Nontron - LinkFang.de





Nontron


Nontron
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Nontron
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord vert nontronnais
Koordinaten
Höhe 152–308 m
Fläche 24,67 km²
Einwohner 3.196 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 130 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code
Website http://www.nontron.fr/

Stadtansicht Nontron

Nontron, okzitanisch Nontronh, ist eine Stadt in der französischen Region Aquitanien im Département Dordogne mit 3196 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013 ). Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Nontron und gleichzeitig Sitz des Kantons Nontron.

Geografie

Nontron ist nördlich hoch über einer Flussschleife des Bandiat erbaut, der hier eine bedeutende Richtungsänderung in seinem Lauf von Nordost-Südwest nach Südost-Nordwest vollzieht. Der Fluss fließt auf etwa 160 Meter Höhe und hat sich dabei bis zu knapp 150 Meter tief in die umliegenden Gesteine eingeschnitten. Die Altstadt von Nontron überragt den Fluss um gut 50 Meter.

Nontron liegt im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin abseits der großen Verkehrsachsen fast gleich weit (etwa 50 Kilometer) entfernt von Périgueux, Angoulême und Limoges. Diese geografische Isolierung hat bisher immer den wirtschaftlichen Aufschwung verhindert.

Über die D 675 von Brantôme nach Saint-Junien hat die Stadt Zugang nach Périgueux einerseits und in die Haute-Vienne andererseits. Ferner zweigen von dieser Nord-Süd-Achse hier mehrere Départment-Straßen ab, so die D 75 nach Angoulême, die D 707 nach Thiviers und die D 85 nach Châlus und Limoges. Über die D 707 besteht Anschluss nach Mareuil und über die D 3 nach Villars. Es gibt außerdem noch einige kleinere Verbindungen zu umliegenden Nachbargemeinden.

Das Gemeindegebiet Nontrons umfasst zahlreiche verstreut liegende Weiler und allein liegende Höfe wie beispielsweise Azat, Balassou, Barouffières, Bord, Brégout, Chez Pouge, Fonladier, Gaumondières, Goulat, Gourbelières, La Bardinie, Lacaud, La Chapoulie, La Côte, La Francherie, La Maladrerie, Le Chatenet, Le Mas de la Roche, Le Meynissou, Le Pic, Le Puy, Les Champs, les Farges, Les Fourneaux, Les Granges, Les Loges, Les Nouailles, Les Salles, Papelebre, Poperdu und Puyrigard.

Geologie

Nontron gehört geologisch noch zum Massif Central. Die Stadt liegt unmittelbar am Rand des Variszikums. Direkt unterhalb der Stadt beginnt das jurassische Kalkgestein des Aquitanischen Beckens. Diese sehr unterschiedlichen Gesteinsformationen sind der Grund für die abwechslungsreiche Landschaft um die Stadt herum. Die Unterstadt und ein Teil der Altstadt wurden auf Paragneis errichtet, eine der ältesten geologischen Formationen im westlichen Massif Central. Der Rest der Altstadt und das nördlich anschließende Industriegebiet liegen meist auf dem Piégut-Pluviers-Granodiorit, vereinzelt aber auch auf Sedimentresten des auflagernden Unteren Jura.

Bei Nontron wurde früher in Erzgängen nach Blei, Silber und Zink geschürft, auch Mangan und Baryt wurden abgebaut. Der Bergbau ist aber bereits seit geraumer Zeit zum Erliegen gekommen, der Bleibergbau wurde 1939 und der Manganabbau 1959 eingestellt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist das Auftreten zum Teil recht seltener Minerale wie Anglesit, Cerussit, Krokoit, Mimetesit, Pyromorphit, Wulfenit und andere. Das Mineral Nontronit wurde nach seiner Typlokalität Nontron benannt.

Etymologie

Der Ursprung des Stadtnamens ist etwas diffus. Angeblich soll die Namensentwicklung von Natadun über Nattun, Nantrun und Nontroun nach dem jetzigen Nontron verlaufen sein, wobei Natadun angeblich aus dem Phönizischen stammt (Nata = Tal, Dun = Berg).

