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Oßling


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: BautzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 162 m ü. NHN
Fläche: 43,58 km²
Einwohner: 2322 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01920
Vorwahl: 035792
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 420
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 10
01920 Oßling
Webpräsenz: www.ossling.net
Bürgermeister: Siegfried Gersdorf (WV Elstergrund, seit 1. Juli 2013)
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Oßling (obersorbisch Wóslink?/i) ist eine Gemeinde im Norden des ostsächsischen Landkreises Bautzen in der Oberlausitz.

Geographie und Verkehr

Die Gemeinde liegt innerhalb ausgedehnter Wälder im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet etwa 12 km nordöstlich von Kamenz und 15 km südwestlich von Hoyerswerda. Sie liegt südöstlich der B 97. Die Gemeinde Oßling liegt an der Schwarzen Elster, davon direkt am Lauf nur die Ortsteile: Milstrich, Döbra und Trado. Von Oßling aus führt eine dem Abtransport von Lausitzer Grauwacke aus dem Oßlinger Steinbruch dienende Anschlussbahn zur Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz.

Ortsgliederung

Oßling besteht aus den Ortsteilen:

  • Döbra (obersorbisch Debricy), 204 Einwohner
  • Liebegast (Lubhozdź), 151 Ew.
  • Lieske (Lěska), 296 Ew.
  • Milstrich (Jitro), 322 Ew.
  • Oßling (Wóslink), 679 Ew.
  • Scheckthal (Pisany doł), 85 Ew.
  • Skaska (Skaskow), 280 Ew.
  • Trado (Tradow), 72 Ew.
  • Weißig (Wysoka) mit Otterschütz (Wotružica), 263 Ew.[2]

Politik

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 66,2 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,1 %
14,9 %
29,5 %
6,5 %
WVEG
AFV
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählervereinigung "Elstergrund" (WVEG): 7 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Bündnis Arbeit Familie Vaterland (AFV): 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Sehenswürdigkeiten

Nagelsche Säule

In den Jahren 1862–1890 wurde die Königlich-Sächsische Triangulation auf dem Staatsgebiet des Königreiches Sachsen durchgeführt. Die in Oßling 1864 errichtete Säule ist eine Station 1. Ordnung. Sie ist beschriftet mit „Station Ossling der Mitteleurop. Gradmessung, K. Sachsen, 1864“. Außerdem findet man eine Tafel mit folgender Aufschrift: „Original Vermarkung (Nagelsche Säule) eines Punktes der Europäischen (anfänglich „Mitteleuropäischen“) Gradmessung im Königreich Sachsen“. Diese 1862–1890 geschaffene wissenschaftliche Vermessung zur Ermittlung von Form und Größe der Erde war das Lebenswerk des sächsischen Geodäsie-Professors August Nagel (1821–1903). Der Pfeiler wurde wegen Steinbrucherweiterung von seinem ursprünglichen, ca. 750 m entfernten Standort geborgen und anschließend als vermessungs- und heimatkundliches Denkmal von der Gemeindeverwaltung Oßling im Zusammenwirken mit dem Landesvermessungsamt Sachsen hier aufgestellt.

Geschichte

Der Ortsname „Oßling“ kommt aus der sorbischen Sprache von Wosling, was so viel wie Steinberg bedeutet. Die Namensgebung dürfte sich auf den Oßlinger Berg beziehen, an dem schon in Frühzeiten Grauwacke abgebaut wurde. Nach dem Wiener Kongress kam Oßling wie große Teile der Lausitz im Jahr 1815 zu Preußen, wurde aber im Jahr 1818 wieder dem Königreich Sachsen zugeordnet. Im Jahr 1994 wurde die Großgemeinde Oßling im Zuge der sächsischen Gebietsreform gebildet.

Der Ortsteil Lieske gehört seit dem Jahr 1896 zur Gemeinde. Das dortige Rittergut wurde 1897 dem „Verein für Arbeiterkolonien Sachsen“ übergeben. Aus dem Koloniegut entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg über mehrere Zwischenstationen der heutige Missionshof des Diakonischen Werkes Kamenz mit Wohn- und Arbeitsplätzen (Werkstatt, Hofladen, Brauerei) für geistig behinderte Menschen.[4]

Der Ortsteil Trado wurde im Jahr 1374 erstmals als Matei Tradow erwähnt. Der Name dürfte vom Sorbischen tradacz stammen und bedeutet so viel wie „Mangel“.
Der Ortsteil Skaska fand sein urkundliche Erwähnung erstmals 1383.
Der Ortsteil Döbra wurde im Jahr 1374 erstmals als Dobry (was so viel wie „gut“ bedeutet) urkundlich erwähnt. Im Jahr 1992 wurden südlich von Döbra Spuren der Besiedlung aus der Jungbronzezeit (1000 bis 800 v. Chr.) gefunden.
Der Ortsteil Liebegast wurde im Jahr 1408 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist auf den Ortsgründer Lubogost zurückzuführen. Später wurde der Name dann zu Liebegast eingedeutscht. Er wurde am 1. Juli 1950 nach Sollschwitz (Kr. Hoyerswerda) eingegliedert. Am 1. Januar 1994 wurde der OT Sollschwitz ausgegliedert und in die Gemeinde Oßling eingegliedert.
Die ehemals selbständigen Gemeinden Döbra, Skaska und Trado schlossen sich am 1. Januar 1969 zur Gemeinde Skaska-Döbra zusammen, diese wurde am 1. Januar 1994 nach Oßling eingegliedert.

Noch 1884/85 waren alle heutigen Ortsteile mehrheitlich Sorbisch geprägt, wobei sie sich am äußeren Rand des Kernsiedlungsgebietes befanden. Oßling selbst war zu 56 %, Döbra und Skaska zu 82 %, Weißig zu 83 %, Lieske zu 92 %, Milstrich zu 93 % und Trado ausschließlich von Sorben bewohnt.[5] Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist die Sorbische Sprache aus dem Alltag weitgehend verschwunden und nur Milstrich zählt heute noch zum offiziellen Siedlungsgebiet.

Bildung

Die Gemeinde Oßling verfügt über eine Grundschule, welche sich Kastanienschule nennt. Außerdem ist eine privat geführte evangelische Oberschule im Ort ansässig, die – obwohl Oßling außerhalb des sorbischen Siedlungsgebietes liegt – Sorbisch-Unterricht anbietet.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Oßling. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 35. Heft: Amtshauptmannschaft Kamenz (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1912, S. 258.

Weblinks

 Commons: Oßling  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Oßling im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Angaben der Gemeindeverwaltung Oßling; Stand: Dezember 2012
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Webpräsenz des Missionshofes Lieske
  5. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Oßling (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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