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Niebüll


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: NordfrieslandVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Südtondern
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 30,63 km²
Einwohner: 9736 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 318 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25899
Vorwahl: 04661
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 088
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Webpräsenz: www.niebuell.de
Bürgermeister: Wilfried Bockholt (parteilos)
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Niebüll (dänisch Nibøl , nordfriesisch Naibel ) ist eine im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein gelegene Stadt und Luftkurort. Von 1920 bis 1970 war Niebüll Kreisstadt des Kreises Südtondern, seit 2008 ist es Sitz des Amtes Südtondern.

Geographie

Niebüll liegt inmitten von Marschland auf rund drei Metern über Normalnull auf einer im landwirtschaftlich nutzbaren Teil Kornkoog genannten Geestinsel. Der Geestrand liegt in etwa fünf Kilometer Entfernung Richtung Nordosten, die Nordsee zwölf Kilometer weit Richtung Westen (Dagebüll). Ortsteile bzw. Siedlungen in Niebüll sind Deezbüll (dänisch Dedsbøl, nordfriesisch Deesbel), Deezbüll-Burg, Langstoft (nordfriesisch Lungstuft), Uhlebüll (dänisch Ullebøl, nordfriesisch Ülbel), Gath (dänisch Gade, nordfriesisch Gåås) und Tegelwang (dänisch Tegelvang).

Niebüll ist Unterzentrum mit Funktionen eines Mittelzentrums. Im westlichen Stadtrand befindet sich eine Wehle, die um 1600 nach einem Deichbruch entstand und als Naturbad genutzt wird.

Geschichte

Im 14. Jahrhundert gab es im heutigen Stadtgebiet zwei Kirchspiele, Deezbüll, dessen aus dieser Zeit stammende Apostelkirche noch existiert, und Langsumtoft. Beide Orte gehören zur Bökingharde. Langsumtoft wurde in der Zweiten Marcellusflut 1362 so schwer beschädigt, dass der Ort kurz nach 1400 aufgegeben wurde. Die Bewohner siedelten sich rund um die heutige Christuskirche an. Im 1436 vom Schleswiger Bischof angeordneten liber censualis episcopi Slewicensis wurde Nigebul (Niebüll; deutsch etwa: Neues Dorf) neben Dedesbul (Deezbüll) erstmals aufgeführt.

Die Burchardiflut 1634 forderte 50 Menschenleben. Im Dreißigjährigen Krieg verschanzten sich kaiserliche Truppen bei Deezbülleck, wo sie 1629 von Dänen vertrieben wurden. 1643 besetzten die Schweden das Land. Schlimmer als der Dreißigjährige Krieg trafen die Bevölkerung der Dänisch-Schwedische Krieg 1658–1660 und die Kriegshandlungen 1713 während des Großen Nordischen Kriegs.

Obwohl es der Bevölkerung nach Kriegen und Missernten wirtschaftlich sehr schlecht ging, wurde 1729 die heutige Niebüller Christuskirche gebaut. 30 Jahre später wohnten in Niebüll 1551 Menschen in 386 Häusern.

1885 wurde der Niebüller Creditverein gegründet.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt eher dörflichen Charakter, entwickelte sich dann jedoch zu einem Zentralort, insbesondere als Verkehrsknotenpunkt zu den nordfriesischen Inseln und Halligen. Die Eröffnung der Marschbahn im Jahre 1887, die eine Verbindung von Hamburg zur Nordseeküste herstellte, ging einher mit einer verstärkten Ansiedlung von Kaufleuten. 1895 erhielt Niebüll und nicht der etwas südlich gelegenen Bahnknoten Lindholm eine Zweigstrecke nach Dagebüll. Der Hindenburgdamm, der seit 1927 die Insel Sylt mit dem Festland per Eisenbahn verbindet, förderte die Entwicklung des städtischen Charakters.

Mit der Abtretung des nördlichen Teils des Kreises Tondern im Jahre 1920 an Dänemark wurde Niebüll zum Kreishauptort des neuen Kreises Südtondern. 1950 wurde der Nachbarort Deezbüll eingemeindet. Zum 1. Januar 1960 erhielt Niebüll die Stadtrechte. 1970 vereinigten sich Kreis Südtondern und die Kreise Eiderstedt und Husum zum neuen Kreis Nordfriesland mit der Kreisstadt Husum, und Niebüll verlor den Status einer Kreisstadt.

