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Nikosia


Dieser Artikel behandelt die Stadt in der Republik Zypern. Für den nördlichen Teil der Stadt siehe Nord-Nikosia, für die italienische Kommune in Sizilien siehe Nicosia
Nikosia
Λευκωσία
Lefkoşa
Basisdaten
Staat: Zypern Republik Zypern
Nordzypern Türkische Republik Nordzypern
Region Zypern Republik Nikosia
Nordzypern Lefkoşa
Geographische Koordinaten:
Höhe ü. d. M.: 149 m
Fläche: Zypern Republik 51 km²

Nordzypern 60 km²

Einwohner: 276410 (2012)
LAU-1-Code-Nr.: CY-01
Postleitzahl: 1010–1107
Bürgermeister: Zypern Republik Constantinos Yiorkadjis

Nordzypern Mehmet Harmancı

Website: Zypern Republik Nikosia

Nordzypern Lefkoşa

Sonstiges
Einwohner: Zypern Republik 220.907 (2012)
Nordzypern 61.378 (2011)[1]
282.285 Gesamt (2011/12)
Bevölkerungsdichte: Zypern Republik 4.332 Einwohner/km²
Nordzypern 925 Einwohner/km²
2.490 Einwohner/km² Gesamt

Nikosia (griechisch Lefkosía Λευκωσία, IPA: [lɛfkɔˈsi.a], türkisch Lefkoşa, altgriechisch Lēdra Λήδρα) ist eine geteilte Stadt im Zentrum der Mittelmeerinsel Zypern und Hauptort des gleichnamigen Bezirkes. Nikosia ist die Hauptstadt der Republik Zypern, der Nordteil zudem Hauptstadt der Türkischen Republik Nordzypern.

Geschichte

Nikosia ist seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. In der Kition-Stele Sargons wird es als Li-di-ir genannt. Das Prisma des Asarhaddon von 673/672 v. Chr. erwähnt einen König Unasagusu von Lidîr. Der antike Name war Ledra.

Der Titel des Visconte von Nikosia war in venezianischer Zeit auch griechischen Adeligen zugänglich, meist gegen eine Zahlung an die Signoria. Visconti von Nikosia waren unter anderem:

Jahr Visconte Bemerkungen
1503 Jano (Jacopo) Podocataro
1507 Efgenios Singriticus
1508 Pietro Podocataro
1510–1511 Efgenios Singriticus Versuch einer dritten Amtsperiode gescheitert
1548–1550 Hieronimo Boustron
1548–1559 Hieronimo Boustron
1567 Tommaso Singriticus

In den 1930er Jahren wurden die Venetianischen Stadtmauern durch das Department of Antiquities unter Leitung von Peter Megaw restauriert, teilweise als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme[2]. 1949 wurde das luxuriöse Ledra Palace Hotel eröffnet.

Völkerrechtlicher Status

Die Stadt gehört völkerrechtlich in ihrer Gesamtheit zur Republik Zypern, die jedoch seit der Besetzung des Norden Zyperns durch türkische Streitkräfte und der Proklamation der Türkischen Republik Nordzypern im November 1983 de facto keine Hoheitsrechte über Nord-Nikosia ausübt. Seither wird die Stadt durch eine „Grüne Linie“ („Green Line“/„πράσινη γραμμή“/„yeşil hat“) geteilt, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen, der United Nations Peacekeeping Force in Cyprus (UNFICYP), überwacht wird.

