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Oberaletschgletscher


Oberaletschgletscher

Oberaletschgletscher mit Nesthorn (links)

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Typ Talgletscher
Länge 8,8 km (2007)[1]
Fläche 23,66 km² (1993)[2]
Exposition Südost
Höhenbereich 3'890 m ü. M. – 2'144 m ü. M. (2001)[3]
Neigung ⌀ 21,5° (39 %) [4]
Eisvolumen 2,21 ± 0,55 km³ (1993)[2]
 
Entwässerung Massa, Rhone

Der Oberaletschgletscher ist ein Talgletscher an der Südseite der Berner Alpen, im Kanton Wallis, in der Schweiz. Im Jahr 2007 wurde die Länge mit 8.8 km ermittelt[1], in den folgenden Jahren konnte aufgrund der hohen Schuttbedeckung die Längenänderung nicht verlässlich ermittelt werden. Für das Jahr 1993 wird die Fläche mit 23.66 km² angegeben.[2]

Der Oberaletschgletscher besteht aus zwei etwa gleich grossen Quellgletschern. Der eigentliche Oberaletschgletscher nimmt seinen Ausgangspunkt als steiler Hanggletscher an der Südwestflanke des Aletschhorns auf rund 3'700 m . Er vereinigt sich im Tal mit den Eismassen weiterer Firnfelder und fliesst anschliessend nach Süden, flankiert vom Schinhorn im Westen und dem Geisshorn im Osten. Der zweite Quellgletscher ist der Beichgletscher, der am Osthang des vergletscherten Lötschentaler Breithorns auf ebenfalls rund 3'700 m entsteht und mit leichten Windungen nach Osten fliesst, gesäumt vom Nesthorn im Süden und dem Schinhorn im Norden. Ab dem Vereinigungspunkt wendet sich der Oberaletschgletscher nach Südosten und durchfliesst das tiefe Tal zwischen dem Sparrhorn (3'021 m ü. M. ) und dem Grossen Fusshorn (3'627 m ü. M. ). Im unteren Abschnitte ist der Gletscher stark mit Schutt bedeckt. Die Gletscherzunge endet in einer Schlucht auf rund 2150 m ü. M. Das Schmelzwasser fliesst zur Massa, dem Abfluss des Grossen Aletschgletschers, und mit dieser zur Rhone.

Während des Hochstadiums der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Oberaletschgletscher durch die eisgefüllte Oberaletschschlucht mit dem Grossen Aletschgletscher verbunden. Diese Verbindung riss etwa im Jahr 1878 ab. Ein weiterer, flacher Zungenlappen reichte bis 1906 über einen Kamm auf die Obflühgand.

Die Oberaletschhütte des Schweizer Alpen-Clubs auf 2'640 m oberhalb des Zusammenflusses von Beich- und Oberaletschgletscher war ursprünglich ausschliesslich über den Gletscher zu erreichen. Seit Juli 2005 existiert ein neuer Panoramaweg, der an der Südwestflanke der Fußhörner vorbeiführt und einen gletscherfreien Zustieg ermöglicht. Die Hütte kann über diesen Weg in ca. 4 bis 5 Stunden ab Bergstation Belalp erreicht werden.

Das Gebiet des Oberaletschgletschers wurde zusammen mit dem Grossen Aletschgletscher im Dezember 2001 als Biosphärenreservat Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ins UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Oberaletschgletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online , auch als PDF , abgerufen am 13. Februar 2014).
  2. 2,0 2,1 2,2 Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online ; PDF; 756 kB).
  3. WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  4. Andreas Linsbauer, Frank Paul, Wilfried Haeberli: Modeling glacier thickness distribution and bed topography over entire mountain ranges with GlabTop: Application of a fast and robust approach. In: Journal of Geophysical Research., Band 117, F03007, 2012, doi:10.1029/2011JF002313 (online )

Weblinks


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