Niederhöchstadt - LinkFang.de





Niederhöchstadt


Niederhöchstadt
Stadt Eschborn
Höhe: 154 m
Fläche: 3,84 km²
Einwohner: 6322 (1993)
Bevölkerungsdichte: 1.646 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65760
Vorwahl: 06173 (Ortsnetz Kronberg im Taunus)

Niederhöchstadt ist ein Stadtteil von Eschborn im Main-Taunus-Kreis in Hessen. Im Gegensatz zur Kernstadt Eschborn, welche durch viele Bürohäuser und Gewerbebetriebe auffällt, trägt Niederhöchstadt noch einen mehr dörflichen Charakter und ist Wohnort von Pendlern, die im Rhein-Main-Gebiet arbeiten. Die weitaus meisten Einwohner leben in Ein- oder Zweifamilienhäusern.

Relativ bedeutend ist der Anbau und das Keltern von Apfelwein.

Geografische Lage

Früher lag das Dorf nur an einer Straße und seine Größe wurde noch „vom aane bis zum anere Kreuz“ angegeben. Am Anfang der Hauptstraße, früher Frankfurter Straße, die mit der Eingemeindung zu Eschborn umbenannt wurde, stand ein Kreuz ('aane') und am Ende Richtung Kronberg ein weiteres ('anere') Kreuz. Später ist das Dorf über den ehemaligen Kern hinaus gewachsen. Der frühere Charakter ist heute trotzdem noch gut erkennbar.

Nachbargemeinden

Niederhöchstadt grenzt im Norden an Kronberg, im Osten an Steinbach (beide Hochtaunuskreis), im Südosten an Eschborn, im Westen an die Stadt Schwalbach (Main-Taunus-Kreis).

Geschichte

Im Juni 782 wurde (Nieder)höchstadt (Eichenstat) das erste Mal im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Lorsch im sogenannten Lorscher Codex (Codex Laureshamensis) urkundlich erwähnt. Im gleichen Jahr im August lesen wir in einer anderen Urkunde von der Heichsteter marca, der Höchstädter Mark (Gemarkung).

Erst im Jahre 1048 wird unterschieden zwischen Hekestat inferiori (Niederhöchstadt) und Hekestat superiori (Oberhöchstadt). Im Jahr 1328 belehnte Kune von Falkenstein, Herr zu Münzenberg, den Ritter Hartmut von Kronberg mit dem Dorf Niederhöchstadt

Am 17. August 1497 erhielt Ritter Johann (VII.) von Kronberg am Hofe in Worms aus der Hand des Königs und späteren Kaisers Maximilian I. die Verleihungsurkunde über ein Marktrecht für Niederhöchstadt. In der Urkunde versicherte der Kaiser alle Besucher des Marktes seines „Schutz und Schirmes“, außerdem gewährte er ihnen freies Geleit auf ihrer Reise zum Markt, ebenso auf der Rückreise. Mit 20 Mark in Gold solle derjenige bestraft werden, der die königlichen Gebote missachte und den Markt oder seine Besucher stört. Inwiefern der Markt stattgefunden hat, ist nicht überliefert. Niederhöchstadt gehörte ursprünglich, wie z. B. Eschborn, zum Reichslehen Kronberg (Cronberg), vgl. Eschborn.

Mit dem Tode des letzten Kronbergers fiel es als Teil dieses Lehens im Jahre 1704 an das Kurfürstentum Mainz.

Eine alte Wassermühle am Westerbach wird erstmals 1715 in den Akten erwähnt. Durch ein sog. Mühlbannrecht wurden die Bauern aus Niederhöchstadt und Schwalbach gezwungen, ihr Getreide ausschließlich in der Niederhöchstädter Mühle mahlen zu lassen. 1856 wird dieses Mühlbannrecht aufgehoben und die Mühle stillgelegt. Es gab immer wieder Probleme mit dem niedrigen Wasserstand des Westerbachs, der die Funktion des Mühlenbetriebes beeinträchtigt hatte. Heute steht diese Mühle nicht mehr, sie wurde abgerissen, um Platz für ein anderes Gebäude zu machen.

1803 ging Niederhöchstadt an Nassau-Usingen und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Königstein. Nach der Annexion durch Preußen wurde es 1867 dem Obertaunuskreis und 1928 dem neugebildeten Main-Taunus-Kreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Am 31. Dezember 1971 erfolgte anlässlich der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingliederung der Gemeinde Niederhöchstadt in die Stadt Eschborn.[1]

Die Einwohnerzahl von Niederhöchstadt hat, von 376 Personen im Jahr 1843, über 1393 im Jahr 1939, ca. 2.000 im Jahre 1950, auf etwa 4.500 im Jahre 2000 zugenommen.