Seit dem 1. Oktober 2005 bildete die Stadt Niebüll eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Wiedingharde, für das sie die Verwaltungsgeschäfte führte. Zum 1. Januar 2008 gab Niebüll die Amtsfreiheit auf und bildete mit der Gemeinde Leck und den Gemeinden der Ämter Bökingharde, Karrharde, Süderlügum und Wiedingharde das Amt Südtondern mit dem Verwaltungssitz Niebüll.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

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Die Kommunalwahl am 26. Mai 2013 ergab folgende Sitzverteilung der 19 Sitze in der Stadtvertretung:

CDU 9 Sitze
SPD 6 Sitze
SSW 4 Sitze

Die Wahlbeteiligung an dieser Kommunalwahl betrug 43,0 Prozent.[3]

Wappen

Das Wappen und die Flagge wurden am 10. August 1961 genehmigt.

Blasonierung: „Von Gold und Blau geviert, überdeckt mit einem durchgehenden, von Gold und Rot ebenfalls gevierten Ankerkreuz. 1 ein goldenes, einmastiges Schiff mit Segel, 2 und 3 je zwei blaue Balken, 4 ein goldenes Pflugeisen.“[4]

Das komplizierte, aber reizvolle Wappen stellt die Stadt Niebüll in mehrfacher Beziehung vor: Das Ankerkreuz verweist auf die sowohl durch die christliche Kultur als auch durch die Seefahrt bestimmte Geschichte des Ortes. Die Quadrierung des Wappenschildes und des Kreuzes bezieht sich auf die traditionelle Vierteilung größerer Gemeinden, die hier in der Zusammensetzung der Stadt aus den Ortsteilen Niebüll und Deezbüll und deren Gliederung in jeweils einen Norder- und einen Süderteil konkret gegeben ist. Deezbüll ist seit 1950 in Niebüll eingemeindet. Die Streifung im zweiten und dritten Feld deutet die mittelalterliche Flureinteilung als Grundlage der bäuerlichen Wirtschaft an. Pflugschar und Segelschiff sind dem alten Bildsiegel der Bökingharde, zu der auch die Ortschaften Niebüll und Deezbüll gehörten, entnommen. Niebüll war Zentralort dieses alten Verwaltungs- und Gerichtsbezirks. Die Pflugschar vertritt außerdem den großen Teil der Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart, der der landwirtschaftlichen Berufsgruppe angehört. Das Schiff ist nicht nur Zeichen für Handel und seefahrendes Gewerbe, sondern erinnert auch an die Zeit, in der Niebüll unmittelbar an der Nordsee lag und insbesondere die Bevölkerung der früheren Gemeinde Deezbüll ihre Erwerbsquelle in der Schifffahrt hatte.

Das Wappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert gestaltet.

Flagge

Im Liek das Stadtwappen ohne Schild; der fliegende Teil ist geteilt von Blau und Gold, darin zwei blaue Balken.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften gibt es mit:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Eisenbahnverkehr

Hauptartikel: Bahnhof Niebüll (DB)

Der Bahnhof Niebüll (DB) liegt an der Marschbahn von Hamburg nach Westerland, die ursprünglich nach Tønder (Tondern) gebaut wurde. Er wird von InterCity-Zügen der Deutschen Bahn AG sowie von regional ausgerichteten Zügen der privaten Nord-Ostsee-Bahn bedient, die Richtung Husum und Westerland verkehren.

Vom selben Bahnhof fahren Züge der neg nach Tønder in Dänemark und nach Dagebüll an der Nordseeküste, wo eine Fährverbindung zu den Inseln Föhr und Amrum besteht. Züge nach Dagebüll halten auch am über den Bahnhofsvorplatz erreichbaren Bahnhof Niebüll neg oder beginnen dort. Des Weiteren halten diese Züge auf Niebüller Gebiet auch in Deezbüll. Teilweise verkehren sie mit Kurswagen, die für Urlauber Direktverbindungen über Hamburg hinaus bieten.

Die Autoverladung für den Autozug Sylt-Shuttle wird südöstlich des Niebüller Bahnhofs in einer direkt von der Bundesstraße B5 erreichbaren Abfertigungsanlage bedient. Güterverkehr wird in Niebüll nicht mehr abgefertigt.