Andere Erklärungsmöglichkeiten berufen sich auf gallorömische Eigennamen wie beispielsweise Nantirius, Nantironius oder Nantirionius.

Geschichte

Das Stadtgebiet dürfte bereits in der ausgehenden Bronzezeit um 1100 v. Chr. besiedelt gewesen sein. Die Anwesenheit der Römer ist durch eine Villenanlage beim unweit gelegenen Nontronneau und durch Straßenreste bei Poperdu und bei La Roderie de Bord belegt. Im Stadtgebiet selbst entstand außerdem ein gallorömisches Castrum. Später siedelten hier die Westgoten und die Franken. Der Siedlungsplatz im Gebiet der heutigen Altstadt wurde durch die Sarazenen im 7. Jahrhundert und erneut durch die Normannen im 9. Jahrhundert zerstört.

Im 8. Jahrhundert kam das ehemalige Castrum (bzw. dessen Nachfolger, eine im Jahr 785 erwähnte Festungsanlage) unter den Einfluss der Grafen von Limoges, die es anschließend an die Abtei Charroux übergaben. Im Verlauf des Weiteren Mittelalters wechselte Nontron mehrmals seine Zugehörigkeit. Im Jahr 1198 wurde es von Richard Löwenherz belagert. In der ersten Phase des Hundertjährigen Krieges verweilte Bertrand du Guesclin 1377 in Nontron. In den Hugenottenkriegen 1562 bis 1598 bemächtigten sich die Hugenotten der Stadt, die Reste der alten Festungsanlage wurden im Verlauf des Krieges dabei endgültig zerstört. Auf den Überresten der Festung wurde dann in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Schloss errichtet. Es gehört jetzt dem Département und beherbergt ein Museum für Puppen und historische Spielsachen. Während der Französischen Revolution 1789 bis 1799 wurde Nontron schließlich Unterpräfektur im neugegründeten Département Dordogne.

Zwischen 1891 und 1946 war Nontron über eine Eisenbahnlinie mit Thiviers und Angoulême verbunden. Der Güterverkehr auf dieser Strecke wurde 1970 eingestellt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist noch vorhanden.

Bevölkerungsentwicklung

Den Höhepunkt seiner Einwohnerzahl hatte Nontron im Jahr 1886 mit 4151 Einwohnern erreicht; der Tiefstand von 2943 Einwohnern im Jahr 1936 erreichte etwa die Werte des Jahres 1800. Es folgte ein erneuter Aufschwung auf 3954 Einwohner im Jahr 1975. Seitdem sind die Bevölkerungszahlen wieder rückläufig.

Wirtschaft

Neben den eingangs bereits erwähnten bergbaulichen Aktivitäten auf Blei und Silber wurde im Nontronnais bereits seit der gallorömischen Epoche Eisenerz gewonnen, welches in kleineren Hochöfen geschmolzen und in zahlreichen, an Flussläufen gelegenen Schmieden, weiterverarbeitet wurde. Die Eisenverarbeitung hielt bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts an. Im 20. Jahrhundert etablierte sich in Nontron die Schuhindustrie, die mit mehreren Fabriken das örtliche Wirtschaftsgeschehen bestimmte. Darunter auch Unternehmen wie Adidas. Durch die Verlagerung der Produktion in der Schuhindustrie in Billiglohnländer erlebte Nontron Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre eine schwere wirtschaftliche Krise, die sich auch in einem deutlichen Rückgang der Bevölkerungszahlen bemerkbar machte.

Mittlerweile hat sich die Wirtschaft stark diversifiziert (insbesondere im tertiären Dienstleistungssektor) und sich dadurch wieder erholt. Unternehmen wie beispielsweise Hermès und mehrere Supermarktketten haben sich neu angesiedelt bzw. sich erweitert. Der Aufschwung erfolgte vor allem in der metall- und holzverarbeitenden Industrie, in den agrarischen Ernährungsprodukten, im Kunsthandwerk durch die Schaffung des Pôle expérimental métiers d'art, im Handel, im Baugewerbe und in der Tourismusbranche. Auch sehr spezialisierte Unternehmen sind zu erwähnen (Badezusätze, Reitsättel, Zinngegenstände, Ziermesser).