Stadtteile

Nordteil
  • Abdi Çavuş
  • Akkavuk
  • Arabahmet
  • Aydemet
  • Çağlayan
  • Değirmenlik
  • Göçmenköy
  • Hamitköy
  • Haspolat
  • Haydarpaşa
  • İbrahim Paşa
  • İplik Pazarı/K.Efendi
  • Kafesli
  • Karamanzade
  • Kızılay
  • Köşklüçiftlik
  • Kumsal
  • Küçük Kaymaklı
  • Mahmut Paşa
  • Marmara
  • Organize Sanayi
  • Ortaköy
  • Selimiye
  • Taşkınköy
  • Yenicami
  • Yenişehir
Südteil
  • Agioi Omologites
  • Agios Dometios
  • Aglantzia
  • Akropolis
  • Anthoupolis
  • Dasoupolis
  • Egkomi
  • Kaimakli
  • Lakatamia
  • Lykavitos
  • Makedonitissa
  • Omorfita
  • Pallouriotissa
  • Strovolos
  • Laiki Jitonia

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Im südlichen Teil der Altstadt herrscht reges kulturelles Leben mit einigen Restaurants und Kneipen, besonders in der Umgebung des Famagusta-Tores (πύλη Αμμόχωστου). Über die ganze Altstadt verstreut sind traditionelle Läden und Handwerksbetriebe. In der Ledrastraße, die an der Platía Eleftherías (Platz der Freiheit; Πλατεία Ελευθερίας) beginnt und bis zur Grünen Linie führt, befinden sich die größeren und moderneren Geschäfte. Die Laikí Jitoniá (Λαϊκή Γειτονιά; in etwa: lokale/traditionelle Nachbarschaft) ist ein vornehmlich touristisch genutzter Stadtteil.

Sowohl Nord- als auch Südteil der Altstadt verfielen aufgrund der teilungsbedingten Randlage. Seit einigen Jahren werden historische Gebäude, allem voran mittelalterliche zyprische und venezianische, restauriert. Am 3. April 2008 wurde in der Ledrastraße die erste Grenzübergangsstelle innerhalb der Altstadt (nur für Fußgänger) geöffnet.

Die knapp fünf Kilometer lange Venezianische Festungsmauer wurde 1567/1568 errichtet und umschließt mit elf Bastionen sternförmig die Altstadt. Fünf Bastionen liegen im Süden (im Uhrzeigersinn): Caraffa, Podocataro, Constanza, D' Avila, Tripoli, fünf im Norden: Roccas (türk. Kaytazağa), Mula (Zahra), Quirini (Cephane), Barbaro (Musalla), Loredano (Cevizli), die Bastion Flatro (Sibeli) schließlich ist geteilt, auf ihr befinden sich Grenzwachtposten beider Seiten sowie ein UN-Posten.

Sehenswürdigkeiten im Süden der Stadt

  • Das Befreiungsdenkmal auf der Podokataro-Bastion wurde kurz nach der Befreiung von der britischen Kolonialherrschaft 1960 aufgestellt.
  • Die 1872 noch unter osmanischer Herrschaft errichtete Faneromeni-Kirche ist die wohl größte Kirche Nikosias.
  • Die Johannes-Kathedrale wurde 1662 erbaut und im 18. Jahrhundert zur Kathedrale erhoben.
  • Die Omeriye-Moschee, aus der im 14. Jahrhundert erbauten gotischen Klosterkirche St. Maria der Augustiner-Eremiten hervorgegangen.
  • Das Ikonenmuseum ist in einem Seitentrakt des Erzbischöflichen Palastes untergebracht. Das Museum beherbergt mehr als 150 Ikonen und ist eine der weltweit bedeutendsten Ikonensammlungen.
  • Museum des Nationalen Kampfes
  • Das Zypernmuseum (Archäologisches Museum) liegt südwestlich knapp außerhalb der Altstadt. Es ist das bedeutendste archäologische Museum der Insel und vermittelt mit Fundstücken von der Jungsteinzeit bis zur byzantinischen Epoche ein geschlossenes Bild der Kulturgeschichte Zyperns.
  • Das Haus des Kornessios ist eine Stadtvilla aus dem 18. Jahrhundert, das als Museum den Lebensstil der Oberschicht der damaligen Zeit präsentiert.
  • Das Armenische Völkermordmonument Nikosia, eine Gedenkstätte zum Völkermord an den Armeniern ab 1915 im Osmanischen Reich
  • Das Cyprus Classic Motorcycle Museum in der Altstadt dokumentiert die Geschichte des Zweirades auf der Insel.

