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Oblast Magadan


Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Magadan
Магаданская область
Flagge Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Fläche 462.464 km²[1]
Bevölkerung 156.996 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 0,3  Einw./km²
Verwaltungszentrum Magadan
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (80,2 %)
Ukrainer (9,9 %)
Ewenen (1,4 %)
Weißrussen (1,2 %)
Tataren (1,1 %)
(Stand: 2002)
Gouverneur Wladimir Petscheny (kommissarisch)
Gegründet 3. Dezember 1953
Zeitzone UTC+11
Telefonvorwahlen (+7) 413xx
Postleitzahlen 685000–686999
Kfz-Kennzeichen 49
OKATO 44
ISO 3166-2 RU-MAG
Website www.magadan.ru
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Die Oblast Magadan (russisch Магаданская область/ Magadanskaja oblast) ist eine Verwaltungsregion (Oblast) in Russland.

Die Oblast liegt im Fernen Osten Russlands am Ochotskischen Meer. Sie umfasst einen Teil des Ostsibirischen Berglandes, insbesondere das Kolymagebirge. Etwa die Hälfte entwässert zum Ochotskischen Meer, die andere Hälfte gehört zum Einzugsgebiet der Kolyma. Die Oblast ist äußerst dünn besiedelt, noch dazu wohnt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Hauptstadt Magadan. Die Fläche ist mit 462.464 km² wenig größer als jene Schwedens. Die Lage reicht von der geografischen Breite Stockholms bis knapp südlich des Polarkreises.

Bevölkerung

Die russische Besiedlung des Gebietes begann im 17. Jahrhundert. Zu Sowjetzeiten war die Region als Standort zahlreicher „Gulags“ berüchtigt. Die Stadt Magadan wurde erst 1939 gegründet, als Transitstadt für die Verschickung der Zwangsarbeiter in die Bergbaugebiete. Bei den letzten russischen Volkszählungen in den Jahren 2002 und 2010 gab es eine Bevölkerungszahl von 182.726 respektive 156.996 Bewohnern. Somit sank die Einwohnerzahl in diesen acht Jahren um 25.730 Personen (-14,08 %). In Städten wohnten 2010 149.811 Menschen. Dies entspricht 95,42 % der Bevölkerung (in Russland 73 %). Bis zum 1. Januar 2014 sank die Einwohnerschaft weiter auf 150.312 Menschen.

Das Gebiet ist abgelegen und äußerst dünn besiedelt. Infolge des Rückgangs des Abbaus von Rohstoffen hat es seit 1989 fast 60 % (1989–2010: -59,92 %) seiner Einwohner, vor allem Russen, durch Abwanderung nach Zentralrussland eingebüßt. Auch die früher stark vertretenen Zuwanderergruppen der Ukrainer, Weißrussen und Tataren sind in Scharen weggezogen.

Bevölkerungsentwicklung

Das Gebiet war bis in die Stalinzeit kaum besiedelt. So zählte man in der ersten Volkszählung der Sowjetunion nur rund 7.000 Menschen. Die Bevölkerung wuchs durch Verschickung von Zwangsarbeitern stark an. Die Volkszählung 1939 ergab bereits 149.712 Bewohner (27.313 in der Stadt Magadan, 21.887 im Rajon Ola, 1.793 im Rajon Sewero-Ewenkien und 98.719 im Rajon Srednekan). Seit dem 3. Dezember 1953 bilden diese Gebiete den heutigen Oblast.

Bevölkerungsentwicklung
192619391959197019791989200220102014
7.000149.712188.889251.297336.951391.687182.726156.996150.312

Anmerkung: 1926 und 1939 gehörte das spätere Gebiet der 1953 gegründeten Oblast zum Bestand der Region Chabarowsk. Die Bevölkerungszahlen sind ohne die Bewohner des Nationalkreises, ab 1980 Autonomen Kreises der Tschuktschen, der bis 1992 zur Oblast gehörte.

