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Nottleben


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: GothaVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Nesseaue
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 8,5 km²
Einwohner: 414 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99192
Vorwahl: 036208
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dr.-Külz-Str. 4
99869 Friemar
Webpräsenz: www.vg-nesseaue.de
Bürgermeister: Jochem Bachies
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Nottleben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue.

Geographie

Nottleben liegt an der Nesse, nordöstlich der Stadt Gotha und nördlich der Bundesstraße 7 bei Gamstädt. Das Dorf befindet sich in einem Ackerbaugebiet des Thüringer Beckens. Im Nordwesten des Ortes der mündet der Mollbach in die Nesse.

Geschichte

Nottleben wurde im Jahr 1168 erstmals urkundlich erwähnt. Es hieß früher Notteleibin. Im ausgehenden 15. Jahrhundert wurde das „Erfurter Dorf“ Nottleben Sitz einer großen Vogtei des Erfurter Gebiets, zu der noch 12 weitere Dörfer gehörten. Der Ort entwickelte sich zu einem Bauerndorf mit teils sehr beachtlichen Höfen. Seit der Verwaltungsreform von 1706 gehörte er zum Amt Alach. 1802 kam Nottleben mit dem Erfurter Gebiet zu Preußen und zwischen 1807 und 1813 zum französischen Fürstentum Erfurt. Während der französischen Besetzung 1806 bis 1813 hatte Nottleben Requisitionen und Lieferungen im Wert von 18.600 Thalern zu zahlen. Der Schaden durch Plünderungen beim Rückzug der Napoleonischen Armee im Oktober 1813 wurde auf 23.000 Thaler geschätzt.

Mit dem Wiener Kongress kam der Ort mit dem Amt Alach wieder zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen angegliedert. 1887 hatte der Ort 560 Einwohner. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs erlebte er mit Erfurt eine erfreuliche Entwicklung. Von 1926 bis 1967 hatte Nottleben mit der Kleinbahn Erfurt–Nottleben einen Eisenbahnanschluss nach Erfurt. Im Zweiten Weltkrieg hatte Nottleben noch mehr Gefallene und Vermisste zu verzeichnen, als bereits im Krieg davor. Wieder mussten die Frauen und Kriegsgefangene die Arbeit der eingezogenen Männer übernehmen.

Am 9. April 1945 besetzten US-Truppen den Ort. Davor erfolgte Artillerie-Beschuss, durch den neun tote Zivilisten, darunter 3 Kinder, zu beklagen waren. 12 bäuerliche Gehöfte wurden beschädigt oder zerstört. Der NS-Bürgermeister wurde festgenommen und in ein Lager verbracht. Der Ort hatte viele Heimatvertriebene aufzunehmen. Anfang Juli wurde Nottleben Teil der SBZ. Aus den Wahlen nach 1945 ging die LDPD als stärkste Partei hervor. Der von ihr 1946 gestellte Bürgermeister wurde 1947 abgesetzt, „da er mit der Entwicklung nicht Schritt halten konnte“. 1954 kam ein ortsfremder Bürgermeister aus der Aktion „Industriearbeiter aufs Land“. Im November 1945 wurde eine Bodenreformkommission gebildet, die 75 ha Land an 42 Arbeiter und landarme Bauern aufteilte. Es folgte 1953 die Gründung einer LPGRosa Luxemburg“, welche 1956 20 Mitglieder und 73 ha hatte. 1956 holte man den Turmknopf vom Kirchturm. 38 Ein- und Ausschusslöcher von 1945 mussten verlötet werden. Durch den Beschuss war ein Teil der Urkunden unleserlich geworden. Die meisten hier angeführten Informationen stammen aus dem Turmknopf, auch aus den 1956 neu hinterlegten Schriftstücke.[2] Nottleben verlor später seine Pfarrei, die Kirche verfiel.

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms in Thüringen nach der Wiedervereinigung wurde ab 2003 der Dorfplatz („Karl-Marx-Platz“) als Zentrum des Ortes erneuert, das Backhaus zum Bürgerhaus umgestaltet und die Dorfschenke saniert. Viele Häuser büßten unter Dämmplatten ihre Fachwerkfassaden ein.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 468
  • 1995 – 457
  • 1996 – 459
  • 1997 – 461
  • 1998 – 458
  • 1999 – 465
  • 2000 – 466
  • 2001 – 458
  • 2002 – 456
  • 2003 – 465
  • 2004 – 455
  • 2005 – 447
  • 2006 – 450
  • 2007 – 446
  • 2008 – 438
  • 2009 – 437
  • 2010 – 437
  • 2011 – 436
  • 2012 – 444
  • 2013 – 439
  • 2014 – 443
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

Die Peter-und-Paul-Kirche entstand im Wesentlichen zwischen 1427 und 1493, ein Umbau erfolgte im Jahr 1521. Der Turm ist fünfgeschossig, mit Gliederung durch Gesimse, hat eine umlaufende Galeriebrüstung mit Wasserspeiern an den Ecken und einen schlanken, verschieferten Turmhelm. Das Kirchenschiff hat einen dreiseitigen Chorschluss und kielbogige Portale an Nord- und Südseite. Zur DDR-Zeit verfiel die Kirche, das Wahrzeichen von Nottleben. Der Kirchturm allerdings erhielt 1983 ein neues Schieferdach. Das Dach des Kirchenschiffs wies seit Anfang der 1970er Jahre Lücken auf, im Laufe der Jahre verfiel es, die Schieferziegel fielen herunter. Daher sollte schon der Friedhof gesperrt werden. Für die Neueindeckung des Dachs fehlten Handwerker und Material, trotz Bemühungen der Gemeinde bei staatlichen und kirchlichen Stellen. Nach Lauszat, der die Bauakte der Kirche studiert hat, gab es auch „schuldhafte Gründe“.[3] Die Innenausstattung war dem Regen ausgesetzt. Die Orgel verrottete. Ein Flügelaltar und Figuren aus der Kirche wurden erhalten und in den Gemeindesaal des Pfarrhauses übernommen. Eine Pieta aus der Zeit um 1500 kam in das Erfurter Angermuseum. 1985 wurde das Dach des Kirchenschiffs abgetragen, nur die Außenmauern blieben stehen. An sich sollte das gesamte Kirchenschiff gesprengt werden. Der Turm wurde 2008 gründlich saniert. Über eine Notleiter ist er nach Anmeldung wieder begehbar.[4] Die drei gusseisernen Glocken von 1919 sind funktionstüchtig.

Das Pfarrhaus, in dem die Gottesdienste stattfinden, harrt der notwendigen Sanierung.

Der ehemalige Bahnhof wurde nach Privatisierung zu einer ansprechenden Villa umgestaltet, auch der benachbarte frühere Lokschuppen ist erhalten und saniert.

Galerie

Weblinks

 Commons: Nottleben  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. „Nottleben 1887–1956“. Abschriften der Dokumente, welche sich im Turmknopf befinden. Hrsg. Winfried Axmann, 1956
  3. Hellmuth Lauszat: Die Kirche und ihre Kirchen. Erfurter Blätter, Nachrichten aus dem Evangelischen Kirchenkreis, Jahrgang 5, Nr. 3, 1995
  4. Wieland Fischer: Turm der Ruine gerettet. Thüringische Landeszeitung, 11. November 2008

Kategorien: Ort im Landkreis Gotha | Nottleben | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nottleben (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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