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Nordsee (Restaurantkette)


NORDSEE GmbH
Nordseelogo.png
Rechtsform GmbH
Gründung 23. April 1896
Sitz Bremerhaven, Deutschland
Leitung Robert Jung, Claus Schlüter und Holger Schmitt
Mitarbeiter ca. 6000
Umsatz 349 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Quickservice-Systemgastronomie
Website www.nordsee.de

Die Nordsee GmbH (ehemals Nordsee Fischspezialitäten GmbH) betreibt unter der Bezeichnung Nordsee eine Schnellrestaurantkette mit den Schwerpunkten Fisch und Meeresfrüchte. Sie entstand aus dem Frischfischhandel, der durch Salate und Fischbrötchen (z.B. mit Fischfrikadelle als Bremer) ergänzt wurde. Später kamen auch gegrillter, gedünsteter und gebratener Fisch, Fischnuggets und ähnliche Snacks sowie Wraps ins Sortiment.

Die Filialstruktur von Nordsee teilt sich in die drei Bereiche Snack (375 Standorte), Restaurant (374 Standorte) und Meeresbuffet (167 Standorte), die häufig in einer Filiale kombiniert auftreten (Stand 2016).

Geschichte

Nordsee wurde am 23. April 1896 in Bremen von einer Gruppe Bremer Reeder und Kaufleute unter Führung des Reeders Adolf Vinnen (1868–1926) als Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee gegründet. Sie gingen auf Fischfang, um den Menschen im Binnenland auf schnellstem Wege frischen Fisch anbieten zu können, und eröffneten noch im gleichen Jahr das erste Nordsee-Restaurant in Bremen. Die Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee hatte ihren Sitz in Nordenham, wo das Unternehmen vom Land Oldenburg ein Gelände pachtete und einen Fischereihafen baute.

Im Laufe der Zeit schaffte es Nordsee, eine der größten Fischfangflotten Deutschlands aufzubauen, von der jedoch bis zum Ende des Ersten Weltkrieges viele Schiffe versenkt oder enteignet wurden. Nach dem Krieg fusionierte Nordsee mit verschiedenen Fischerei- und Fanggesellschaften, so dass 1931 fast die Hälfte aller deutschen Fischereifahrzeuge für Nordsee auf Fischfang gingen. 1932 gab es in Deutschland bereits 128, in Österreich 32 Filialen. 1934 siedelte das Unternehmen von Nordenham nach Bremerhaven über.

Hochseefischerei Bremerhaven AG

1894 ließ der Reeder Heinrich Hohnholz bei den Werften von Georg Seebeck und Schichau Seebeck seine ersten Fischdampfer zum Hochsee-Fischfang bauen. 1905 wurde seine Reederei zur Hochseefischerei Bremerhaven AG, mit einer besonderen Sparte für die Heringsfischerei. 1914 hatte die Reederei 24 Fischdampfer für die Fischerei in der Nordsee aber auch an der westafrikanischen Küste und vier Herings-Dampflogger. 1929 ging die Reederei in die Reederei Nordsee auf.

Nordsee bei Unilever

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Expansion fort. Es wurden nach und nach immer mehr Fischläden (Meeresbüffets) eröffnet. Ende der 1950er Jahre kam es dann zu einem Verkauf an eine Käufergemeinschaft aus Dresdner Bank und Unilever. Unilever hielt seine Anteile bis 1997.

In der Mitte der 1960er Jahre kam das neue Nordsee-Konzept, Nordsee-Quick, hinzu. Das erste Restaurant dieser Art wurde in Darmstadt eröffnet. 1964 wurde das erste Nordsee Quick-Restaurant eröffnet; zehn Jahre später entstand in Göttingen die 100. Filiale dieser Art.

Nordsee bei Apax

Ab 1997 wurde die Nordsee an Apax Partners verkauft. Diese spalteten die Nordsee-Tochterfirmen ab, darunter die Deutsche See Fischmanufaktur und Frozen Fish International, Hersteller der bekannten Iglo-Tiefkühlfischprodukte.
Die verbleibenden Unternehmen wurden unter dem Dach der Nordsee Holding zusammengeführt.[2] 1999 führte Nordsee den so genannten Snack Shop als kleinere Verkaufsstelle im Vergleich zu den Restaurants ein.

2004 kam es zu einer Neuaufstellung des Sortimentes. Mit neuen Produkten und neuem Auftreten versuchte Nordsee, ihr Image zu verbessern.

2004 wurden zwei Nordseefilialen in Tschechien in Prag und Brünn eröffnet. Auch in Rumänien und Ungarn gibt es Filialen. In der Schweiz gibt es Nordseefilialen, es handelt sich dabei aber um Franchisingfilialen, die rechtliche Inhaberin ist die Candrian Seafood AG. Die Restaurants befinden sich an von Candrian Catering bevorzugten Lokalitäten wie Zürich Hauptbahnhof und dem Flughafen Zürich.

2011 wurde eine Filiale in der italienischen Provinz Novara bei Mailand im Shoppingcenter in Vicolungo eröffnet.

Nordsee bei Kamps und Müller

2005 wurde die Nordsee GmbH durch die Heiner Kamps gehörende Kamps Food Retail Investment SA (KFRI) gemeinsam mit dem japanischen Bankhaus Nomura vom bisherigen Eigentümer Apax erworben. Kamps war bereits seit vielen Jahren Minderheitsgesellschafter.

2006 verkaufte Nomura ihren Anteil von 19,5 Prozent an die KFRI, die dadurch fast 100 Prozent der Anteile besaß. Im Dezember 2006 wurde bekannt, dass KFRI für 130 Millionen Euro an International Food Retail Capital (IFRC) mit Sitz in Zypern verkauft wird. Die Anteilseigner von KFRI waren neben Kamps das Molkereiunternehmen Theo Müller, der Finanzinvestor APC Capital und der Formel-1-Manager Willi Weber. Kamps und Müller sind ebenfalls bei IFRC beteiligt.[3]

Im Mai 2009 wurde im Columbus-Center Bremerhaven das erste unternehmenseigene Strandcafe in eine Filiale integriert.[2]

2013 hatte das Unternehmen ca. 6000 Beschäftigte in weltweit 397 Filialen. Die Filialen verteilen sich auf Deutschland (335), Österreich (36), Schweiz, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Bulgarien, Dubai, Ägypten, Belgien und Polen. Der Umsatz belief sich auf 349 Mio. Euro im Jahr 2012.[1]

Ausbildung

Nordsee hat aktuell in den Berufen Systemgastronomie und Einzelhandel etwa 130 Auszubildende. In der Hauptverwaltung in Bremerhaven werden zudem Ausbildungsplätze für die Berufe Bürokaufmann und Informatikkaufmann angeboten.

Weblinks

 Commons: Nordsee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 nordsee.com: [1] , Zugriff am 25. Juli 2013
  2. 2,0 2,1 nordsee.com: Firmengeschichte , Zugriff am 25. Juli 2013
  3. n-tv.de: Kamps gibt Kontrolle ab: IFRC übernimmt Nordsee , 15. Dezember 2006, Zugriff am 19. November 2011

Kategorien: Fisch und Fischerzeugnisse | Unternehmen (Bremerhaven) | Betrieb der Systemgastronomie | Gegründet 1896 | Gastronomiebetrieb (Freie Hansestadt Bremen) | Franchiser

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nordsee (Restaurantkette) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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