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Oblast Moskau


Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Moskau
Московская область
Flagge Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Fläche 45.799 km²[1]
Bevölkerung 7.095.120 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 155  Einw./km²
Verwaltungszentrum Moskau
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (91,0 %)
Ukrainer (2,2 %)
(Stand: 2002)
Gouverneur Andrei Worobjow
Gegründet 14. Januar 1929
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahlen (+7) 496xx
Postleitzahlen 140000–144999
Kfz-Kennzeichen 50, 90, 150, 190, 750
OKATO 46
ISO 3166-2 RU-MOS
Website www.mosoblonline.ru
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Die Oblast Moskau (russisch Моско́вская о́бласть/Moskowskaja oblast; umgangssprachlich oder halboffiziell auch Подмоско́вье/Podmoskowje) ist eine Oblast im Föderationskreis Zentralrussland. Sie umfasst den dicht besiedelten und wirtschaftlich gut entwickelten Großraum Moskau. Die Stadt Moskau ist Verwaltungssitz der Oblast, gehört allerdings verwaltungstechnisch nicht dazu, sondern stellt ein eigenes Föderationssubjekt dar.

Geographie

Die Region liegt im fruchtbaren Becken der Flüsse Wolga, Oka, Kljasma und Moskwa. Im Norden und Westen der Oblast liegt der Moskauer Höhenrücken, der mit dem Klin-Dmitrower Höhenzug bis zu 310 m Höhe erreicht. Im Osten und Südosten befindet sich die Tiefebene Meschtschora. Im Südwesten liegt die Mittelrussische Platte.

Auf dem Territorium des Moskauer Gebiets gibt es über 300 Flüsse, aber nur die Wolga, die Oka und die Moskwa sind schiffbar. Die Moskwa durchfließt die Oblast von West nach Ost und mündet im Süden des Oblass in die Oka, die den Südteil des Bezirks durchfließt. Insgesamt gibt es rund 350 Seen, allerdings sind alle seicht. Viele von ihnen sind in der Eiszeit entstanden. Die größten Seen des Moskauer Gebiets sind der Seneschsee mit einer Fläche von 15,4 km² und der Swjatojesee mit einer Fläche von 12,6 km². Im Moskauer Gebiet gibt es auch Sümpfe, besonders zahlreich sind sie auf der Meschtschora-Tiefebene und auf der Werchnewolschskaja-Tiefebene. Rund die Hälfte des Gebiets ist mit Wald bedeckt. Am häufigsten kommen hier Fichten, Kiefern und Birken vor.

Charakteristisch für die Tierwelt der Oblast Moskau sind Rotfuchs, Dachs, Eichhörnchen, Wildschwein, Elch, Feldhase und Igel. Über 170 Vogelarten sind heimisch, darunter verschiedene Spechte und Drosseln, Gimpel, Sprosser („Nachtigall“), Weißstorch und Graureiher. In den Gewässern der Moskauer Oblast gibt es Kaulbarsche, Karauschen, Karpfen, Brachsen, Plötzen, Zander und Hechte. Das Gebiet ist reich an Insektenarten. Allein von den Bienen gibt es über 300 Arten.

Das Moskauer Gebiet verfügt über unterschiedliche Bodenschätze. Hochwertige Sande finden im Bauwesen und Silikasande in der Glasindustrie Anwendung. Auch die Ton- und Lehmlagerstätten sind hier zahlreich. Die Gegend um Moskau ist für ihren Kalkstein bekannt. Bei Moskau gibt es auch Torflager. Im Moskauer Gebiet wurden zahlreiche Mineralquellen erschlossen.

Geschichte

Vor dem 9. Jahrhundert besiedelten hauptsächlich ugro-finnische Stämme das Stromgebiet der Moskwa und die angrenzenden Landschaften. Die Slawen haben erst im 10. Jahrhundert mit der aktiven Erschließung dieser Gegend begonnen.

Zu Mitte des 12. Jahrhunderts wurde das Territorium des heutigen Moskauer Oblast dem Fürstentum Wladimir-Susdal angegliedert. Gleichzeitig wurden Städte wie Wolokolamsk, Moskau, Swenigorod, Dmitrow gegründet. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebiet im Zuge der Mongolische Invasion der Rus verwüstet. Ab dem 13. Jahrhundert gehörte die Gegend um Moskau bereits zum Fürstentum Moskau. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Großfürstentum Moskau zum Kernstück des sich herausbildenden zentralisierten russischen Staates.

Seit 1708 gehörte das Gebiet zum von Peter I. gegründeten Gouvernement Moskau. Vom 18. bis 19. Jahrhundert erlebte die Leichtindustrie, insbesondere die Textilindustrie einen Aufschwung. Ihre wichtigen Zentren waren Bogorodsk, Pawlowski Possad und Orechowo-Sujewo. 1851 wurde auf dem Territorium des Moskauer Gouvernements die erste Eisenbahnlinie verlegt, die Moskau mit St. Petersburg verband, und 1862 wurde die Bahnstrecke nach Nischni Nowgorod in Betrieb genommen.

Am 14. Januar 1929 wurde die Oblast unter dem Namen Oblast Zentralindustrie gegründet. Am 3. Juni 1929 erfolgte schließlich die Umbenennung in den heutigen Namen. Nach Beginn des Barbarossafeldzugs wurden alle Industriewerke und die wichtigsten Betriebe der Oblast Moskau weit in das Hinterland verlegt. 1934, 1956 und 1966 erhielt die Oblast den Leninorden.