Straßenverkehr

Niebüll liegt an der Bundesstraße 5, die von Hamburg aus in Richtung Dänemark verläuft, die Bundesstraße 199, die die Westküste Schleswig-Holsteins mit Flensburg und somit auch mit der Ostsee verbindet, endet im Nachbarort Klixbüll. Durch den Verkehr nach Sylt ist Niebüll ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Schiene und Straße.

Eine Schnellbuslinie der Autokraft verbindet Niebüll über die B 199 mit Flensburg und ersetzt verkehrlich die stillgelegte Bahnstrecke Flensburg–Niebüll. Weitere Buslinien verkehren in die umliegenden Dörfer.

Gesundheitswesen

Seit April 2005 ist das Krankenhaus Niebüll im Rahmen des ersten grenzüberschreitenden Luftrettungsprojekts zwischen Deutschland und Dänemark Standort des Rettungshubschraubers/Intensivtransporthubschraubers Christoph 52 aus der Reihe Christoph Europa.

Bildung

In Niebüll gibt es zusätzlich zur Alwin-Lensch-Grundschule die zwei Förderschulen Drei-Harden-Schule für Lernbehinderte und Carl-Ludwig-Jessen-Schule für geistig Behinderte sowie eine dänische Grundschule (Nibøl Danske Skole).

Weiterführende Schulen sind das Gymnasium Friedrich-Paulsen-Schule mit rund 1200 Schülern, die Regionalschule der Stadt Niebüll und die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll.

Kultur

Museen

  • Das Freilichtmuseum Friesisches Museum bietet in einem in Originalbausubstanz erhaltenen Friesenhaus Originaleinrichtung und landestypisch museale Einrichtung in Mobiliar und bäuerlicher Hauswirtschaft.
  • Das Naturkunde-Museum zeigt in Nordfriesland heimische Flora und Fauna.
  • Das Richard-Haizmann-Museum für Moderne Kunst zeigt den Nachlass Richard Haizmanns sowie Sonderausstellungen anderer Künstler.

Archive und Sammlungen

  • Das Bundesgaarder Archiv[5] ist eine private Sammlung norddeutscher Literatur mit 2300 Werken und umfangreichem Schriftmaterial aus Nachlässen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Größtes Straßenfest ist das 1986 zum 550-jährigen Stadtjubiläum ausgerufene Hauptstraßenvergnügen. Vom damaligen Jungkaufmann Holger Jessen, heute Geschäftsführer des Veranstalters Handels- und Gewerbeverein Niebüll e. V., ist das Innenstadtfest aus dem Hamburger Alstervergnügen nach Niebüll importiert worden. Die „geile Meile“ genannte Feststrecke reicht vom Geschäft Knudtsen bis zum Discounter Aldi.[6]

Sport

Der größte Verein der Stadt ist der TSV Rot-Weiß Niebüll.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit Niebüll verbunden

  • Wilhelm Lobsien (1872–1947), Schriftsteller, verstarb in Niebüll
  • Ludwig Claussen (1906–1974), Politiker, war Lehrer in Niebüll
  • Richard Haizmann, (1914–1963), Maler, Grafiker, Bildhauer und Keramiker, lebte von 1934 bis zu seinem Tod in Niebüll
  • Dietrich Oldenburg (* 1933), Schriftsteller, Abiturient der Friedrich Paulsen-Schule, lebte bis 1953 in Niebüll
  • Andreas Brandt (1935–2016), Maler, lebte ab 1986 in Niebüll
  • Carsten Pörksen (* 1944), Politiker, Abiturient der Friedrich Paulsen-Schule
  • Albert Panten (* 1945), Heimatforscher, Abiturient und später Studienrat an der Friedrich-Paulsen-Schule
  • Bodo Schmidt (* 1967), Fußballspieler, begann seine Karriere beim TSV Rot-Weiß Niebüll
  • Die fiktive Witzgestalt Klein Erna basiert auf der realen Person Erna Nissen aus Niebüll

Weblinks

 Commons: Niebüll  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Niebüll – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Niebüll: Wahlergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2013 zur Stadtvertretung für die Stadt Niebüll
  3. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Erwähnung des Bundesgaarder Archivs , abgerufen am 2. Dezember 2015
  6. Dieter Wrege: Niebüll: Volksfest mit buntem Programm. In: Nordfriesland Tageblatt. 18. April 2015, abgerufen am 7. Juli 2015.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Niebüll (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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