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Niedersächsische Landesmedaille


Die Niedersächsische Landesmedaille wurde am 20. November 1956 durch den damaligen niedersächsischen Minister des Innern August Wegmann im Namen des Niedersächsischen Landesministeriums gestiftet. Sie wird dabei als höchste Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen um das Land Niedersachsen betrachtet. Dabei ist das Wort: Leistungen nicht zu verwechseln mit dem Wort Verdienst, wofür der Niedersächsische Verdienstorden verliehen wird.

Zweck der Landesmedaille

Die Landesmedaille ist ein Zeichen ehrender Anerkennung für hervorragende Verdienste um das Land Niedersachsen. Sie wird dabei an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch außergewöhnliche Leistungen um das Land Niedersachsen verdient gemacht haben.[1]

Aussehen, Beschaffenheit und Tragweise der Medaille

Die Landesmedaille besteht aus Silber und hat einen Durchmesser von 75 mm. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite ein erhaben geprägtes springendes Ross (Sachsenross), das Landeswappen von Niedersachsen und zeigt auf ihrer Rückseite die mittige erhaben geprägte Inschrift: FÜR VERDIENSTE UM NIEDERSACHSEN. Umschlossen wird dieser Schriftzug von zwei gekreuzten Lorbeerzweigen, die nach oben offen sind. Auf dem Medaillenrand wird nach Verleihung der Vor- und Familienname des Inhabers sowie der Verleihungstag eingraviert.[2] Die Medaille selber ist eine nicht tragbare Auszeichnung.[3]

Verleihungspraxis

Die Verleihungsbefugnis obliegt dem Ministerpräsidenten. Vorschlageberechtigt sind alle Minister des Landes Niedersachsen in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen. Mit der Verleihung der Medaille erhält der Beliehene eine Urkunde. Die Medaille geht dabei in das Eigentum des Beliehenen über. Des Weiteren ist die Verleihung im Niedersächsischen Ministerialblatt öffentlich bekannt zu geben.[4] Die Landesmedaille sollte, einem ungeschriebenen Gesetz zur Folge, an höchstens 30 lebende Persönlichkeiten verliehen werden. Die Träger der Landesmedaille sind automatisch Träger des Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstorden.

Entzug der Medaille

Die Landesmedaille kann auch wieder entzogen werden, wenn der Beliehene sich durch sein späteres Verhalten dieser Auszeichnung unwürdig verhält. Der Widerruf wird durch den Ministerpräsidenten vollzogen.[5]