Sehenswürdigkeiten im Norden der Stadt

  • In der Arabahmet-Moschee aus dem 17. Jahrhundert wird eine Haarsträhne Mohammeds aufbewahrt.
  • Die Selimiye-Moschee, erbaut im 13. Jahrhundert als Kathedrale Hagia Sophia, wurde 1571 von den Türken in eine Moschee umgewandelt.
  • Der Bedesten, ursprünglich eine byzantinische Kirche, im Mittelalter dem Hl. Nikolaus dem Engländer geweiht, seit osmanischer Zeit Markt und Kornkammer.
  • Die gotische Kirche St. Katharina aus dem 14. Jahrhundert, heute säkularisiert.
  • Die Sultan-Mahmut-Bibliothek mit einer großen Sammlung islamischer Manuskripte.
  • Der zentrale Atatürk-Platz mit der Venezianischen Säule im Mittelpunkt.
  • Die alte Karawanserei Büyük Han wurde 1572 kurz nach der türkischen Eroberung Zyperns erbaut und ist vermutlich das älteste türkische Bauwerk auf der Insel.
  • Derviş Paşa-Villa
  • Feinschliff-Museum
  • Türkisches Ethnographisches Museum (Mevlevi Tekke)
  • Barbarei-Museum
  • Bibliothek des Sultans Mahmud II.

Verkehr

Nikosia befindet sich in etwa in der Mitte der Insel und viele Straßen führen von dort aus sternförmig an die Küstenstädte. Die A1 verbindet Nikosia mit der Südküstenautobahn, die A9 führt in westlicher Richtung zum Trodos-Gebirge. Die städtische Gesellschaft OSEL betreibt innerstädtische Buslinien, weiterhin gibt es die regionale Nicosia-Bus.

Im Nordteil der Stadt befindet sich der Flughafen Ercan, dieser ist über eine 4-spurige Schnellstraße erschlossen, für den Südteil wird der Flughafen Larnaka genutzt. Der alte Flughafen Nikosias ist seit 1974 gesperrt, da er sich in der UN-Schutzzone befindet.

Universitäten

Die Universität Zypern ist die älteste Hochschule des Landes und befindet sich in Nikosia, 1980 wurde die Universität Nikosia gegründet. Im Nordteil der Stadt liegen die Internationale Universität Zypern und die Universität des Nahen Ostens. Auch die zyprische Fernuniversität Open University of Cyprus sowie die Privatuniversität European University of Cyprus haben in der Stadt ihren Sitz.

Wirtschaft

In Nikosia-Strovolos befindet sich der Sitz der Bank of Cyprus, der größten zyprischen Bank.

Bevölkerung

Nikosia hat 276.410 (Agglomeration 476.000) Einwohner, von denen 220.907 Menschen im Südteil der Stadt und 55.503 Menschen im (türkischen) Nordteil leben (2012).

Am 1. Oktober 2001 gibt es 273.642 Einwohner. [3]

Nach der Volkszählung vom 31. Januar 1879 hatte die zu dem Zeitpunkt noch ungeteilte Stadt 2463 Häuser und 11.197 Einwohner.[4] Sie verteilten sich wie folgt auf verschiedene Religionen:

  • Muslime 5628
  • Orthodoxe 5251
  • Armenier 166
  • Katholiken 121
  • Anglikaner 28
  • Juden 3

Sport

Die international bekanntesten Sportklubs der Stadt sind APOEL Nikosia und Omonia Nikosia. Diese zwei Klubs dominieren auch die populärste Sportart in der Republik Zypern, Fußball. Beide tragen ihre Heimspiele im Neo GSP-Stadion aus, dem größten der Republik Zypern, mit einem Fassungsvermögen von 23.400 Zuschauern.

