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Ochtendung


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-KoblenzVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Maifeld
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 24,08 km²
Einwohner: 5370 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56299
Vorwahl: 02625
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 086
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 4
56751 Polch
Webpräsenz: www.ochtendung.de
Ortsbürgermeisterin: Rita Hirsch (SPD)
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Ochtendung ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maifeld an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Polch hat.

Geographie

Ochtendung liegt in einem ehemaligen Vulkangebiet. Die nahegelegenen erloschenen Vulkane Karmelenberg und Tönchesberg sowie die nördlich gelegene Wannengruppe zeugen von vulkanischer Aktivität in verschiedenen Zeiträumen.

Ochtendung liegt in der Nähe der A 48 sowie der A 61 und hat jeweils eine eigene Autobahnabfahrt. Der Ort ist oberhalb des Nettetals gelegen. Nachbargemeinden sind Lonnig, Bassenheim, Plaidt, Kruft und Saffig. Bis vor einigen Jahren begann die B 258 in Koblenz und führte über Ochtendung nach Mayen und dann weiter bis nach Belgien am Nürburgring vorbei. Der Teil zwischen Koblenz und Mayen wurde wegen der Nähe zur Autobahn 48 abgestuft; seitdem ist dies die L 98.

Bis Ochtendung liegen noch heute die Schienen der ehemaligen Eisenbahnstrecke Strecke Koblenz-Lützel–Mayen Ost, die im Dezember 1983 für den Personenverkehr stillgelegt wurde. Heute verläuft auf der Strecke ab Ochtendung ein Bahntrassenradweg.

Gemeindegliederung

Zu Ochtendung gehören die Ortsteile Alsingerhof, Emmingerhof, Sackenheimerhöfe (ehemaliger Ortsteil von Bassenheim), Fressenhof und Waldorferhof.

Geschichte

Der Name des Ortes Ochtendung leitet sich aus dem Wort Thing, Ding, (Ochtendung von „of demo dinge“) ab. Ein Thing war zu früheren Zeiten der Begriff für ein Gericht, oder genauer gesagt: für den Ort, an dem Gericht gehalten wurde.

Kaiser Karl IV. verlieh Ochtendung am 8. Januar 1354 Frankfurter Stadtrecht. 1563 umfasste die Ortschaft unter dem Namen Ochtendunk 75, 1683 64 Feuerstellen. Landesherrlich gehörte sie bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Trier und bildete zunächst einen eigenen Amtsbezirk mit Sitz auf der Burg Wernerseck, unterstand später aber der Verwaltung des Amtes Münster-Maienfeld.[2]

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ochtendung; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 980
1835 1.384
1871 1.824
1905 2.518
1939 2.966
1950 3.518
Jahr Einwohner
1961 3.712
1970 4.067
1987 3.910
1997 4.970
2005 5.228
2014 5.370

Archäologie

Die Südosteifel ist eine „Fundgrube“ für Archäologen. 3 km nördlich von Ochtendung, im Bereich des Vulkans „Wanneköpfe“, wurde 1997 von Axel von Berg eine Neandertalerkalotte mit 3 Steinartefakten (ein Breitschaber, ein diskoider Kern und ein kleiner Abschlag) gefunden[4]. Bei der Kalotte handelt es sich um das Schädeldach eines erwachsenen Mannes (30-45 Jahre), das unter dem Druck des Erdreichs in drei Teile zerbrochen war, die sich aber wieder nahtlos aneinanderfügen ließen. Ihr Alter ließ sich geologisch und mit der Leucin-Analyse auf 160.000-170.000 Jahre datieren; sie stammt also von einem sogenannten „frühen Neandertaler“. Besonders interessant ist die Kalotte aufgrund ihrer morphologischen Nähe zum homo erectus und weil sie an den Rändern Spuren von menschlicher Bearbeitung aufweist. Vermutlich wurde sie „umgearbeitet“ und als Werkzeug oder Schale genutzt. Die Kalotte wurde sehr schnell von Sediment bedeckt und befindet sich deshalb in einem sehr guten Erhaltungszustand.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Ochtendung besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Ich tu´s Gesamt
2014 10 9 2 1 22 Sitze
2009 11 7 2 2 22 Sitze
2004 9 10 2 1 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Ochtendung e.V.
  • Ich tu’s = Ich tu’s -DIE BÜRGER- Initiative e.V.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber ein rotes durchgehendes Balkenkreuz, bewinkelt von vier schwarzen Ringen (Kreisen).“

Das rote Balkenkreuz in Silber ist das Wappen Kurtriers, zu dem Ochtendung über siebenhundert Jahre hindurch gehörte, die Kreise (Ringe) symbolisieren die alte Gerichtsstätte im Maifeld, seinerzeit „Ding“ oder „Thing“ genannt. Von diesem Begriff ist auch der Ortsnamen Ochtendung abgeleitet - „of demo dinge“ wurde der Ort in der ersten urkundlichen Erwähnung vom 10. Juni 963 genannt. Es handelte sich dabei um einen Schenkungsakt des fränkischen Gaugrafen Udo sowie seiner beiden Vizegrafen Raginbold und Bernhard zugunsten des Stiftes von Münstermaifeld.[7]

Gemeindepartnerschaften

Die Gemeinde unterhält Partnerschaften mit Caiazzo in Italien und La Chaussée-Saint-Victor in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ochtendung

Tourismus

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Quellen

  • Human Evolution, 19,1 S. 1–8 (2004) (Zeitschrift)
  • Terra Nostra, Schriften der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, 2006/2 (Kongresszeitschrift)

Weblinks

 Commons: Ochtendung  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 145, 155, 215/216.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Neandertalerreste im Eifelkrater entdeckt (Memento vom 27. Juli 2011 im Internet Archive)
  5. Axel von Berg, Silvana Condemi & Manfred Frechen: Die Schädelkalotte des Neanderthalers von Ochtendung/Osteifel — Archäologie, Paläoanthropologie und Geologie. In: Eiszeitalter und Gegenwart. Hannover 2000, abgerufen am 25. März 2014 (PDF; 8,9 MB).
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Ochtendung. Wappen. In: Das Maifeld. Abgerufen am 20. Dezember 2015.
  8. Harald Paganetti. Abgerufen am 28. August 2014.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ochtendung (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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