Stadt- und Landbevölkerung

Seit dem Ende der Sowjetunion findet nicht nur eine Abwanderung in andere Regionen Russland statt. Es kam seit 1990 zu einer gewaltigen Landflucht. Ganze Dörfer verloren einen Großteil ihrer Einwohner. Auch die Stadtbevölkerung sank seit 1989. Dennoch ist der Anteil der städtischen Bewohner stetig gewachsen.

-
Stadt- und Landbevölkerung
Volkszählung 1989 Volkszählung 2002 Volkszählung 2010
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Stadt 328.293 83,82 % 168.725 92,34 % 149.811 95,42 %
Land 63.394 16,18 % 14.001 7,66 % 7.185 4,58 %
Einwohner 391.687 100 % 182.726 100 % 156.996 100 %

Volksgruppen

Die einheimischen Völker waren bis in die Sowjetzeit trotz ihrer Zugehörigkeit zum Zarenreich beinahe unter sich. Nach der Zwangsverschickung in die Straflager unter Stalin und der Entdeckung von zahlreichen abbaubaren Rohstoffen änderte sich dies. Die indigenen Ethnien sind heute, wie in den meisten Gebieten Sibiriens und des Fernen Osten, eine kleine Minderheit. Sie zählen stets etwa 6.000 Personen (2002: 5994, 2010: 5854) und stellen rund 4 % der Einwohnerschaft. Die Bevölkerung des Gebiets besteht trotz Abwanderung immer noch mehrheitlich aus Russen.

Die Verteilung der verschiedenen Volksgruppen sah folgendermaßen aus:

Bevölkerung des Oblasts nach Volksgruppen
Nationalität VZ 1989 Prozent VZ 2002 Prozent VZ 2010 Prozent
Russen 294.500 75,19 146.511 80,18 127.936 81,49
Ukrainer 58.172 14,85 18.068 9,89 9.857 6,28
Ewenen 2.433 0,62 2.527 1,38 2.635 1,68
Tataren 5.752 1,47 2.006 1,10 1.415 0,90
Weißrussen 7.381 1,88 2.169 1,19 1.121 0,71
Korjaken 918 0,23 888 0,49 900 0,57
Inguschen 717 0,18 808 0,44 743 0,47
Itelmenen 492 0,13 643 0,35 613 0,39
Aserbaidschaner 946 0,24 563 0,31 572 0,36
Usbeken 582 0,15 201 0,11 523 0,33
Einwohner 391.687 100,00 182.726 100,00 156.996 100,00

Anmerkung: die Anteile beziehen sich auf Gesamtzahl der Einwohner. Also mitsamt dem Personenkreis, der keine Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit gemacht hat (2002 606 resp. 2010 4.930 Personen)

Einheimische Völker

Als einheimische Völker gelten alle Volksgruppen, die vor der Eroberung des Gebiets durch die Kosaken bereits dort wohnten. Die Burjaten als Bewohner Sibiriens und die Kamtschadalen (russisch-itelmenische Mischbevölkerung mit russischer Muttersprache) werden auch dazugezählt.

Indigene asiatische Ethnien
Ethnien 1989 2002 2010
Ewenen 2.433 0,62 % 2.527 1,39 % 2.635 1,73 %
Korjaken 918 0,23 % 888 0,49 % 900 0,59 %
Itelmenen 492 0,13 % 643 0,35 % 613 0,40 %
Burjaten 1.345 0,34 % 466 0,26 % 412 0,27 %
Jakuten 643 0,16 % 469 0,26 % 407 0,27 %
Tschuktschen 649 0,17 % 248 0,14 % 285 0,19 %
Kamtschadalen k.Ang.  ? % 314 0,17 % 280 0,18 %
Orotschen 36 0,01 % 126 0,07 % 76 0,05 %
Jukagiren 68 0,02 % 79 0,04 % 71 0,05 %

Anmerkung: Die Kamtschadalen wurden 1989 nicht als eigene Ethnie gezählt. Wegen ihrer russisch-itelmenischen Herkunft gaben sie sich damals wohl als Russen oder Itelmenen aus

Wirtschaft

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Bergbau; vor allem Gold, Silber und Zinn werden gefördert. Ebenfalls von Bedeutung sind Fischerei und Energiegewinnung.

