie eine gute Voraussetzung für hohe Erträge.[2]

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Löhma, die Stadt Schleiz, Görkwitz und Pörmitz.

Geschichte

Die Erwähnung des Ortsnamens Otthensdorph in einer Urkunde vom 24. Juni 1302 nahm die Gemeinde zum Anlass der 700-Jahr-Feier im Jahre 2002, allerdings ist fraglich, ob es sich bei dem erwähnten Dorf tatsächlich um das heutige Oettersdorf handelte. Neuere Sichtungen ergaben den ersten urkundlichen Nachweis für den 24. September 1291.[3]

Im Jahre 1525, im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) und im Jahre 1806 gab es große kriegsbedingte Zerstörungen des Ortes. Im Jahre 1882 wurden 708 Einwohner gezählt. Am 2. Juli 1945 wurde Oettersdorf von den sowjetischen Truppen besetzt, einige Bürger wurden deportiert. Die Umsiedler erhöhten in den Jahren 1945 bis 1946 die Einwohnerzahl von ca. 750 auf über 1.000.

1923 bewirtschaftete der Pächter Paul Dönitz die Domäne mit 171 ha Betriebsfläche vom Reuß jüngerer Linie. Sie wurden nach den Gesetzen der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges enteignet. Landarme Bauern und Umsiedler erhielten den Grund und Boden und das Inventar.[4] Später wurde eine Maschinen und Traktoren Station eingerichtet. Danach unterlagen die landwirtschaftlichen Einrichtungen der doch erfolgreichen Entwicklung der Landwirtschaft in Ostdeutschland.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 908
  • 1995: 889
  • 1996: 907
  • 1997: 936
  • 1998: 940
  • 1999: 936
  • 2000: 934
  • 2001: 919
  • 2002: 915
  • 2003: 896
  • 2004: 903
  • 2005: 876
  • 2006: 868
  • 2007: 866
  • 2008: 869
  • 2009: 865
  • 2010: 850
  • 2011: 840
  • 2012: 819
  • 2013: 831
  • 2014: 828
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wirtschaft und Infrastruktur

Größter Arbeitgeber ist die HBS Elektrobau GmbH mit ca. 500 Mitarbeitern. Weitere Unternehmen haben sich im Gewerbegebiet an der Bundesstraße 2 nördlich des Dorfs angesiedelt.

Infolge der Umgestaltung der Landwirtschaft fanden die Bauern nach der Wende neue Wege. Drei Wiedereinrichter und die Landwirtschaftliche AG bewirtschaften den Boden. In der Landwirtschaftlichen AG werden etwa 1300 Milchkühen gehalten, die zusammen eine Leistung von 12 Mio. Liter Milch pro Jahr erreichen. Des Weiteren betreibt die AG eine Biogasanlage mit einer Leistung von 570 kWh Strom. Das Biogas wird aus der Rindergülle der Milchviehanlage sowie Mist und etwas Maisabraum gewonnen.

Verkehr

Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde liegt an der Bundesstraße 2 und nahe der Bundesautobahn 9.

Besonderes

Der Sattlermeister Paul Dietrich beherbergte von Mai 1944 bis Mai 1945 seinen Kriegskameraden, den jüdischen Schneidermeister Alfred Lichtenstein aus Apolda, als dieser sich zur Deportation in ein Vernichtungslager einfinden sollte. Unter Lebensgefahr versteckte er ihn. In den 1990er Jahren wurde er dafür von der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem posthum mit dem Titel "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet.[5]

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Manfred Graf: Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grünlandanteil im Südostthüringer Schiefergebirge, dargestellt an der KOG "Lobenstein".Dissertation an der UNI Jena,1970, S. 1–144.
  3. Wolfgang Kahl;Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer,Verlag Rockstuhl, Bad-Langensalza,2010, ISBN 978-3-86777-202-0,S.215
  4. Jürgen Gruhle: Schwarzbuch der Bodenreform-Thüringen.abgerufen aus dem Internet am 16. Juni 2011
  5. "gesucht 6", Peter Franz, Udo Wohlfeld: Jüdische Familien in Apolda. Diffamierung, Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Deportation, Vernichtung, Ungehorsam. Die Apoldaer Judenheit während des Faschismus, Weimar 2008², ISBN 3-935275-05-6, S. 322

Weblinks

 Commons: Oettersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Oettersdorf | Ort im Saale-Orla-Kreis | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Oettersdorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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