Kultur

Die Kirche Sankt Nikolaus ist seit 1447 nachweisbar (heutiger Bau von 1952); sie ist heute katholische Pfarrkirche. Konfessionell war Niederhöchstadt – nach mehrfachen Konfessionswechseln in der Reformations- und Nachreformationszeit – anders als die Nachbarorte Kronberg und Eschborn überwiegend katholisch; dies änderte sich erst durch die Zuzüge von Heimatvertriebenen und Pendlern nach dem Zweiten Weltkrieg.

Eine evangelische Kirche wurde erstmals um 1980 errichtet. Die Andreasgemeinde Niederhöchstadt[2] praktiziert einen modernen Gottesdienst und veranstaltet regelmäßig größere Gottesdienste auch außerhalb der eigenen Einrichtung.

Seit 2010 besteht in Niederhöchstadt ein Skulpturenpark, der unter anderem seit 2011 drei Bronzeskulpturen von Dietrich Klinge enthält.

Verkehr

Durch die zentrale Lage zwischen Frankfurt am Main-Rödelheim und Kronberg bekam Niederhöchstadt mit der im Jahre 1873 mit dem Bau begonnenen Kronberger Bahn ab dem 1. November 1874 einen eigenen Bahnhof für den Personenverkehr. Ab dem 1. Februar 1875 kam der Güterverkehr noch hinzu.

Seit 1978 ist Niederhöchstadt, ebenso wie Eschborn, an die S-Bahnlinien des Rhein-Main-Verkehrsverbundes von Darmstadt-Frankfurt-Kronberg (S 4) bzw. Darmstadt-Frankfurt-Bad Soden (S 3) angeschlossen. Weiterhin bestehen Busverbindungen nach Oberursel und Hofheim am Taunus.

Der Straßenverkehr zog sich noch bis in die 1960er Jahre durch die schmale Hauptstraße (mit einem beschrankten Bahnübergang) zwischen Eschborn und Kronberg, bis eine Umgehungsstraße in den Jahren 1968/69 (L 3005), von Frankfurt-Rödelheim nach Kronberg, Entlastung brachte. Diese Straße trennte allerdings einen kleinen westlichen Teil des Ortes (auf der Schwalbacher Seite) vom Rest und musste deshalb durch eine Straßenunterführung und – am gemeinsamen S-Bahn Haltepunkt (Schwalbach-Niederhöchstadt) – eine Fuß- und Radwegunterführung miteinander verbunden werden.

Vereine und Freiwillige Feuerwehr

In Niederhöchstadt gibt es ein reges Vereinsleben, zu nennen sind u.a.

  • Tura 1893 e.V. Niederhöchstadt[3]
  • twe – tennis westerbach eschborn e.V.[4]
  • TC Grün-Weiss Eschborn-Niederhöchstadt[5]
  • Kleingartenverein Niederhöchstadt e.V.[6]
  • Kappen-Club-Niederhöchstadt e.V.[7]

Es findet sich ein großes Sportgelände, die Westerbachsportanlage, mit mehreren Fußballfeldern, Sporthallen und Trainingsmöglichkeiten in Niederhöchstadt.

Obwohl Niederhöchstadt ein Stadtteil von Eschborn ist, hat es eine selbstständige Freiwillige Feuerwehr.[8]

Literatur

  • Hansjörg Ziegler: 10 Bände, Eschborn: Historische Gesellschaft e.V., 1992, Band I – X.; Band I: Niederhöchstadt – Das einstige Straßendorf in Bildern von Gestern, 1992.
  • Festschrift: 1200 Jahre Niederhöchstadt, Eschborn: Magistrat der Stadt 1982.
  • Reinhard A. Bölts: Eschborn – Bilder einer dynamischen Stadt, Verlag 76 GmbH, 1976.
  • Eschborn dialog, Eschborn: Magistrat der Stadt, 2007, ISBN 978-3-00-020336-7.
  • Gerd S. Bethke: Die Flurnamen der Stadt Eschborn 1. Niederhöchstadt, Eschborner Museumsschriften 4, Eschborn, Magistrat der Stadt 2009, DNB 993355714 .

Weblinks

 Commons: Niederhöchstadt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  2. Andreasgemeinde im Internet
  3. Tura Niederhöchstadt
  4. twe – tennis westerbach eschborn e.V.
  5. TCGW Eschborn-Niederhöchstadt
  6. KGV Niederhöchstadt
  7. KCN Niederhöchstadt
  8. Freiwillige Feuerwehr Niederhöchstadt

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhöchstadt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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