Persönlichkeiten

Die Liste enthält eine alphabetische Übersicht bedeutender, im heutigen Nikosia geborener Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Nikosia hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt weggezogen und andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Kâmil Pascha (1833–1913), osmanischer Staatsmann
  • Arthur Stephen Mavrogordato (1886–1964), britischer Polizeioffizier
  • Fazıl Küçük (1906–1984), zyperntürkischer Politiker, von 1959 bis 1973 Vizepräsident der Republik Zypern
  • Alparslan Türkeş (1917–1997), türkischer Politiker
  • Khoren I. Mesrob Paroyan (1919–1983), Katholikos des Großen Hauses von Kilikien
  • Glafkos Klerides (1919–2013), zyperngriechischer Politiker und Staatspräsident der Republik Zypern
  • Vamik Volkan (* 1932), zyperntürkischer Psychiater und Psychoanalytiker
  • Tassos Papadopoulos (1934–2008), zyperngriechischer Politiker, ehemaliger Präsident der Republik Zypern
  • Andreas Papadakis (1938–2008), zyperngriechischer Architekturkritiker
  • Dakis Joannou (* 1939), zyperngriechischer Industrieller, bekannt als einer der wichtigsten Sammler zeitgenössischer Kunst
  • Mike Brant (1947–1975), israelischer Chanson-Sänger
  • Christopher Pissarides (* 1948), zyperngriechischer Wirtschaftsnobelpreisträger
  • Ferdi Sabit Soyer (* 1952), zyperntürkischer Politiker und ehemaliger Ministerpräsident der Türkischen Republik Nordzypern
  • Mick Karn (1958–2011), englischer Bassist
  • Serdar Denktaş (* 1959), zyperntürkischer Politiker, ehemaliger Vizekanzler und Außenminister der Türkischen Republik Nordzypern, Sohn von Rauf Denktaş
  • Neşe Yaşın (* 1959), türkisch-zyprische Dichterin und Schriftstellerin
  • Harris Georgiades (* 1972), zyperngriechischer Politiker
  • Constantinos Stylianou (* 1972), zyperngriechischer Komponist und Pianist
  • Andreas Pitsillides (* 1977), zyperngriechischer Politiker und Theologe

Städtepartnerschaften

Nordteil

Südteil

Freundschaftsstädte (Südteil)

Klimatabelle

Nikosia
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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28
15
 
 
31
 
22
10
 
 
58
 
17
7
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Cyprus Meteorological Service ; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Nikosia
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15,3 15,9 18,6 24,3 29,5 33,9 36,9 36,7 33,6 28,3 21,8 17,1 Ø 26
Min. Temperatur (°C) 5,2 5,0 6,4 10,1 14,5 18,8 21,8 21,6 18,5 15,0 10,2 6,8 Ø 12,9
Niederschlag (mm) 48 47 37 22 22 7 1 7 6 22 31 58 Σ 308
Sonnenstunden (h/d) 5,5 6,7 7,6 9,2 10,8 12,5 12,8 12,1 10,8 8,9 7,3 5,6 Ø 9,2
Regentage (d) 9,0 9,1 8,1 4,4 4,0 0,9 0,0 0,5 1,1 4,9 6,3 7,9 Σ 56,2
Luftfeuchtigkeit (%) 76 73 68 60 54 49 47 49 54 57 66 75 Ø 60,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
15,3
5,2
15,9
5,0
18,6
6,4
24,3
10,1
29,5
14,5
33,9
18,8
36,9
21,8
36,7
21,6
33,6
18,5
28,3
15,0
21,8
10,2
17,1
6,8
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N
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Weblinks

 Commons: Nikosia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Nikosia – in den Nachrichten
 Wiktionary: Nikosia – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Ktbb.org: Türk Belediyeler Birliği
  2. Thomas W. Davis, A history of American Archaeology on Cyprus. The Biblical Archaeologist 52/4, 1989, 163-169
  3. Mof.gov.cy: Republic of Cyprus, Ministry of Finance
  4. Samuel White Baker, Cyprus, as I Saw it in 1879
  5. http://www.lefkosabelediyesi.org/tr/index.php/10-genel/62-kardes-belediyeler

Kategorien: Ort in Zypern | Hauptstadt in der EU | Ort in der Türkischen Republik Nordzypern | Hauptstadt in Asien

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