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Niederfell


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-KoblenzVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Rhein-Mosel
Höhe: 80 m ü. NHN
Fläche: 11,67 km²
Einwohner: 1020 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56332
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 217
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.niederfell.de
Ortsbürgermeister: Arnold-Reinhold Herrmann
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Niederfell ist eine Ortsgemeinde an der Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat. Niederfell ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie

Niederfell liegt am rechten Moselufer etwa 17 Kilometer von Koblenz und etwa 33 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Oberfell und moselabwärts Dieblich. Gegenüber liegt Gondorf, ein Ortsteil der Gemeinde Kobern-Gondorf.

Zu Niederfell gehören der Ortsteil Kühr und einige auf den Moselhöhen liegende Höfe.

Geschichte

Vermutlich war Niederfell schon in römischer Zeit besiedelt. Es gibt aber nur spärliche Funde aus dieser Zeit.

In zwei Urkunden des Trierer Erzbischofs Poppo über Schenkungen an die Abtei Sankt Marien, eine davon 1030 datierend, wird Niederfell als Velle erwähnt. Die Urkunden nehmen Bezug auf eine ältere Urkunde des Erzbischofs Egbertus aus dem Jahre 980. Daraus lässt sich auf das Bestehen des Ortes bereits 980 schließen.

Niederfell gehörte zum kurtrierischen Amt Münstermaifeld und umfasste nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 (hrsg. von Brommer S. 166) 33 Feuerstellen (in etwa Haushalte). Damals hatte das Domstift Trier das Recht, den Schultheißen des Gerichts zu besetzen. Als „Vogtjunker“ erhielt Emmerich von Eltz jährlich zwei Fuder Wein.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort mehrfach zerstört. Aus diesem Grund haben sich auch keine mittelalterlichen Bauten erhalten. 1798 kam die damalige Mairie Niederfell zum Kanton Boppard. Im Zuge der preußischen Verwaltungsneugliederung kam der Ort zur Bürgermeisterei Brodenbach und zum Kreis Sankt Goar. Seit 1970 gehört Niederfell zum Landkreis Mayen-Koblenz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederfell, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 447
1835 680
1871 673
1905 728
1939 994
1950 1.082
Jahr Einwohner
1961 1.140
1970 1.232
1987 1.040
1997 1.036
2005 1.077
2014 1.020

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Niederfell besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Wappen

Seit dem Ortsjubiläum von 1980, als Niederfell sein 1000-jähriges Bestehen feierte, führt die Gemeinde ein Wappen. Der blaue Pfahl in der Mitte erinnert an das einzige in Niederfell nachweisbare Adelsgeschlecht der Puppe von Niederfell (wohl 1364 ausgestorben). Die rote Lanze und der Bischofsstab stehen für den Pfarrpatron Lambertus, während der rote Schlüssel auf den Heiligen Petrus als Patron Triers verweist. Dem Trierer Domkapitel gehörte jahrhundertelang das größte Weingut Kühr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die Pfarrkirche St. Lambertus wurde 1792 mit einem Dachreiter erbaut und in den Jahren 1871 und 1872 erweitert. Der Turm stammt erst aus dem Jahr 1955. Sehenswert ist die barocke Altargruppe aus dem Jahr 1773, die ursprünglich im Prämonstratenserinnenkloster in Mariaroth, heute ein Ortsteil von Dieblich, stand und im Jahr 1794 durch das beherzte Eingreifen einiger Niederfeller Bürger vor der Zerstörung durch die Franzosen gerettet werden konnte.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jährlich im Sommer findet das Winzerhöfefest statt.
  • Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet das Feuerwehrfest der FF Niederfell statt.
  • Im September ist die Lambertuskirmes.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Niederfell gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind drei Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 15 ha. Etwa 90 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007).[2]

Weinlagen (moselabwärts gesehen)[4]
  • Niederfeller Goldlay
  • Niederfeller Kahllay
  • Niederfeller Fächern

Verkehr

Am rechten Moselufer entlang führt die B 49 Koblenz - Treis-Karden - Cochem durch den Ort. Es besteht eine regelmäßige Busverbindung in Richtung Koblenz und Burgen. Die Fährverbindung nach Gondorf wurde im Herbst 1974 nach dem Bau der Brücke zwischen Löf und Alken eingestellt. Seit 1977 gibt es eine Brückenverbindung zwischen Niederfell und Kobern-Gondorf, wo sich ein Bahnhof an der Moselstrecke Koblenz - Treis-Karden - Trier befindet.

Einrichtungen

Im Ortsteil Kühr befindet sich ein großes Betreuungszentrum für Menschen mit geistiger Behinderung unter Leitung der Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu. Dieses wurde bereits im Jahr 1900 als Pflegeanstalt Herz-Jesu-Haus Kühr eingeweiht.

Bildung

Der Ort verfügt über eine eigene Grundschule in Trägerschaft der Ortsgemeinde. Es handelt sich um eine so genannte Zwergschule. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse sowie die Kinder der dritten und vierten Klasse werden in nur zwei Klassenräumen jeweils gemeinsam unterrichtet.

Bilder

Literatur

  • Niederfeller Chronik I., Gemeindeverwaltung Niederfell Mosel, 1979
  • Niederfeller Chronik II., Gemeindeverwaltung Niederfell Mosel, 1986

Weblinks

 Commons: Niederfell  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 2,2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Joachim Krieger: Terrassenkultur an der Untermosel, Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Niederfell (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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