Nordfriisk Instituut - LinkFang.de





Nordfriisk Instituut


Das Nordfriisk Instituut (deutsch: Nordfriesisches Institut) ist die zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung der nordfriesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Sie dient Bürgern, Studenten und Heimatforschern als zentrale Anlaufstelle der friesischen Sprach- und Kulturarbeit. Das Institut ist eine angegliederte Einrichtung der Europa-Universität Flensburg. Der Dienstsitz befindet sich in Bredstedt. Zum Jahreswechsel 2013/2014 beschäftigte das Institut 12 Mitarbeiter (7,66 Stellen/davon 2,5 befristet).[1]

Geschichte

Das Nordfriisk Instituut wurde 1965 von Seiten der nordfriesischen Volksgruppe gegründet.

Anfangs noch in einem Gebäude in der Bredstedter Osterstraße beheimatet, wurde, bedingt durch die wachsenden Aufgaben in Verbindung mit dem steigenden Personalbestand bald ein größeres Heim notwendig. Dieses fand sich ab 1990 im Gebäude der ehemaligen Volksschule an der Süderstraße (Hausnummer 30).

Im Jahr 2014 wurde an bestehender Stelle der Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt. Auf diese Weise soll der Raumnot durch den wachsenden Bibliotheks- und Archivbestand begegnet werden. Im Untergeschoss des Anbaus wird zukünftig der Archivbestand eine professionelle Unterbringung finden. Die Einweihung ist für das Jahr 2015 geplant. Der Anbau wird darüber hinaus auch einen multimedialen Ausstellungsraum für die Öffentlichkeit im Erdgeschoss beherbergen, welcher einen Einblick in die nordfriesische Heimat- und Sprachpflege sowie die Tätigkeiten des Instituts gewährt.

Tätigkeitsbereiche

Das Institut hat sich selbst verschiedene Arbeitsschwerpunkte gesetzt: Im Mittelpunkt steht die Erforschung der Nordfriesischen Sprache und Literatur. Diese Bereiche der Bildungspolitik sind von Gesetzes wegen Bestandteil der Bildungspolitik. Die Arbeit des Instituts entlastet insofern die schleswig-holsteinische Landesregierung durch die Übernahme der notwendigen Forschungsarbeit durch qualifiziertes Personal, welches in der Region ansässig ist und als Ansprechpartner der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Durch die Integration des Auswandererarchivs des Kreises Nordfriesland nimmt die wissenschaftliche Arbeit zur nordfriesischen Auswanderung einen Arbeitsbereich mit steigender Bedeutung ein.

Die wissenschaftliche Tätigkeit der Institutsmitarbeiter wird durch verschiedene Arbeitsgruppen mit der Arbeit der Heimatforscher verknüpft. Die Mitgliedschaft ist den folgenden Arbeitsgruppen möglich:

  • Arbeitsgruppe Sprache und Literatur
  • Arbeitsgruppe Geschichte
  • Arbeitsgruppe Genealogie
  • Aus einer ehemaligen Arbeitsgruppe des Instituts ist mittlerweile die rechtlich eigenständige Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen entstanden.

Zentrale Einrichtungen

Bibliothek und Archiv

Das Institut unterhält für die Mitarbeiter sowie die interessierte Öffentlichkeit eine Präsenzbibliothek. Der Sammelschwerpunkt liegt auf Publikationen zu sämtlichen thematischen Aufgabenbereichen, mit denen sich Institutsangehörige beschäftigen. Hierzu zählen vor allem Schriften mit heimatkundlichem und/oder sprachlichem Bezug. Die in der Region gesprochenen Sprachen reichen dabei von Hochdeutsch über Plattdeutsch sowie der nordfriesischen Sprache, letztgenannte bildet den Sammelschwerpunkt, bis Sønderjysk.

Der bibliothekarisch erfasste Bestand umfasst daneben die Jan-Tjittes-Piebenga-Bibleteek. Diese ist die größte Sammlung westfriesischer Literatur außerhalb der Niederlande. Daneben ist eine (historische) Kartensammlung über Nordfriesland vorhanden.

Der Gesamtbestand der Bibliothek umfasst ca. 15.000 Bände. Die Zahl der jährlichen Neuerwerbungen beläuft sich auf rund 500 Stück. Der Gesamtbestand wird ergänzt durch ca. 70.000 Zeitungsartikel in der seit den 1970er Jahren geführten Zeitungsausschnittssammlung.[2]

Das Archiv verwahrt u. a. Nachlass-Dokumente verschiedener nordfriesischer Heimatforscher.

Auswandererarchiv

Das Auswandererarchiv dokumentiert Daten vieler tausend nordfriesischer Auswanderer. Zugleich beschäftigt sich ein Mitarbeiter des Instituts ehrenamtlich mit der wissenschaftlichen Analyse der Emigrantenströme. Bis zur Eröffnung des Erweiterungsbaus Nordfriisk Futuur erinnerte abseits des Institutsgebäudes die Skulptur Aufbruch in eine Neue Welt an emigrierte Nordfriesen. Die Personalisierung des Gedenkens erfolgte durch die Anbringung von Messingplaketten auf dem Fuß des Denkmals nach vorheriger Beantragung von Interessierten. Diese Plaketten wurde nach Errichtung des Erweiterungsbaus an der Rückseite des Gebäudes angebracht und die Skulptur versetzt aufgestellt.

Trägerverein und Geschäftsführung

Der Verein Nordfriesisches Institut ist Träger der Einrichtung. Er finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Erträgen aus der verlagsmäßigen Arbeit und aus verfassungsrechtlich abgesicherten Zuschüssen der Landesregierung von Schleswig-Holstein sowie wissenschaftlichen Projektmitteln der Bundesregierung. Der Verein wurde im Jahr 1948 gegründet und ist somit deutlich älter als das Institut selbst. Das Institut arbeitet politisch unabhängig, ordnet sich weder der deutschen noch der dänischen Seite im Grenzland zu und wird von beiden Seiten finanziell unterstützt.

Seit 1987 wird das Institut von Thomas Steensen geleitet. Als Direktor löste er 1992 Nils Århammar ab. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Institut ist Steensen Honorarprofessor am Friesischen Seminar der Europa-Universität Flensburg. Regelmäßig gibt er darüber hinaus auch friesische Sprach- und Geschichtskurse an heimischen Volkshochschulen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nordfriisk Instituut: Arbeitsbericht 2012/2013. Bredstedt 2014.
  2. Bibliotheks-Informationen des Nordfriisk Instituut (zuletzt abgerufen am 18. April 2012)

Kategorien: Friesische Sprache | Nordfriesische Volksgruppe | Kultur (Schleswig-Holstein) | Bildung in Schleswig-Holstein | Organisation (Schleswig-Holstein) | Wissenschaft in Schleswig-Holstein | Bredstedt

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nordfriisk Instituut (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.