Träger

Datum der Verleihung Name Tätigkeit
15. Mai 1957 Hinrich Wilhelm Kopf Erster niedersächsischer Ministerpräsident
3. Juni 1959 Justus Danckwerts Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund 1951 bis 1954
1. Mai 1961 Helene Künne Vorsitzende des Landfrauenverbands Niedersachsen
1961 Rudolf Smend Staats- und Kirchenrechtler
1964 Rudolf Beckmann Unternehmer und Politiker
1965 Alfred Kubel Minister des Landes Niedersachsen
1970 Georg Diederichs Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
1974 Yvonne Georgi Tänzerin und Choreographin
1. Mai 1974 Ilsa Reinhardt Mitglied des Niedersächsischen Landtags 1947–1974
25. Februar 1982 Manfred Eigen Chemiker und Nobelpreisträger
12. Dezember 1985 Günther Saßmannshausen Vorstandsvorsitzender der Preussag AG 1972–1988
24. November 1986 Carl Hahn junior Vorstandsvorsitzender der VW AG 1981–1992
24. April 1991 Karl Ravens Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 1974–1978
1. Juli 1991 Erwin Dunst Landesverbandsleiter der DAG Niedersachsen-Bremen
16. Juni 1991 Heinrich Jürgens
26. Oktober 1991 Hans Kolbe Unternehmer der Hans Kolbe & Co Nachrichtenübertragungstechnik
29. Oktober 1991 Ernst Pieper
29. Oktober 1991 Henri Nannen
19. August 1992 Klaus-Peter Bruns Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1970–1976
14. September 1992 Klaus Liesen Aufsichtsratsvorsitzender der VW AG 1987–2002
7. Februar 1994 Hans Georg Borst Herzchirurg
21. Februar 1994 Hermann Rappe Vorsitzender der IG Chemie, Papier, Keramik 1982–1995, Bundestagsabgeordneter 1972–1998
7. November 1994 Egon Franke Bundesminister a.D.
7. September 1995 Max Näder Leiter der Otto Bock HealthCare GmbH
9. November 1995 Helmut Rohde Bundesminister für Bildung und Wissenschaft 1974–1978
29. November 1996 August Wenzel
7. Juni 1997 Ferdinand Piëch Vorstandsvorsitzender der VW AG 1992–2002
14. Juli 1997 Paul Raabe Direktor der Herzog August Bibliothek
16. Juli 1997 Lola Fischel Jüdische KZ-Überlebende
19. Februar 1998 Horst Milde Präsident des Niedersächsischen Landtages 1990–1998
23. Oktober 1999 Ernst Albrecht Niedersächsischer Ministerpräsident 1976–1990
23. Oktober 1999 Gerhard Schröder Niedersächsischer Ministerpräsident 1990–1998, Bundeskanzler 1998–2005
13. November 1999 Manfred Bodin Vorstandsvorsitzender der NORD/LB 1991–2004
23. März 2001 Hinrich Seidel Präsident der Universität Hannover 1979–1997
1. Juni 2001 Birgit Breuel Niedersächsische Ministerin für Wirtschaft, Technologie und Verkehr 1978–1986 und Finanzministerin 1986–1990
30. September 2004 Horst Hirschler Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers 1988–1999
30. September 2004 Josef Homeyer Bischof von Hildesheim 1983–2004
28. Oktober 2006 Herbert Schmalstieg Oberbürgermeister von Hannover 1972–2006
12. Dezember 2006 Eske Nannen Geschäftsführerin der Stiftung Henri und Eske Nannen
29. Mai 2007 Rita Süssmuth Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit 1985–1988 und Bundestagspräsidentin 1988–1998
6. Oktober 2007 Thomas Reiter Raumfahrer
24. März 2009 Walter Hirche Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr 1986–1990 und für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 2003–2009
18. April 2011 Wolfgang Mauersberg
30. April 2011 Rolf Zick Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der Landespressekonferenz Niedersachsen e.V. sowie des Presse Club Hannover
13. Februar 2012 Rolf Wernstedt Kultusminister 1990–1998, Landtagspräsident 1998–2003
13. Februar 2012 Jürgen Gansäuer Landtagspräsident 2003–2008
10. April 2012 Hermann Bröring Oberkreisdirektor (1991–2001) und Landrat (2001–2011) des Landkreises Emsland
Wilhelm Pleister unter anderem Vorstandsvorsitzender der NORD/LB und Vizepräsident der IHK Hannover[6]
10. Juni 2014 Gert Hoffmann seit 1. November 2001 Oberbürgermeister von Braunschweig

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beschluss des Niedersächsischen Landesministeriums über die Stiftung einer Niedersächsischen Landesmedaille, Ministerialblatt Nr. 58 von 1956 Artikel I.
  2. Ergänzung vom 25. Oktober 1960
  3. Beschluss des Niedersächsischen Landesministeriums über die Stiftung einer Niedersächsischen Landesmedaille, Ministerialblatt Nr. 58 von 1956 Artikel II.
  4. Beschluss des Niedersächsischen Landesministeriums über die Stiftung einer Niedersächsischen Landesmedaille, Ministerialblatt Nr. 58 von 1956 Artikel III, IV und V.
  5. Beschluss des Niedersächsischen Landesministeriums über die Stiftung einer Niedersächsischen Landesmedaille, Ministerialblatt Nr. 58 von 1956 Artikel VI.
  6. Waldemar R. Röhrbein: PLEISTER, Wilhelm, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 287f.; online über Google-Bücher

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Niedersächsische Landesmedaille (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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