Am 1. Juli 2012 musste die Moskauer Oblast zwei Regionen im Rahmen der Hauptstadterweiterung an die Stadt Moskau abtreten. Die Ringform der Moskau umgebenden Oblast wurde damit durch die Hauptstadterweiterung in Richtung Südwesten unterbrochen.

Schon einige Monate vorher am 11. Mai 2012 war der bisherige Katastrophenminister Sergei Schoigu zum Gouverneur der Oblast Moskau ernannt worden. Er amtierte nur wenige Monate, bis er am 6. November 2012 zum Verteidigungsminister ernannt wurde. Zwei Tage später am 8. November ernannte der russische Präsident Wladimir Putin den Vizepräsidenten der Staatsduma und Vorsitzenden der Duma-Fraktion „Einiges Russland“, Andrei Vorobjow, zum amtierenden Gouverneur der Oblast Moskau. Er wird nur etwa ein Jahr im Amt bleiben bis zu den nächsten Regionalwahlen im September 2013.[3]

Wirtschaft

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte die Textilindustrie; heute gehören zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Maschinenbau, die Metallverarbeitung, die chemische Industrie, die Baustoffindustrie sowie Leichtindustrie als der älteste Industriezweig dieser Region. Auf dem Territorium der Oblast Moskau werden auch ausländische Investitionsprojekte umgesetzt.

Zurzeit rangiert das Moskauer Gebiet in der Wertschöpfung an der zweiten Stelle unter den Regionen Russlands (ohne St. Petersburg und Moskau).

Bildung und Wissenschaft

Viele wichtige russische Forschungseinrichtungen haben ihren Sitz in der Oblast. Gemessen an seinem wissenschaftlichen Bedeutung steht die Oblast Moskau nur hinter Moskau und St. Petersburg zurück. Bereits in den 1930er und 1940er Jahren entstanden auf dem Territorium Wissenschaftsstädte. Im August 2008 wurde die Stadt Protwino zur Wissenschaftsstadt erhoben.

Städte

In der Oblast gibt es 73 Städte und 67 Siedlungen städtischen Typs, davon sind eine Stadt und vier städtische Siedlungen „geschlossene“ (SATO). Fast 20 der Städte sind Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern, darunter das zum Goldenen Ring gehörende Tourismuszentrum Sergijew Possad und eine Reihe bedeutender Industriestandorte. 2015 wurden die beiden benachbarten Großstädte Schelesnodoroschny und Balaschicha zusammengeschlossen.[4]

Sowohl die Gesamtanzahl der Städte als auch die Zahl der Großstädte ist mit Abstand die größte für ein Föderationssubjekt Russlands. Die meisten Städte liegen im näheren Umkreis der Hauptstadt Moskau und bilden zusammen mit dieser die mit etwa 15 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Agglomeration Russlands.

Großstädte der Oblast Moskau
Name Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010 )[2]
Balaschicha Балашиха 215.494 [5]
Chimki Химки 207.425
Podolsk Подольск 187.961
Koroljow Королёв 183.402
Mytischtschi Мытищи 173.160
Ljuberzy Люберцы 172.525
Elektrostal Электросталь 155.196
Kolomna Коломна 144.589
Odinzowo Одинцово 138.930
Serpuchow Серпухов 127.041
Orechowo-Sujewo Орехово-Зуево 120.670
Krasnogorsk Красногорск 116.896
Sergijew Possad Сергиев Посад 111.179
Schtscholkowo Щёлково 110.411
Schukowski Жуковский 104.736
Puschkino Пушкино 102.874
Noginsk Ногинск 100.072

Verwaltungsgliederung

Die Oblast Moskau gliedert sich in 29 Rajons und 39 Stadtkreise, davon 5 „geschlossene“ Städte und Siedlungen (SATO). Zwei weitere zuvor existierende Stadtkreise, Schtscherbinka und Troizk, wurden zum 1. Juli 2012 an die Stadt Moskau angeschlossen, ebenso größere Teile der Rajons Leninski, Naro-Fominski und Podolski. Diese Gebiete bilden die neuen Moskauer Verwaltungsbezirke Nowomoskowski und Troizk.

Sport

Der Oblast Moskau war Eigentümer des russischen Erstliga Fußballvereins Saturn Ramenskoje, der offiziell daher auch FK Saturn Moskowskaja Oblast hieß. Am 30. Dezember 2010 traf die Regierung der Oblast Moskau jedoch die Entscheidung den Verein zu liquidieren.[6]

Weblinks

 Commons: Oblast Moskau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. 2,0 2,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5 , S. 12–209; 11 , S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Russian President Appoints Acting Governor Of Moscow Region , RFERL, 8. November 2012
  4. Duma des Moskauer Oblasts, Д-1-662па «Об объединении городов областного подчинения Московской области Балашиха и Железнодорожный и внесении изменения в Закон Московской области «Об административно-территориальном устройстве Московской области» (24. Dezember 2014), auf: mosoblduma.ru, abgerufen am 2. September 2015 (russisch).
  5. Die Bevölkerungszahl von Balaschicha stieg 2015 durch den Zusammenschluss mit Schelesnodoroschny auf 423.946 an. Mosowlstat, Оценка численности населения на 1 января 2014 и 2015 годов и в среднем за 2014 год (doc-Datei) auf: msko.gks.ru, abgerufen am 2. September 2015 (russisch). Gesamtzahl aus den Einwohnerzahlen von Balaschicha: 271.961 und Schelesnodoroschny: 151.985 (Stand 1. Januar 2015).
  6. Правительство Московской области ликвидирует "Сатурн" , news.sport-express.ru (russisch)

Kategorien: Föderationssubjekt der Russischen Föderation | Oblast Moskau

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