Sehenswürdigkeiten

  • Die Fundamente der alten Festungsanlage in der Nähe des Place Paul Bert mit Gartenanlagen.
  • Das älteste Bauwerk, das Schloss Château de la Mothe, geht bis auf das Jahr 1478 zurück. Es wurde für Margarete von Navarra, die ältere Schwester von Franz I., erbaut.
  • Église des Cordeliers mit ehemaligem Klosterkonvent. Erhalten sind noch Reste des Eingangsportals.
  • Église Sainte-Claire, ebenfalls mit dazugehörigem Konvent.
  • Église Notre-Dame des Ronces, im neugotischen Stil zwischen 1873 und 1876 erbaut, mit Krypta, schönen Buntglasfenstern und sehenswerter Orgel.
  • Château de Nontron, Mitte 18. und 19. Jahrhundert. Das Schloss wurde auf den Fundamenten des einstigen Schlosses der Peytavi errichtet.
  • Das L'Hôtel de Ville (Rathaus), zwischen 1824 und 1830 erbaut.

Historische Bauwerke, zum Teil in Fachwerkbauweise, befinden sich in der Rue des Écoles, in der Rue Camille Chabanneau und in der Rue de Périgueux. Ein Renaissancehaus steht an der Place des Mobiles und Häuser aus dem 16. und 18. Jahrhundert sind in der Rue de la Croisette und an der Place des Mobiles zu sehen.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Die karnevalsartige Mascarade des Soufflaculs im April. Der tiefere Hintergrund ist heidnischen Ursprungs und symbolisiert die Austreibung des Winters. Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung wurden zwei riesige Holzstatuen geschaffen, die so genannten Baboys, sie stehen am Parkplatz der Avenue Pasteur.
  • Das am ersten Wochenende im August stattfindende Fête du Couteau – ein Fest, bei dem die traditionsreichen Messer mit Buchsbaumgriff ausgestellt werden.
  • Eine normalerweise Ende August stattfindende Pferdeveranstaltung (Fête du Cheval).
Wochenmarkt

Jeden Samstagvormittag wird in der Altstadt von Nontron ein regional bedeutender Wochenmarkt abgehalten.

Söhne und Töchter

Literatur

  • Dominique Beaudry, Dominique Beaudry, Serge la Barbera, Michel Mange, Daniel Marcadet (Hrsg.): Cahiers de Doléances du Nontronnais. Projet d'action éducative. Lycée Alcide Dusolier, Nontron 1989, ISBN 2-906379-19-0.
  • Jacques Lagrange (Hrsg.): Nontron & le Pays Nontronnais. 2 Bände. Éditions Pilote 24, Périgueux 1996–1997, ISBN 2-9509149-1-8 (Bd. 1), ISBN 2-9509149-5-0 (Bd. 2), („Quinze enfants du pays, parmi les plus titrés, ont livré leurs dernières études sur les différents aspects de leur terre“).
  • Hervé Lapouge: Les Maires de Nontron ou Deux Siècles de vie municipale. Préface de Frédéric de Saint-Sernin. Deltaconcept, Nontron 2005, ISBN 2-9520843-7-8.
  • Ribault de Laugardière: Monographie de la ville et du canton de Nontron (Dordogne). E. Laporte, Périgueux 1888, (Neuauflage. Laffitte, Marseille 1979).
  • Les minéraux de Nontron (Dordogne) In: Le Règne Minéral. Nr. 84, Novembre/Décembre 2008, ISSN 1259-4415 .
  • Périgord, Quercy (= Le guide vert. 20). Michelin Éditions du Voyage, Paris 2000, ISBN 2-06-037005-1.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks

 Commons: Nontron  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Gemeinde im Département Dordogne | Unterpräfektur in Frankreich | Ort in Aquitanien

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nontron (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.