Verwaltungsgliederung

Die Oblast Magadan gliedert sich in acht Rajons und einen Stadtkreis. Den Rajons sind insgesamt 24 Stadt- und 15 Landgemeinden unterstellt (Stand: 2010).

[A 1] Rajon/
Stadtkreis
Einwohner[3] Fläche
(km²)
Bevölkerungs-
dichte
(Ew./km²)
Stadt-
bevölkerung[A 2]
Land-
bevölkerung[A 3]
Verwaltungssitz Weitere Orte[A 4] Anzahl
Stadt-
gemeinden
Anzahl
Land-
gemeinden
I Magadan 106.338 2.950 36 106.338   Sokol, Uptar 3
7 Chassyn 7.716 19.200 0,40 7.346 370 Palatka Atka, Karamken, Stekolny, Talaja 5
8 Jagodnoje 10.285 29.500 0,35 10.155 130 Jagodnoje Burchala, Debin, Orotukan, Sinegorje 5
1 Ola 10.610 75.900 0,14 7.410 3.200 Ola Arman 2 7
2 Omsuktschan 5.469 60.400 0,09 5.449 20 Omsuktschan Dukat 2
3 Sewero-Ewenski 2.573 102.000 0,03 1.403 1.170 Ewensk   1 5
4 Srednekan 3.176 91.800 0,03 2.506 670 Seimtschan   1 3
5 Sussuman 9.513 46.800 0,20 9.505 8 Sussuman Cholodny, Kadyktschan, Mjaundscha, Schiroki 4
6 Tenkin 5.568 35.600 0,16 4.012 1.556 Ust-Omtschug imeni Gastello, Madaun, Omtschak[A 5] 4

Anmerkungen:

  1. Nummer des Rajons/Stadtkreises (in alphabetischer Reihenfolge der Namen im Russischen)
  2. Die Angaben zur Stadt- und Landbevölkerung sind nur bedingt aussagekräftig, da bei stark sinkender Bevölkerungszahl auch eine Reihe kleiner Ortschaften mit teils nur noch weniger als 1000 Einwohnern immer noch den Status von Siedlungen städtischen Typs besitzt, deren Bewohner in der russischen Statistik zur Stadtbevölkerung zählen, wie auch die nomadisch oder halbnomadisch lebenden Angehörigen der indigenen Völker, die in diesen Ortschaften gemeldet sind.
  3. teils auf gemeindefreien Gebiet
  4. Siedlungen städtischen Typs bzw. Stadtgemeinden
  5. ländliche Siedlungen, die aber Zentren von Stadtgemeinden sind; die Einwohner werden in den Bevölkerungsdaten 2010 der Landbevölkerung zugerechnet

Orte

In der Oblast Magadan gibt es neben dem Verwaltungszentrum Magadan nur eine weitere Stadt, Sussuman, sowie 28 Siedlungen städtischen Typs (gemäß Angaben der Volkszählung nach Rosstat; nach Angaben der Oblastverwaltung haben sechs der Siedlungen – Belitschan, Bolschewik, Galimy, Kadyktschan, Spornoje und Werchni At-Urjach – diesen Status mittlerweile verloren und sind nun formal ländliche Siedlungen, wurden dabei aber größtenteils ganz aufgegeben).

Größte Orte
Stadt*/Städt. Siedlung Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010 )[2]
Magadan* Магадан 95.982
Ola Ола 6.215
Sussuman* Сусуман 5.855
Sokol Сокол 4.685
Palatka Палатка 4.244
Jagodnoje Ягодное 4.210
Omsuktschan Омсукчан 4.157
Ust-Omtschug Усть-Омчуг 3.914

Weblinks

 Commons: Oblast Magadan  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. 2,0 2,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5 , S. 12–209; 11 , S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Einwohnerzahlen 2010 beim Föderalen Dienst für staatliche Statistik Russlands (Berechnung per 1. Januar; Exceldatei; 562 kB)

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